Auf zur Demo
Ihnen gesagt
Diesen SONNTAG will ich Ihnen nach dichten Tagen voller unterschiedlicher Erlebnisse (Sie lesen über das Glaubenstribunal, von der Langen Nacht der Kirchen oder zur Causa Toni Faber) einfach erzählen, warum ich Fronleichnam – die etwas sperrige korrekte Bezeichnung lautet „Hochfest des heiligsten Leibes und Blutes Christi“ – für ein zutiefst unterschätztes Fest halte.
Fronleichnam oder Demo
Das beginnt damit, dass uns kaum jemand erklären kann, warum der Tag in Österreich noch ein Feiertag ist. Das Fronleichnamsfest wurde doch vor längerer Zeit, nämlich 1264, von Papst Urban IV. eingeführt. Es war eine Reaktion auf eine Vision der Mystikerin Juliana von Lüttich. In dieser Zeit rückte in der Eucharistie noch mehr die Realpräsenz Christi in Brot und Wein in den Mittelpunkt. Der Name „Fronleichnam“ leitet sich im Übrigen vom mittelhochdeutschen „vronlichnam“ ab und bedeutet so viel wie „Leib des Herrn“.
Die "christliche Demo"
Sollten Sie gefragt werden, warum Sie am Donnerstag zu der salopp gesprochen etwas eigentümlich anmutenden Demo gehen, dann hätte ich folgende Antwort parat: Weil wir als Christinnen und Christen in der katholischen Kirche auch einmal zeigen, dass es uns gibt. Angesichts der unüberblickbar gewordenen Zahl an Aufmärschen, Versammlungen und Demonstrationen zu jedem Anliegen, das uns persönlich betrifft oder auch gar nicht betroffen macht, gehen auch wir einmal im Jahr auf die Straße.
Feiertag!
Und das nicht alleine: Sofern es die Witterung zulässt (zu Redaktionsschluss sind warme 25 Grad angesagt), sind wieder hunderttausende Menschen in den österreichischen Pfarren unterwegs. Darüber können wir uns freuen, auch über die Lieder, die vielen Blumen und auf die Gespräche bei der Agape oder das kühlende Eis danach – es ist doch ein Feiertag!