Neue Welten öffnen

Sommergespräch: Melanie Wagenhofer
Ausgabe Nr. 30
  • Leben
Autor:
Melanie Wagenhofer leitet als Chefredakteurin die Printredaktion des Frauenmagazins „Welt der Frauen“ ©Robert Maybach
Ein Blick auf die Titelseiten des Magazins „Welt der Frauen“ aus verschiedenen Ausgaben. ©Robert Maybach

Im April 1946 wurde die „Welt der Frauen“ damals noch unter dem Namen „Licht des Lebens“ aus der Taufe gehoben und ist somit Österreichs ältestes Frauenmagazin

Melanie Wagenhofer ist Chefredakteurin von „Welt der Frauen“. Die Zeitschrift steht seit 80 Jahren im Zeichen der Frauen, damit diese sich „der vollen Weite ihres Wesens bewusstwerden und ihre Aufgaben mutig in Angriff nehmen“, wie es eine Leserin einmal treffend ausdrückte.

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„Welt der Frauen“ – Geschichte, Inhalte und Entwicklung

Welt der Frauen feiert 80. Geburtstag und ist damit wahrscheinlich älter als die meisten ihrer Leserinnen. In einer immer digitaleren Medienlandschaft ist das keine Selbstverständlichkeit. Was macht es aus, dass Welt der Frauen immer noch gerne gelesen wird?

MELANIE WAGENHOFER: Zum einen gehen wir thematisch sehr in die Tiefe und versuchen wirklich, Frauen zu unterstützen, damit sie ein selbstbestimmtes Leben führen können. Themen wie Schminken oder Klatschspalten wird man bei uns nicht finden. Und zum anderen haben wir eine sehr große Nähe zu unseren Leserinnen. Das rührt auch daher, dass das Heft oft von Generation zu Generation von Frauen weitergegeben worden ist. Aber wir sind auch in der digitalen Welt gut aufgestellt. Man findet uns auf Social Media, wir haben einen tollen Podcast und bauen gerade unseren Newsletter-Bereich aus.

Lesen auch Männer „Welt der Frauen“

Ja, es gibt immer wieder Feedback von Männern. Und was ich persönlich sehr witzig finde: Kürzlich hat mir eine langjährige Abonnentin lachend erzählt, dass sie ihren Mann immer dazu zwingt, uns zu lesen. Ich würde es jedenfalls nicht schlecht finden, wenn das so viele Männer wie möglich tun würden. Zugleich ist es uns aber sehr wichtig, Frauen einen geschützten Raum zu bieten.

In der aktuellen Ausgabe beschäftigen Sie sich mit Thema Schönheit.

… gemeinsam mit einer spannenden Frau: Die neue Buhlschaft Roxane Duran haben wir auch auf dem Cover. Eine junge Frau, die von sich sagt:

Ich habe so viel anderes zu bieten als mein Aussehen und ich muss mich nicht am Mainstream oder an Instagram orientieren.

Das hat mir wirklich gut gefallen.
 

Persönliche Einblicke und Ziele der Chefredakteurin

Sie sind jetzt seit eineinhalb Jahren da. Gab es etwas, das Sie verändern oder worauf Sie einen neuen Fokus legen wollten

Also grundsätzlich fand ich das, was vorhanden war, toll. Ich war immer schon ein großer Fan der Zeitschrift und ich habe auch immer davon geträumt, irgendwann einmal für die „Welt der Frauen“ zu arbeiten. Worauf ich sehr stolz bin, ist eine Serie, in der wir Texte von jungen Literatinnen präsentieren, die bisher noch nicht veröffentlicht wurden. 

Sie gestalten eine Zeitschrift für Frauen, wer hat Sie als Frau geprägt? 

Das war vor allem meine Mutter, die sich immer sehr um uns gekümmert hat und der Ruhepol der Familie war. Das habe ich sicherlich von ihr geerbt. Und ich bin meinen Eltern sehr dankbar dafür, dass sie mir alles ermöglicht haben, um meine Talente zu entfalten.

Durch Ihre journalistische Arbeit haben Sie die Möglichkeit, viele zu erreichen. Was möchten Sie gerne weitergeben?

Dass Frauen ihre Chancen nutzen und sich gut darüber informieren, was ihre Möglichkeiten sind. Und ich möchte versuchen, ihnen so viel wie möglich Selbstbewusstsein mitzugeben.

Es herrscht ja nach wie vor keine Gleichstellung zwischen den Geschlechtern.

Gerade in Bezug auf Frauenrechte gibt es im Moment viele Rückschritte. Aber viele Frauen, die wir im Heft porträtieren, machen Mut und bezeugen, dass Veränderung, auch in höherem Alter noch, möglich ist.

©David Kassl

Sommergespräch


Eine Kooperation von radio klassik und Der SONNTAG. Das ganze Gespräch mit Melanie Wagenhofer zum Nachhören aufradioklassik.at

Autor:
  • Veronika Bonelli
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