Um die Wette
Hirtenhund
Wenn Sie wetten müssten, worauf würden Sie eher setzen: Dass Österreich Fußball-Weltmeister wird, oder dass Jesus heuer noch zurückkehrt? Ich gebe Ihnen einen Tipp: Setzen Sie auf Österreich. Denn damit würden Ihre Chancen auf eine kleine Auffrischung Ihrer Urlaubskasse steigen, weiß die Onlineplattform „Polymarket“. Sie ist eine der größten Wettplattformen der Welt mit einem Umsatz von mehr als zehn Milliarden Dollar monatlich. In der Rubrik Fußball-WM wird der österreichischen Nationalmannschaft von 4,5 Prozent der Wettenden zugetraut, Weltmeister zu werden. Auf die Rückkehr Jesu setzen aktuell nur 2,1 Prozent. Dabei standen die Quoten des Erlösers schon mal besser in diesem Jahr. Rund um Ostern. Eh klar.
Fußball-WM und Wette
Vielleicht sollte man sich angesichts der Fußball-WM aus österreichischer Sicht auf die Tugend der Hoffnung (wider alle Hoffnung) und zur Not auch auf die Praxis des Gebets besinnen. Dabei werden unsere Jungs (hier ist das generische Maskulinum wohl angebracht) bereits von allerlei geistlich-geistigem Beistand begleitet. Allein schon die Tatsache, dass unser Team erstmals seit 28 Jahren wieder bei einer WM dabei sein wird, lädt zu biblischer Mystik ein: Schließlich beschreibt die Zahl 28 die Vollkommenheit der Schöpfung und symbolisiert geistliche Kraft, Stärke und Führung. Besagen verschiedene schwindlige Websites zur biblischen Zahlenmystik. Wenn das nicht ausreicht, um online ein paar Dollar zu investieren …?
Jesu Wiederkehr
Wobei auch Jesu Wiederkehr medial gepusht wird. Auf dem YouTube-Channel „Unendliches Portal“ etwa prophezeit eine gewisse Helga Brunner aus Leipzig „ein geheimnisvolles Licht über dem Finalstadion, einen künstlichen Frieden, der Millionen Menschen gleichzeitig erfasst, und das Auftreten eines Führers, der sich als Retter der Menschheit präsentieren wird“. Unser kickendes Bodenpersonal setzt indes auf Leopold. Denn als Landespatron ist der heilige Leopold nicht nur fürs Fasslrutschen, sondern zugleich auch für die Ledertreter um Ralf Rangnick zuständig. Ob sie – wie 15 weitere Nationen der WM – besser auf Maria gesetzt hätten? Schließlich weilten unsere Bischöfe gerade bei der Magna Mater zur Vollversammlung und hätten mit ihr einen Deal aushandeln können.
Wette rund um Papst
Übrigens wetten aktuell exakt so viele Menschen auf den WM-Sieg Österreichs wie auf einen Friedensnobelpreis für Papst Leo XIV. (Und doppelt so viele gehen davon aus, dass Donald Trump Papst Leo in diesem Monat nochmal beleidigt.) Ich bin Sportfan – aber noch mehr Friedensfan. Und wenn ich die Wett-Wahl hätte, würde ich meine Hundeknochen vermutlich eher auf den Papst verwetten.