Dossier ME/CFS
ME/CFS: Krankheit im Verborgenen

Schätzungen zufolge leben in Österreich rund 80.000 Menschen mit der Krankheit ME/CFS
ME/CFS – das steht für Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom und ist der Name einer schweren, chronischen Multisystemerkrankung. Betroffene leiden unter anderem unter starken Schmerzen, Schlafstörungen, Herzrasen oder Verdauungsproblemen. Charakteristisch und besonders belastend ist eine extreme Erschöpfung, gegen die – in ihrer schwersten Form – kaum etwas hilft. Kein Schlafen, kein Ausruhen. Betroffene müssen Anstrengungen in jeglicher Form vermeiden, denn egal ob körperlich, geistig oder emotional – jegliches „Zuviel“ kann ihren Zustand maßgeblich verschlechtern. Ein kurzer Spaziergang, eine Diskussion und selbst große Freude können da schon ausreichen.
Die Folge: ME/CFS-Betroffene ziehen sich, meist betreut und gepflegt von ihren Angehörigen und Freunden, zurück.
Sie verschwinden aus der Öffentlichkeit. Und die Krankheit mit ihnen.
Und obwohl alles andere als eine seltene Krankheit, bleibt ME/CFS damit weitgehend ungesehen und unbekannt.
Der SONNTAG möchte dem mit einem Dossier zu ME/CFS entgegenwirken. In „ME/CFS – Krankheit im Verborgenen“ kommen Menschen zu Wort, die in den vergangenen Jahren aus den unterschiedlichsten Gründen mit ME/CFS konfrontiert waren: eine Betroffene und deren Mutter, ein Arzt, eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, eine Ordensfrau und ein österreichischer Unternehmer. Wir sprechen über das spezialisierte Pflege- und Betreuungsangebot „CS NORDLICHT“ und wir stellen das Buch „Kraftweg“ vor, das Betroffenen und allen, die in ihrem Umfeld mit ME/CFS zu tun haben, zu mehr Klarheit verhelfen will.
Dossier ME/CFS – Krankheit im Verborgenen
- Was ist ME/CFS?
- Interview mit dem Neurologen Dr. Michael Stingl, Spezialist für ME/CFS
- Ida Kornherr: „ME/CFS bestimmt meinen Alltag“
- Podcast mit Unternehmer Gerhard Ströck (Ströck, WE & ME Foundation):"ME/CFS lastet schwer auf uns"
- Die Caritas Socialis hilft mit CS NORDLICHT
- Lisa Haderer, stellvertretende Leiterin CS NORDLICHT: Ein offenes Ohr und das nötige Know-How für ME/CFS-Betroffene
- Schwester Karin Weiler (Caritas Socialis): Bei ME/CFS-Betroffenen gelten andere Regeln
Was ist ME/CFS?
Bereits vor mehr als 50 Jahren, im Jahr 1969, hat die WHO, die Weltgesundheitsorganisation, ME/CFS – die Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom – erstmals als „neurologische Erkrankung“ klassifiziert. ME/CFS gehört zu den postviralen Krankheiten, also zu jenen Krankheiten, die nach einer Virusinfektion auftreten können. Zu den Symptomen gehören unter anderem starke Schmerzen am ganzen Körper, Schlafstörungen, Herzrasen oder Verdauungsprobleme. Besonders belastend ist jedoch eine Erschöpfung, gegen die – in ihrer schwersten Form – kaum etwas hilft. Nicht einmal ausgedehnter Schlaf oder intensive Ruhephasen.

Weltweit leben mittlerweile geschätzt 70 Millionen Menschen mit ME/CFS – 80.000 sind es allein in Österreich. Trotzdem ist die Krankheit auch unter Medizinern oft noch unbekannt, was oft zu folgenschweren Fehldiagnosen führt.
Neurologe Michael Stingl: „Es ist längst an der Zeit, ME/CFS ernst zu nehmen“
Für viele ist die Krankheit ME/CFS, die Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom, eine Begleiterscheinung der Corona-Pandemie. Doch das stimmt so nicht ganz. Einer, der sich bereits vor der Pandemie intensiv mit ME/CFS beschäftigt hat, ist der Neurologe Michael Stingl. Durch seine langjährige Erfahrung kennt er die Beschwerden und Symptome von ME/CFS sehr gut. Und gehört damit zu den wenigen Expertinnen und Experten in Österreich, die Behandlungsansätze kennen, von denen Betroffene profitieren können.

Im Interview mit dem SONNTAG erläutert der Neurologe Michael Stingl, warum die Krankheit immer noch von vielen – auch im medizinischen Bereich – bagatellisiert wird. Er spricht darüber, welche Auswirkungen es auf die Betroffenen hat, wenn ihre Beschwerden nicht ernst genommen werden, und warum ein effizientes Energiemanagement für ME/CFS-Erkrankte der Schlüssel ist. Michael Stingl bringt auf den Punkt, was die Betroffenen in Österreich dringend brauchen und welche Hoffnung er allen mitgeben kann.
Ida Kornherr: „ME/CFS bestimmt meinen Alltag“
Geschätzt 80.000 Menschen leiden in Österreich an ME/CFS. Ida Kornherr ist eine von ihnen. Im Herbst 2024 erkrankt sie schwer am Pfeifferschen Drüsenfieber. Wochenlang hat sie Fieber und Husten. Dann wird es endlich besser und Ida kann wieder in ihren Berufsalltag als Inklusionslehrerin zurückkehren. Einige Monate läuft alles gut, es scheint, als wäre alles überstanden. Aber dann kommt das Frühjahr und Ida stellt fest, dass etwas nicht stimmt. Sie ist extrem erschöpft, kann selbst die Dinge, die sie sonst immer gerne getan hat, nicht mehr machen. Dazu kommen brennende Nervenschmerzen am ganzen Körper und Herzrasen, auch ohne dass sie sich anstrengt. Ida quält sich zu ihrem Arbeitsplatz, will niemanden hängen lassen. Zu Schulschluss aber, im Juni 2025, geht wirklich gar nichts mehr.

Gegenüber dem SONNTAG sprechen Ida Kornherr und ihre Mutter Barbara von der medizinischen Odyssee, die sie erlebt haben, bevor es endlich eine konkrete Diagnose gab. Sie berichten von den Herausforderungen, die ein Alltag mit ME/CFS mit sich bringt, von den Frustrationen, die man als Betroffene und als Angehörige erlebt, und davon, was ME/CFS-Betroffene dringend brauchen.
Gerhard Ströck: „ME/CFS lastet schwer auf uns“
In einer „SONNTAGS-Jause spezial“ hat Chefredakteurin Sophie Lauringer Gerhard Ströck, den Geschäftsführer der bekannten Familienbäckerei, getroffen. Zwei seiner Söhne sind von ME/CFS betroffen. Gemeinsam mit seiner Familie hat er deshalb den Kampf gegen ME/CFS aufgenommen und die WE&ME Stiftung gegründet. Die Familie macht sich damit stark für die Forschung und hofft auf neue Behandlungsmethoden.

Im Podcast mit Chefredakteurin Sophie Lauringer berichtet der Unternehmer und Familienvater, welche Veränderungen die Krankheit für seine Familie mit sich brachte, warum er die Hoffnung trotzdem nicht aufgibt und wofür sich die WE&ME-Foundation besonders stark macht.
"SONNTAGs-Jause" mit Gehard Ströck: „Ganz schwer“
Die Caritas Socialis hilft mit CS NORDLICHT
Fast 60 Jahre nachdem ME/CFS erstmals als neurologische Erkrankung definiert wurde, gibt es in Österreich immer noch kaum spezialisierte Betreuungs- und Pflegeangebote für die Betroffenen und nur wenige Ärztinnen und Ärzte, die sich mit dem Thema auskennen. Die CS Caritas Socialis will das nun ändern und schafft mit CS NORDLICHT ein spezialisiertes Pflege- und Betreuungsangebot für Menschen, die an ME/CFS erkrankt sind.

Neben der „CS NORDLICHT Beratungsstelle“, die bereits im April 2026 ihren Dienst aufgenommen hat, stellt die CS Caritas Socialis insgesamt vier verschiedene Pflege- und Betreuungsangebote:
„CS NORDLICHT zu Hause“,
„CS NORDLICHT Wohnen“ und
„CS NORDLICHT Mobil“.
Das „CS NORDLICHT Ehrenamtsteam“ schließlich rundet das Angebot ab.
Ein offenes Ohr für ME/CFS-Betroffene
Lisa Haderer ist die stellvertretende Leiterin von CS NORDLICHT, dem neuen Pflege- und Betreuungsangebot der Caritas Socialis für Menschen, die an ME/CFS erkrankt sind. Bei ihr und allen anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern finden Betroffene nicht nur ein offenes Ohr, sie stoßen zudem auf umfassendes Know-how für sämtliche Bereiche, in denen Betroffene Unterstützung und Hilfe brauchen: Medizin, Pflege, Psychotherapie, Sozialarbeit, Physiotherapie, Rechtsberatung, Diätologie und nicht zu vergessen: Seelsorge und Ehrenamt.

Im Gespräch mit dem SONNTAG erzählt Lisa Haderer, wie sie den Alltag von ME/CFS Patienten erlebt, was ihrer Erfahrung nach helfen kann und welchen Unterschied ein Angebot wie CS NORDLICHT für Betroffene und deren An- und Zugehörige macht.
Bei ME/CFS-Betroffenen gelten andere Regeln
Schwester Karin Weiler CS ist seit mehr als 30 Jahren Mitglied der Schwestergemeinschaft Caritas Socialis. „Dorthin zu gehen, wo die Not der Zeit ist, uns um diejenigen zu kümmern, die die Schwächsten der Gesellschaft sind, gehört zu unserem unmittelbaren Sendungsauftrag“, sagt sie. Etwas für ME/CFS-Erkrankte zu tun, ist ihr deshalb als Ordensfrau ein Anliegen und die Freude über das neue Angebot der Caritas Socialis CS NORDLICHT ist groß. Sich für ME/CFS-Erkrankte einzusetzen, ist für Schwester Karin Weiler aber auch aus einer unmittelbar persönlichen Betroffenheit heraus ein besonderes Anliegen: Ihr Patenkind hat ME/CFS.

Schwester Karin Weiler weiß, warum ME/CFS weit mehr ist als eine bloße Erschöpfung. Sie erklärt, wie das neue Angebot CS NORDLICHT zum Sendungsauftrag der Caritas Socialis passt, welchen Stellenwert dabei auch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben und was ihrer Einschätzung nach zu den größten Herausforderungen der Krankheit gehört.
Schwester Karin Weiler: Bei ME/CFS-Betroffenen gelten andere Regeln

So können Sie helfen
CS Caritas Socialis Privatstiftung
IBAN: AT27 2011 1800 8098 0900
BIC: GIBAATWW
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WE&ME Foundation
IBAN: AT95 2011 1842 5439 4200
BIC: GIBAATWWXXX
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