Orden fördern Artenvielfalt

Schöpfungsverantwortung
Ausgabe Nr. 22
  • Leben
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Artenvielfalt: Wunderschöne Margeriten blühen im „Wilden Barockgarten“ in Stift Rein.
Artenvielfalt: Wunderschöne Margeriten blühen im „Wilden Barockgarten“ in Stift Rein. ©Stift Rein

Artenvielfalt wird im Zisterzienserstift Rein, der Benediktinerabtei Seckau und dem Gymnasium Meinhardinum von Stift Stams großgeschrieben.

Als wahre Pioniere in Sachen Biodiversität haben sich in Österreich Ordensgemeinschaften und ihre Ordenseinrichtungen hervorgetan. „Wir können auf Werte zurückgreifen, die schon unsere Vorfahren geleitet haben“, sagt Schwester Anneliese Herzig, Leiterin des Bereichs Mission und Soziales der Österreichischen Ordenskonferenz. „So gibt es etwa klösterliche Regeln, die im Kloster Bereiche vorsehen, die nicht wirtschaftlich genutzt werden, sondern der Meditation und dem Staunen über die Vielfalt dienen sollen.“ Zu den Vorreitern in diesem Bereich zählen das Zisterzienserstift Rein, die Benediktinerabtei Seckau und das Gymnasium Meinhardinum von Stift Stams.

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„Wilder“ Barockgarten in Stift Rein

Das Zisterzienserstift Rein in der Steiermark gestaltete seinen Stiftsgarten als ersten „wilden“ Barockgarten, als naturnahen Gegenentwurf zu klassischen, streng gepflegten Anlagen. Auf rund 7.000 Quadratmetern prägen artenreiche Wildblumenwiesen mit regionalem Saatgut den Garten. Diese werden traditionell und abschnittsweise gemäht, um Insekten und Kleintiere zu schützen. Ein Kräuter- und Bauerngarten beherbergt Heil- und Gewürzpflanzen als wichtige Nahrungsquelle für Bestäuber. Heimische Sträucher und Bäume wie Holler, Vogelbeere, Schlehe oder Korbweide sowie alte steirische Obstsorten und der seltene Altai-Apfel sollen die Vielfalt fördern. Ein Sandarium bietet Wildbienen Nistplätze, ein Reptilienbiotop schützt Echsen, Schlangen und Kröten. Wasserflächen wie Bach und Brunnen versorgen Tiere und fördern weitere Wasserorganismen.

Nachhaltiger Klosterwald in Seckau fördert Artenvielfalt

In der Benediktinerabtei Seckau wird seit 35 Jahren der 170 Hektar großeKlosterwald nachhaltig genutzt. Statt großflächige Kahlschläge zu setzen, werden einzelne, reife Bäume geerntet. Diese wohl überlegten menschlichen Eingriffe ähneln dabei den natürlichen Störungen. So konnten Schäden durch Wind, Schnee und Borkenkäfer bisher gut abgefedert werden. Seltene Baum- arten werden gezielt erhalten, zusätzlich wird stehendes und liegendes Tot-holz zur Besiedelung für Totholzkäfer und holzabbauende Pilze bereitgestellt.

„Grünes Klassenzimmer“ in Stift Stams

Und auch das Meinhardinum – das Gymnasium und Aufbaurealgymnasium des Zisterzienserstifts Stams – hat ausgehend von einer ungenutzten Wiese am Schulareal einen vielfältigen Naturraum geschaffen, der Lebensräume bietet, ökologische Kreisläufe erlebbar macht und als „grünes Klassenzimmer“ dient. Die Gestaltung orientiert sich dabei an ökologischen Prinzipien: heimische Pflanzen, eine Hecke mit essbaren Früchten, Obstbäume, eine Kräuterspirale, Hochbeete und ein Teich fördern die Artenvielfalt und ermöglichen Insekten einen natürlichen Lebensraum.
 

Artenvielfalt: Ungestörte Wiesenflächen und Totholzbereiche

Auch eine Eidechsenburg, ungestörte Wiesenflächen, Totholzbereiche und eine geodätische Kuppel, die aus vielen miteinander verbundenen Dreiecken besteht, als Rankgerüst sind im Garten zu finden. Diese Elemente bieten Rückzugsorte für Tiere und schaffen Lernanlässe für Themen wie Klimaschutz, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft. Der Garten entwickelt sich laufend weiter – durch Pflanzaktionen, Beobachtungen und Pflege im Unterricht. In den Pausen bietet der Garten außerdem Platz für Entspannung, Sport und Spiel.

Autor:
  • Kathpress
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