Kinder unserer Zeit

Meinung
Ausgabe Nr. 19
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Miriam Pühringer (22) ist Studentin und absolvierte die digitale Lehrredaktion im SONNTAG.
Miriam Pühringer (22) ist Studentin und absolvierte die digitale Lehrredaktion im SONNTAG. ©Privat

Miriam Pühringer (22), Studentin und Absolventin der digitalen Lehrredaktion im SONNTAG, über die Ergebnisse der Ö3-Jugendstudie.

Als Mitglied der Generation Z (Geburtsjahrgänge 1997 bis 2012) überraschen mich die Ergebnisse der diesjährigen Ö3-Jugendstudie nicht. Die Daten spiegeln das wider, was ich aus meiner Lebensrealität kenne: Irgendwo zwischen Gesprächen in Vorlesungssälen, auf Hauspartys oder beim Lesen von Instagram-Kommentaren wird einem klar – die Krisen unserer Welt haben Spuren hinterlassen.

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Generation Z als Kinder ihrer Zeit

Nicht nur bei der GenZ, das ist klar. Die Pandemie, nur als Beispiel, hat uns allen einiges abverlangt. Der Unterschied liegt aber darin, dass die Generation Z sich zu diesem Zeitpunkt in der vulnerabelsten Phase ihres Lebens befunden hat. Wir waren Teenager, als Bedrohung und Unsicherheit plötzlich zur Tagesordnung wurden. Neben der Pandemie schweben ansonsten die Damoklesschwerter Klimakrise, Jobmangel und die durch und durch beunruhigende weltpolitische Lage über uns allen. 

Das vorherrschende Bild der Generation Z

Natürlich, jede Generation hat ihre eigenen Herausforderungen zu stemmen und wir sind nicht die Ersten, die in turbulenten Zeiten aufgewachsen sind. Gerade deshalb stoße ich mich an dem öffentlich vorherrschenden Bild der Generation Z: „Faul, arrogant, empfindlich, unmotiviert, …!“ Vernichtende Urteile der älteren Bevölkerungsschicht, die nach Quellen wie der Ö3-Jugendstudie nicht nur unwahr sind, sondern auch keinem weiterhelfen. Sobald die eigene Jugend vorbei ist, schwindet offenbar bei vielen auch das Verständnis dafür, wie es sich anfühlt, am Anfang des Lebens zu stehen. Dieser Generationenkonflikt ist so alt wie die Menschheit selbst. Das berühmte Zitat von Sokrates: „Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte“, könnte auch gestern abgedruckt worden sein. 

Generation Z: Auch nur Kinder unserer Zeit

Ein gnädigerer Blick auf die Jugend von heute täte uns allen gut. Vergesst nicht, auch wir sind nur Kinder unserer Zeit. Vielleicht genügt ein kurzer Blick zurück auf das eigene jüngere Ich, um wieder mehr mitzufühlen und jene Unsicherheit noch einmal zu spüren, die nicht nur von der Welt kam, sondern ebenso von einem selbst. 

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