Frieden predigen?

Meinung
Ausgabe Nr. 6
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Martina Kronthaler (59) ist Generalsekretärin der Lebensschutzorganisation „aktion leben“.
Martina Kronthaler (59) ist Generalsekretärin der Lebensschutzorganisation „aktion leben“. ©Franziska Safranek

Martina Kronthaler, Generalsekretätin der Lebensschutzorganisation „aktion leben“, schreibt über die Aussage von Papst Leo XIV. in der er Mutter Teresa zitiert, die „Abtreibung als größten Zerstörer für den Frieden“ bezeichnete.

Die Achtung der Menschenrechte und des Völkerrechts ist unabdingbar. Wir können versuchen, Argumente anderer zu verstehen und Aussagen in ihrer Gesamtheit zu betrachten. Leo XIV. hat Mutter Teresa zitiert, die „Abtreibung als größten Zerstörer für den Frieden“ bezeichnete. Die SPÖ-Frauen starteten daraufhin die Facebook-Kampagne „Frieden predigen? Aber Rechte absprechen? Kein Frieden ohne Selbstbestimmung“. 

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Frieden und Selbstbestimmung

Aus dem Ganzen gerissen kann diese Äußerung von Leo XIV. Frauen, die an Kriegen leiden, tief verletzen. In seiner Rede rief der Papst die Politik auf, denen zu helfen, die in materieller und spiritueller Not sind. Er kritisierte bereits vielfach fundamentalistische politische Bewegungen, die Abtreibung ablehnen, aber inhumane Abschiebepolitik, Hartherzigkeit gegenüber Schwachen begrüßen. Damit stärkt er jene, die gegen solche Menschenrechtsverletzungen aufstehen. 

Frauen in Notlagen

Was wünsche ich mir von den SPÖ-Frauen im Sinne eines friedlichen Dialogs? Einen sachlichen Dialog über das Thema und ein gemeinsames Erarbeiten konkreter Maßnahmen zur Prävention von Schwangerschaftsabbrüchen, zu Information über ergebnisoffene  Schwangerenberatung, über Hilfe für schwangere Frauen in Notlagen. Und ein Anerkennen, dass es bei einem Schwangerschaftsabbruch auch um das Leben eines Kindes geht. Wir wissen aus vielen Gesprächen, wie schwer eine solche Entscheidung für eine Frau ist. Frauen brauchen gerade in diesem Thema Zusammenhalt. Die Selbstbestimmung und Freiheit der Entscheidung von Frauen in der Frage des Schwangerschaftsabbruchs ist für uns von aktion leben wichtig, Und es ist für uns kein Widerspruch, ebenso daran zu erinnern, dass es immer auch um das Leben eines Kindes geht. 

Frieden: Mitgefühl und Hilfsbereitschaft

In diesem Sinn bittet die aktion leben um eine differenzierte Sichtweise und eine sensible Sprache, die Mitgefühl und Hilfsbereitschaft stärkt. Und schauen wir auf das Gute, das so viele Menschen in der Kirche gerade für schwangere Frauen und eine elternfreundliche Gesellschaft leisten und als Bürgerinnen und Bürger in Österreich erbringen.

Der Kommentar drückt ihre persönliche Meinung aus!

Autor:
  • Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin der aktion leben österreich.
    Martina Kronthaler
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