Gott selber ist Liebe

Meinung
Ausgabe Nr. 51
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Jozef Niewiadomski (74) ist emeritierter Professor für Dogmatik an der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck.
Jozef Niewiadomski (74) ist emeritierter Professor für Dogmatik an der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck.
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Jozef Niewiadomski (74), emeritierter Professor für Dogmatik verkündet, dass Gott eine durch Liebesbeziehungen sich in alle Ewigkeit konstituierende Gemeinschaft von Personen ist.

Gottessohn, o wie lacht.“ Millionenfach werden zu Weihnachten diese Worte mit Begeisterung gesungen. Und dies weltweit. Viele Menschen mögen da an die lachenden Kleinkinder denken und den Ausspruch: „Das Kind sehe ja göttlich aus.“ Und das ist gut so. Ob auch jemand beim Anblick eines geschundenen Menschen, eines Menschen, der sterbend nach Atem ringt, etwas Ähnliches denken wird? Wohl kaum! 

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Gott in den Menschen finden

Gottessohn, o wie lacht.“ Millionenfach werden zu Weihnachten diese Worte mit Begeisterung gesungen. Und dies weltweit. Viele Menschen mögen da an die lachenden Kleinkinder denken und den Ausspruch: „Das Kind sehe ja göttlich aus.“ Und das ist gut so. Ob auch jemand beim Anblick eines geschundenen Menschen, eines Menschen, der sterbend nach Atem ringt, etwas Ähnliches denken wird? Wohl kaum! Der römische Hauptmann hat aber auf Golgota ein solches Bekenntnis abgelegt. Beim Anblick des elendig am Kreuz sterbenden Jesus rief er doch aus: „Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.“ 

GOTT ist Liebe

Was soll man dann von Jesus selber denken, der sterbend nach Worten ringt und stammelt: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Der von Gott verlassene Sohn Gottes versus das lachende Kind in der Krippe: Gibt es da den roten Faden, der mich durch das scheinbar Widersprüchliche führt? Das „religiöse Erdbeben“, das Jesus durch sein Leben und sein Geschick ausgelöst hat, verlangte nach einer neuen Sprache. Das einfache Bekenntnis, Gott liebt die Menschen, sendet ihnen seine Propheten, klang schal angesichts der Wucht dessen, was mit Jesus in die Geschichte eingebrochen ist. Ein radikal neues Paradigma kommt nun ins Zen­trum der religiösen Sprache: Gott selber ist Liebe! Sie ist der Vollzug seines Wesens. Gott ist also keine in sich ruhende Monade, vielmehr eine durch Liebesbeziehungen sich in alle Ewigkeit konstituierende Gemeinschaft von Personen. Lieben, Geliebtsein und Mitgeliebtsein kreieren die Personen von Vater, Sohn und Geist. 

Der Menschensohn

Der Sohn (also das göttliche Geliebtsein) wird in Jesus von Nazareth Mensch. Er kostet alle Dimensionen des menschlichen Lebens aus, erlebt deswegen selbst das Gefühl der Gottverlassenheit im Sterben. Damit er als Gottverlassener alle Gottverlassenen dieser Erde auffangen kann. Denn: In seiner Menschwerdung hat sich dieser Sohn Gottes mit allen Menschen verbunden. Darin liegt auch der tiefste Grund für die unendliche Würde der menschlichen Person. Und der Faszination von Weihnachten.

Der Kommentar drückt seine persönliche Meinung aus.

Autor:
  • Jozef Niewiadomski
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