Grünwidl ruft zu Gebet und Friedenseinsatz auf

Ausgabe Nr. 45
  • Weltkirche
Autor:
Grünwidl ruft zu Gebet und aktiver Teilnahme an Friedensbemühungen auf. ©Schönlaub

Zum 40. Jahrestag des Weltfriedenstreffens von Assisi ruft Erzbischof Josef Grünwidl zu Gebet, interreligiösem Dialog und aktivem Einsatz für Frieden und Zusammenhalt auf.

Wien, 22.10.2026 - Am 27. Oktober 1986 setzte Papst Johannes Paul II. ein Zeichen von weltweiter Bedeutung: Erstmals lud er Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Weltreligionen ins italienische Assisi ein, um in einer Zeit großer internationaler Spannungen gemeinsam für den Frieden zu fasten und zu beten.

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Ein historisches Treffen mit aktueller Botschaft

Am 27. Oktober 1986 setzte Papst Johannes Paul II. ein Zeichen von weltweiter Bedeutung: Erstmals lud er Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Weltreligionen ins italienische Assisi ein, um in einer Zeit großer internationaler Spannungen gemeinsam für den Frieden zu fasten und zu beten.

„Vier Jahrzehnte nach dem ersten Friedenstreffen hat die Botschaft von Assisi nichts von ihrer Aktualität verloren.

Kriege, Terrorismus, gesellschaftliche Polarisierung und neue Formen von Hass und Ausgrenzung bedrohen den Zusammenhalt unserer Gesellschaften.

Zugleich wächst die Sehnsucht nach Verständigung, nach respektvollem Miteinander und nach Wegen zu einem gerechten und dauerhaften Frieden“, unterstreicht Erzbischof Josef Grünwidl die Bedeutung des Treffens.

Grünwidl: Friedenstreffen als Zeichen der Diplomatie

Heuer findet das internationale Friedenstreffen erneut in Assisi statt. Gerade in einer Zeit weltweiter Unsicherheit schenken solche Begegnungen Hoffnung und bauen Brücken. Der Geist von Assisi lädt uns alle ein, die anderen nicht als Gegner, sondern als Mitmenschen zu sehen und gemeinsam nach Wegen des Friedens zu suchen“, so Grünwidl, der in dem Treffen ein wichtiges Zeichen von Diplomatie und Austausch sieht.

Aufruf zu Gebet und aktiver Friedensarbeit

Der Geist von Assisi erinnert daran, dass Frieden nicht allein durch politische Entscheidungen oder wirtschaftliche Maßnahmen entsteht. Frieden beginnt im Herzen der Menschen. Er wächst dort, wo Menschen beten, einander zuhören, Vorurteile überwinden und gemeinsam Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen.

„Als Erzbischof von Wien möchte ich das vierzigjährige Jubiläum des Treffens von Assisi zum Anlass nehmen, diesen Geist neu lebendig werden zu lassen. Ich lade die Gläubigen unserer Erzdiözese sowie alle Menschen guten Willens ein, sich in den kommenden Wochen und Monaten an Initiativen zu beteiligen, die dem Frieden, dem Dialog und der Begegnung dienen“, ruft Grünwidl zu Gebet und zur Übernahme von Verantwortung für das Gemeinwohl auf.

Initiativen für Frieden und interreligiösen Dialog

Dazu können gehören:

  • das persönliche und gemeinschaftliche Gebet für den Frieden;

  • ökumenische und interreligiöse Gebetsfeiern für den Frieden;

  • Vorträge, Podiumsgespräche und wissenschaftliche Veranstaltungen zur Bedeutung des Assisi-Prozesses;

  • Begegnungen und Foren für junge Menschen zu den Themen Dialog, Friedensarbeit und Gewaltfreiheit;

  • gemeinsame soziale und humanitäre Projekte von unterschiedlichen Religionsgemeinschaften und zivilgesellschaftlichen Initiativen.

Grünwidl: „Der Friede beginnt dort, wo Menschen einander mit Respekt begegnen“

„Das lebendige Vermächtnis von Assisi kann auch heute Menschen inspirieren. Bitten wir Gott um Frieden für unsere Welt, für Europa, für unser Land und für alle Regionen, die von Krieg, Gewalt und Ungerechtigkeit geprägt sind. Denn der Friede beginnt dort, wo Menschen einander mit Respekt begegnen und gemeinsam den Mut haben, Hoffnung zu stiften“, so Grünwidl abschließend.

Friedensgebet 2026: „Entwaffneter und entwaffnender Frieden“

Das Gebet zum 40-Jahr-Jubiläum steht unter dem Motto „Entwaffneter und entwaffnender Frieden“ (Unarmed and Disarming Peace). Vom 25. bis 27. Oktober 2026 werden fast 400 Vertreterinnen und Vertreter aus Religionen, Kulturen, Zivilgesellschaft und Politik aus über 50 Ländern in Assisi zusammenkommen.

Insgesamt werden rund 5.000 Menschen zu dem Treffen erwartet, darunter auch Papst Leo XIV. und der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I.

Autor:
  • Erzdiözese Wien/ Redaktion
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