ME/CFS in der Familie
SONNTAGs-Jause
2016 hat Gerhard Ströck, Bäckermeister, Unternehmer und Familienvater, erstmals von ME/CFS gehört. Sein Sohn Christoph wurde mit dieser Diagnose konfrontiert, nachdem er zwei Jahre lang erfolglos gegen Depressionen behandelt wurde. So kritisiert Gehrhard Ströck die fehlende Ausbildung im medizinischen Bereich. Seine Erfahrung im Umgang mit ME/CFS: „Man darf nicht erwarten, dass einem jemand hilft. Man muss sich selbst informieren. Ich kenne aber noch keinen Erfolg“, bedauert Gerhard Ströck. Dafür starten nun Schulungen für das medizinische Personal – ein Schritt, über den sich der Vater freut.
Die Stöcks haben gelernt mit ME/CFS umzugehen
Die Ströcks haben gelernt, mit der wenig bekannten Krankheit umzugehen, die die Betroffenen ausbremst wie den tatkräftigen Christoph, der viele Ideen für den Großbetrieb hatte. Die Söhne Philipp und Christoph sind nicht arbeitsfähig. Die Enkel sind zwischen neun und 13 Jahren alt und wachsen mit der Krankheit des Vaters und Onkels als Selbstverständlichkeit auf. Die Situation ist „ganz schwer“ für Gerhard Ströck. „Wenn ich die Hoffnung nicht hätte, würde ich nicht hier sitzen“, sagt der Vater.
„Man darf nicht erwarten, dass einem jemand hilft."
Gerhard Ströck
Die WE&ME Stiftung
Dennoch, ans Aufgeben denkt niemand in der Familie. Als erfolgsorientierter Unternehmer packt er aber auch hier an – mit „unerschütterlicher Entschlossenheit“. Mit seiner Frau Gabriele - die Frauen sind im Betrieb nicht wegzudenken (!) - begründete er 2020 die WE&ME Stiftung, die Gelder zur Aufklärung und Erforschung der heimtückischen Krankheit sammelt. Die Ströcks investierten selbst hohe Summen und wurden für ihre Initiative bereits als Stifter des Jahres ausgezeichnet.
„Wenn ich die Hoffnung nicht hätte, würde ich nicht hier sitzen“
Gerhard Ströck
Innovation bei den Ströcks
Genauso wie die Ströcks großen Wert darauflegen, ethisch zu wirtschaften. Ein Beispiel: Christoph hat festgelegt, dass in den Bäckereien kein Thunfisch als Belag verwendet wird. Die Begründung: Es gibt keinen fairen Fischfang beim Thunfisch. Kakao stammt aus fairer Produktion, Mehl aus biologischem Anbau und im Betrieb werden keine Plastiksackerl verwendet.
„Ein ehrliches gutes Handwerk!“
Die Jause bei Ströck bedeutet eine unüberblickbare Auswahl an deftigen und süßen Backwaren. Gerhard Ströck isst gerne Mischbrot mit Eiaufstrich. Was macht eine gute Semmel aus? „Ein ehrliches gutes Handwerk!“
Aus der Vielfalt sticht das Christoph-Brot hervor: Das Weizen-Sauerteigbrot ist seinem Sohn gewidmet, 50 Cent pro Stück gehen an die WE&ME Stiftung. Und dazu passt auch noch die Antwort aus dem Wordrap: Darum will ich Gott bitten: „Dass meine Kinder gesund werden.“
Rezept Scheiterhaufen
Zutaten (für etwa 8 Portionen)
Für den Scheiterhaufen
- 750 Gramm trockene Briochekipferl (ca. 8 Stück)
- ein Liter Milch
- 120 Gramm Zucker
- Zimt
- sechs Eier
Für die Kanarimilch
- 500 Milliliter Milch
- sechs Dotter
- 80 Gramm Zucker
- Vanilleschote
Für das Erdbeer-Rhabarber-Kompott
- 400 Gramm Erdbeeren
- 300 Gramm junger roter Rhabarber
- 150 Gramm Zucker
- Saft einer halben Zitrone
Für die Hollerschneehaube
- sechs Eiweiß
- 400 Milliliter Hollersirup
Zubereitung
Für den Scheiterhaufen die Briochekipferl in Scheiben schneiden.
Milch, Zucker und Zimt am Herd lauwarm werden lassen und die Eier einrühren. Nach und nach über die Kipferl gießen und zirka 30 Minuten stehen lassen.
Bei 170 Grad Celsius zirka 35 Minuten backen.
Für das Kompott den Rhabarber und die Erdbeeren in mundgerechte Stücke schneiden. Mit dem Zucker und dem Zitronensaft vermengen und 15 Minuten stehen lassen, dann etwa zehn Minuten einkochen – bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
Für die Kanarimilch zirka 50 Milliliter der Milch mit Zucker und den Dottern verrühren. Den Rest der Milch mit der Vanilleschote erhitzen. Kurz bevor sie siedet, die Vanilleschote entfernen und langsam die Dottermasse einrühren. Danach das Dotter-Milch-Gemisch langsam unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Kanarimilch eindickt.
Für die Hollerschneehaube das Eiweiß zu Schnee schlagen. Währenddessen den Hollersirup zirka bis zur Hälfte einkochen (zirka 120 Grad Celsius). Danach in das aufgeschlagene Eiweiß nach und nach einrühren. So lange weiterschlagen, bis alles ausgekühlt ist – zirka zehn Minuten.
Eiweiß gleichmäßig auf dem fertig gebackenen Scheiterhaufen verteilen und mit einem Bunsenbrenner abflämmen. Optional kann man die Schneehaube auch bei Oberhitze im Ofen bräunen.
Ein Ströck-Feierabend-Rezept von Gastronomieleiter Christopher Schramek.
Die WE&ME Stiftung
Die WE&ME Stiftung wurde 2020 von der Familie Ströck gegründet und hat ihren Sitz in Wien, wo die Familie für ihre „Ströck“-Bäckereien bekannt ist, die seit Generationen mit ihren Backwaren begeistern. Der Weg der Familie Ströck wurde durch die Auswirkungen von ME/CFS tiefgreifend beeinflusst und hat das Wesen und den Zweck der WE&ME Stiftung mit unerschütterlicher Entschlossenheit geformt. Die zwei Brüder, Christoph und Philipp Ströck, die beide von ME/CFS betroffen sind, leiten die Mission der Stiftung.
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Zur Dossier-Übersicht: dersonntag.at/me-cfs
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