Wenn der Papst spricht

Hirtenhund
Ausgabe Nr. 10
  • Hirtenhund
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©Der SONNTAG

Der Kirchenhund bellt diese Woche über die Worte des Papstes zum den US-Angriffen im Iran und über die Verfolgung von Christinnen und Christen weltweit.

Sie hat alle Hände voll zu tun in diesen Tagen, „Unsere Liebe Frau von Arabien“. Die rund 75 Jahre alte Figur in der Kathedrale von Kuwait trägt nicht nur üppiges Geschmeide und Krone, sondern ein nicht minder üppiges Jesus-Kindlein auf dem Schoß. Und als Schutzpatronin der Apostolischen Vikariate Nord- und Südarabien, sprich: der Golfregion, dürfte sie aktuell mit der Bearbeitung unzähliger Bitt- und Stoßgebete beschäftigt sein. Angst vor weiterer Eskalation auf der einen Seite; Hoffnung auf einen nachhaltigen Umsturz des Regimes im Iran auf der anderen Seite. 

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Papst über Krieg und Gewalt

Was soll man tatsächlich sagen zu der plötzlichen, ja eruptiven Eskalation einer Situation, die schon seit Jahren die Menschen im Iran belastet hat? Bleibt bei aller Zustimmung dazu, dass Krieg und Gewalt keine Mittel der Politik sein sollten, nicht doch auch ein schaler Nachgeschmack, wenn Papst Leo dazu aufruft, die „Spirale der Gewalt“ zu stoppen und zu einem „vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog“ zurückzukehren? Worüber hätte man mit einem Ayatollah Khamenei und seinen Revolutionsgarden ernsthaft einen Dialog führen sollen, außer über die Preisentwicklung beim Öl? Und wenn der Apostolische Vikar von Südarabien, Bischof Paolo Martinelli, die Notwendigkeit eines weiteren Dialogs zwischen den Weltreligionen bekräftigt, dann ist das gewiss richtig und auch ganz im Sinne des „Dokuments über die Brüderlichkeit aller Menschen“, das Papst Franziskus 2019 mit dem sunnitischen Sheikh Ahmed el-Tayeb unterzeichnet hat. Aber es lenkt doch den Blick auf eine falsche Fährte – nämlich jene, dass wir es im Iran aktuell vorrangig mit einem Religionskonflikt zu tun haben. 

Verfolgungssituation der Christen weltweit

Gewiss, im „Weltverfolgungsindex“ von „Open Doors“, der die Verfolgungssituation der Christen weltweit erhebt, kann der Iran seit Jahren den 10. Platz der „Best of Evil“-Länder behaupten. Aber der christliche Blick lenkt zugleich davon ab, dass die militärische Eskalation ihren Ursprung im iranischen Atomprogramm und der israelischen Angst hat; und dass derzeit Muslime gegen ein theokratisches islamisches Regime, dessen Ungerechtigkeiten und wirtschaftliche Unfähigkeit aufbegehren. 1979 war ein islamisches Regime noch ein Hoffnungsträger gegen die totalitäre Herrschaft Reza Pahlavis. Nach fast 50 Jahren sitzt es selber auf der Anklagebank. Wenn Christen sich dabei mit ihrer Nebenklage dem Prozess anschließen, ist das nur recht und billig – und gibt Anlass zur Hoffnung. Bis es so weit ist, tut die Gottesmutter in Figur „Unserer Lieben Frau von Arabien“ aber wohl gut daran, weiterhin zu schweigen und sich der Säuglingspflege zu widmen.

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