Schumann war kein Feminist
Clara Wiecks Lebensmänner
Wäre Clara Schumann (1819–1896) ohne die Männer in ihrem Leben weniger bekannt? Erzogen von ihrem bis zur Unbarmherzigkeit ehrgeizigen Vater Friedrich Wieck ist sie ein Popstar der Musikszene im 19. Jahrhundert, „eine Lady Gaga am Pianoforte“, wie Regisseur und Autor Stefan Lasko meint. Die Gefährtin des durch die Syphilis psychisch kranken Genies Robert Schumann hetzt zwischen acht Geburten, Todesfällen und ausverkauften Konzertsälen mit hart verhandelten Gagen durch ganz Europa.
Schumann kennt ihren Wert
Menschlicher Lichtblick ist ein weiteres Genie: Johannes Brahms wird zum engen Freund des Hauses Schumann, ihm vertraut sie ihre Kinder an, sie korrigiert seine Kompositionen. Schmerzhaft ist es dann, wenn sie gefragt wird, ob sie die Schwester von Robert Schumann sei. Doch auch der ist eben kein Feminist. Clara Schumann weiß jedoch um ihren Wert, für ihre Rechte kämpft sie, bequem ist sie nicht immer, zu bewundern ist ihre Lebensleistung allemal.
Ein Stück Musikgeschichte
Eine laute musikalische Inszenierung, die durch ein Stück Musikgeschichte führt. Agnes Hausmann sprintet zwei Stunden lang als Clara durch den kleinen Theaterraum in der Drachengasse – es ist eine Freude, ihr und ihren Männern dabei zuzusehen. Gut so.
Termintipp
- Weitere Termine: 4.–30. Mai 2026, Dienstag–Samstag, 20:00 Uhr, keine Vorstellungen am 5., 14.–16. und 23. Mai.
- Wo: Theater Drachengasse, Fleischmarkt 22/Eingang Drachengasse 2, 1010 Wien