„Die Hand Gottes“

Fußball-WM
Ausgabe Nr. 23
  • Chronik
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„La mano de Dios“ Der Argentinier Diego Maradona jubelt nach seinem legendären Tor bei der Fußball-WM 1986.
„La mano de Dios“ Der Argentinier Diego Maradona jubelt nach seinem legendären Tor bei der Fußball-WM 1986. ©Dani Yako/Public domain/via Wikimedia Commons

„Es war ein bisschen Maradonas Kopf und ein bisschen die Hand Gottes“, sagte der argentinische Fußballer Diego Maradona bei der Fußball-WM 1986. Ein Überblick über Heilige zum internationalen Sportgroßevent vom 11. Juni bis zum 15. Juli.

Diego Maradonas Jubel nach seinem Tor mit Hilfe der „Hand Gottes“ im Jahr 1986 ist ein Stück Fußballgeschichte. Die Fußballweltmeisterschaft wurde damals (nach 1970) zum zweiten Mal in Mexiko ausgetragen. 2026 kommt das internationale Sportgroßevent nach Mexiko zurück. Neben dem lateinamerikanischen Land sind aber auch die USA und Kanada zwei weitere Austragungsorte. 

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Gottes Beistand bei der Fußball-WM

Nicht nur der 2020 im Alter von 60 Jahren verstorbene Diego Maradona setzte auf göttlichen Beistand beim Thema Fußball. Auch der deutsche Nationaltorhüter Manuel Neuer hofft auf „Hilfe von oben“: „Ich glaube an Gott und ich bete“, sagte der Torhüter der BILD-Zeitung im Jahr 2022. Der gebürtige Pole Robert Lewandowski von der deutschsprachigen christlichen Social-Media-Initiative „Glaubensimpulse“ zur Fußball-Weltmeisterschaft wurde vor vier Jahren zitiert: „Ich schäme mich nicht wegen meines Glaubens an Jesus: Der Glaube hilft mir nicht nur im Bereich des Fußballs, sondern auch außerhalb.“ 

Sport sei ein zutiefst menschlicher Ausdruck – „und damit auch ein Ort, an dem Gott erfahrbar werden kann“, so der Vorsitzende der Diözesansportgemeinschaft Österreichs (DSGÖ), Sepp Eppensteiner, im Vorfeld der WM. Österreich kickt dieses Mal wieder mit. Ein Gebet für unsere Nationalelf kann auf jeden Fall nicht schaden! Vielleicht hilft der eine oder andere Heilige?

Ein Heiliger für den Fußball

©KI generiert, Bearbeitung: Der SONNTAG

Aloisius Scrosoppi verdankt seinen Status als Fußball-Heiliger einem Österreicher. Er wurde 1804 in Udine geboren. Seine Eltern waren wohlhabende Juweliere. Luigi wurde Priester und gründete 1846 zusammen mit seinem Bruder ein Oratorium des Philipp Neri, das er später leitete. 1866 wurde Udine von italienischen Truppen besetzt, das Oratorium musste wieder schließen. Sein Leben widmete Luigi aber der Seelsorge. Scrosoppi starb mit 80 Jahren am ­­­­­­3. April 1884 in seiner Heimatstadt Udine. 2001 wurde er heiliggesprochen. 

Seit 2010 ist er Schutzpatron der Fußballer, und das auf Initiative des österreichischen Fußballfans Manfred Pesek. Zum Schutzpatron ernannt wurde Scrosoppi vom Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz in einem Gottesdienst in der Pfarre Pörtschach am Wörthersee im Auftrag des Vatikan. Scrosoppi wurde gewählt, obwohl er kein Fußballer war.  Er repräsentiert Werte, die auch über den Sport entwickelt werden, wie Fairness und Fleiß. Und Italiener gelten obendrein als fußball­affin und gläubig.
 

Mexiko: Fußball-WM und die Jungfrau von Guadalupe

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Die Nationalheilige und Schutzpatronin Mexikos ist die Jungfrau von Guadalupe. Die Muttergottes erschien am 9. Dezember 1531 dem neu getauften Bauern Juan Diego auf dem Hügel Tepeyac. Die Gottesmutter trug das Gewand einer Azteken-Prinzessin und stellte sich in seiner Sprache als immerwährende heilige Jungfrau Maria vor. Als er vor dem Bischof seinen Mantel ausbreitete, in dem er auf Geheiß seiner Auftraggeberin mitten im Winter blühende, duftende Blumen gesammelt hatte, und auf dem Mantel das Gnadenbild Mariens erschien, erkannte der Bischof in der Darstellung die Jungfrau von Guadalupe in Spanien und ließ den Bau einer Kapelle zu. Juan Diego lebte bis zu seinem Tod 1548 in dieser Kapelle. 

Seine Existenz ist immer wieder angezweifelt worden. Das Christentum verbreitete sich nach der Erscheinung in Lateinamerika wesentlich schneller. Die heutige Basilika ist eine der größten Kirchen der Welt. Und die Jungfrau von Guadalupe ist Patronin von Lateinamerika. Juan Diego wurde 2002 heilig gesprochen. 
 

Die erste heiliggesprochene Indigene

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Als Patronin Kanadas gilt Kateri Tekakwitha. Sie ist auch Patronin des Umweltschutzes und die erste heiliggesprochene Indigene. Kateri wurde 1656 im heutigen Bundesstaat New York geboren. Ihr Vater war Häuptling der Mohawk, ihre Mutter Katholikin. Beide starben an Pocken, an denen das Mädchen auch erkrankte. Sie  überlebte, aber halb blind und entstellt von vielen Narben. Ihr Mohawkname Tekaktwitha sagt das aus: „die mit der Hand voraus geht“. 

Sie lernte Missionare kennen und schon bald wollte sie Christin werden und, mehr noch, ehelos leben. Als sie sich taufen ließ und den Namen Katherina (Kateri) annahm, wurde sie verfolgt und mit dem Tod bedroht. Sie floh daher in eine 300 Kilometer weit entfernte Missionsstation der Jesuiten im heutigen Montreal in Kanada. Dort wirkte sie zwei Jahre als Katechetin und kümmerte sich um Arme und Kranke. Leider übertrieb sie ihre Bußübungen, sodass sie bereits mit 24 Jahren starb. Das war am 17. April 1680. 2012 wurde sie als erste Indigene heiliggesprochen.
 

Die erste Heilige der USA

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Elizabeth Ann Seton ist die erste Heilige der USA und Namensgeberin für den Asteroiden Seton. Geboren wurde sie 1774 in New York, ihr Vater war ein wohlhabender Arzt. Doch dann starb die Mutter früh. Mit 19 heiratete Elizabeth den reichen Kaufmann William Seton und bekam mit ihm fünf Kinder. Doch bald ging die Firma ihres Mannes bankrott. William Seton starb während einer Reise in Italien. Elizabeth war nun 29 Jahre alt, Witwe, Mutter von fünf Kindern und praktisch mittellos. 

Der Glaube half ihr wieder auf die Beine.Noch in Italien lernte sie die katholische Kirche kennen und konvertierte. Zurück in den USA wurde sie Lehrerin. Sie war überzeugt davon, dass alle Kinder ein Recht auf Bildung haben, und gründete katholische Internatsschulen für Mädchen. Mit gleichgesinnten Frauen gründete Elizabeth die Barmherzigen Schwestern vom heiligen Joseph, nach dem Vorbild der französischen Vinzentinerinnen.  Elizabeth Ann Seton starb im Alter von 47 Jahren am 4. Jänner 1821. 2015 wurde nach ihr der Asteroid Seton benannt.
 

Fußball-WM: Schutzpatrone für Sportler und Athleten

©KI generiert, Bearbeitung: Der SONNTAG

Als Schutzpatrone für Sportler und Athleten werden im Allgemeinen Sebastian und Christophorus genannt. Aber auch der heilige Dominikus Savio (1842–1857) wird mit einem Fußball dargestellt. Dieser steht symbolisch für seine Lebens­freude und seinen Einsatz, durch gemeinsames Spielen und Sport alle Kinder in die Gemeinschaft zu integrieren. Der mit 15 Jahren verstorbene Schüler des Jugendheiligen Don Bosco ist Patron der Ministranten, der katholischen Jungschar sowie der Sänger­knaben.

©David Kassl

Radio-Tipp: Im Schnittpunkt

 

Querpass mit dem Fußballgott. Über Zusammenhänge von Fußball und Religion mit den Fußball-Ikonen Toni Polster und Andi Herzog sowie dem Salzburger Erzbischof und bekennenden Sturm-Graz-Fan, Franz Lackner.

 

Gestaltung: Stefan Hauser. 10.06., 19:00 Uhr 


radioklassik.at

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Autor:
  • Cornelia Grotte
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