Eingesperrt
Anekdoten
Nach der Hochzeit lief er in den Pfarrhof und aufs WC, das im Erdgeschoß war. Als er es wieder verlassen wollte, hatte sich aber das Türschloss verhakt. So sehr er auch an der Türklinke rüttelte – sie bewegte sich nicht. Er war auf dem WC gefangen.
Pater Karl Wallner eingesperrt
Schlimm genug, aber seinen nächsten Termin – die Taufe – hatte er bereits 15 Minuten später. Handys gab es zu der Zeit noch keine. „Ich stand am Klo wie Fred Feuerstein und trommelte gegen die Tür.“ Schließlich hörten ihn Ministranten. Auch sie brachten die Tür nicht auf. Zum Glück gab es ein Fenster. Und einen Vorschlaghammer. Den holten sie und reichten ihn Pater Karl durch das Fenster, der damit die Tür im wahrsten Sinn des Wortes zertrümmerte. Er schlug wegen seines Zeitdrucks mit solcher Wucht auf sie ein, dass beim letzten Schlag der Hammer zerbrach. Das Eisenteil, das am hölzernen Stiel befestigt war, flog auf die Kloschüssel, und die zersprang. Gleichzeitig ging die Tür auf. Die Ministranten blickten auf eine zerschlagene Tür, eine kaputte Kloschüssel und Pater Karl im Habit mit dem abgebrochenen Stiel des Vorschlaghammers in der Hand. Erleichtert, wieder in Freiheit zu sein, hielt er sich nicht auf, legte den Stiel zur Seite, sprang ins Auto und fuhr zur Taufe. In der Hektik vergaß er das Rituale, das Buch mit dem Ablauf der Feier. Egal, er hatte so viel Routine, dass er es auch ohne schaffte. Am Ende der Taufe erzählte er, warum er so spät und ohne Rituale gekommen war, und fand sofort Spender für ein neues WC.
Buchtipp: Beten, Herr Pfarrer!
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Beten, Herr Pfarrer! – Anekdoten zwischen Alltag und Altar. Von Bernadette Spitzer, 176 Seiten, ISBN: 978-3-85351-332-3, EUR 27,00