Schumann war kein Feminist

Clara Wiecks Lebensmänner
Ausgabe Nr. 19
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Gedrilltes Wunderkind: Claras Talent ist unüberhörbar – ihr Vater ordnet dem Klaviertspiel seiner Tochter alles unter.
Gedrilltes Wunderkind: Claras Talent ist unüberhörbar – ihr Vater ordnet dem Klaviertspiel seiner Tochter alles unter. ©Barbara Pàlffy

Mit „Ich sehe Clara“ ist ein weiteres Frauenporträt über Clara Schumann in Wien zu sehen – am 4. Mai hatte das Stück Premiere im Theater ­Drachengasse.

Wäre Clara Schumann (1819–1896) ohne die Männer in ihrem Leben weniger bekannt? Erzogen von ihrem bis zur Unbarmherzigkeit ehrgeizigen Vater Friedrich Wieck ist sie ein Popstar der Musikszene im 19. Jahrhundert, „eine Lady Gaga am Pianoforte“, wie Regisseur und Autor Stefan Lasko meint. Die Gefährtin des durch die Syphilis psychisch kranken Genies Robert Schumann hetzt zwischen acht Geburten, Todesfällen und ausverkauften Konzertsälen mit hart verhandelten Gagen durch ganz Europa. 

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Schumann kennt ihren Wert

Menschlicher Lichtblick ist ein weiteres Genie: Johannes Brahms wird zum engen Freund des Hauses Schumann, ihm vertraut sie ihre Kinder an, sie korrigiert seine Kompositionen. Schmerzhaft ist es dann, wenn sie  gefragt wird, ob sie die Schwester von Robert Schumann sei. Doch auch der ist eben kein Feminist. Clara Schumann weiß jedoch um ihren Wert, für ihre Rechte kämpft sie, bequem ist sie nicht immer, zu bewundern ist ihre Lebensleistung allemal. 

Ein Stück Musikgeschichte

Eine laute musikalische Inszenierung, die durch ein Stück Musikgeschichte führt. Agnes Hausmann sprintet zwei Stunden lang als Clara durch den kleinen Theaterraum in der Drachengasse – es ist eine Freude, ihr und ihren  Männern dabei zuzusehen. Gut so.

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Autor:
  • Sophie Lauringer
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