Kampf gegen Kinderarmut

Wirksame Hilfe fehlt immer noch
Ausgabe Nr. 37
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Kinderarmut: Gerade auch der Schulbeginn ist mit vielen zusätzlichen Ausgaben verbunden, die das Familienbudget enorm belasten.
Kinderarmut: Gerade auch der Schulbeginn ist mit vielen zusätzlichen Ausgaben verbunden, die das Familienbudget enorm belasten. ©istock

Eine Kindergrundsicherung, die wirksam vor Armut schützt, fordert einmal mehr die Caritas. „Eine gute Zukunft beginnt nicht erst mit einem finanziellen Polster für später“, betont Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler und kritisiert damit das von der ÖVP vorgeschlagene „Zukunftsdepot“.

Die Caritas hat einmal mehr eine armutsfeste Kindergrundsicherung gefordert und Kritik an dem von der ÖVP vorgeschlagenen Zukunftsdepot geäußert, mit dem Eltern für ihre Kinder steuerfrei Geld ansparen können sollen. Die Hilfsorganisation warnt nach dem Familienbonus vor einer neuen staatlichen Förderung für Kinder, von der ihrer Ansicht nach vor allem Familien mit größeren finanziellen Spielräumen profitieren würden. „Es ist richtig, in die Zukunft unserer Kinder zu investieren. Aber staatliche Unterstützung muss alle Kinder erreichen – unabhängig davon, wie viel Geld ihre Eltern selbst auf die Seite legen können“, sagt Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler. Wer selbst wenig oder gar nichts ansparen könne, profitiere weniger.

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Kinderarmut: Startguthaben greift zu kurz

Nach den Plänen der ÖVP sollen Eltern ab der Geburt eines Kindes ein steuerfreies Depot anlegen können. Der Staat soll ab 2027 ein Startguthaben von 500 Euro beisteuern. Jährlich sollen bis zu 5.000 Euro eingezahlt werden können. Das an den Finanzmärkten angelegte Geld soll erst ab dem 18. Geburtstag entnommen werden dürfen. Bis dahin sollen weder Kapitalertragsteuer (KESt) noch Kontoführungsgebühren anfallen.

Echte Chancen

Ein Startguthaben von 500 Euro sei zwar eine Unterstützung, könne aber eine armutsfeste Absicherung, gute Bildung und verlässliche Betreuung nicht ersetzen, so Tödtling-Musenbichler zum Zukunftsdepot. „Eine gute Zukunft beginnt nicht erst mit einem finanziellen Polster für später. Sie beginnt damit, dass Kinder heute ohne Armut aufwachsen und unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern echte Chancen bekommen. Genau daran muss sich eine Politik für Kinder messen lassen“, so die Caritas-Präsidentin.

Kinderarmut: Der Druck auf Familien steigt

Die Bundesregierung habe eine Kindergrundsicherung angekündigt und sich zum Ziel gesetzt, Kinderarmut zu halbieren. Gleichzeitig erhöhten aber die weiterhin hohen Lebenshaltungskosten und Sparmaßnahmen den finanziellen Druck auf armutsgefährdete Familien. Das zeige sich gerade am Schulbeginn: Dann kämen zusätzliche Ausgaben für Schulsachen, Beiträge und Schulveranstaltungen hinzu, während die Kosten für Wohnen, Lebensmittel und Energie weiterhin hoch blieben. Was es jetzt brauche, sei eine Kindergrundsicherung, die wirksam vor Armut schützt, sowie gute und leistbare Kindergarten- und Nachmittagsbetreuung inklusive Verpflegung. 

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  • Kathpress
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