Neue Chance für haftentlassene Frauen

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Bei der Eröffnung des Mutter-Kind-Hauses durchschneiden Thomas Böck (Collegialität Privatstiftung), Nicole Meissner (Geschäftsführerin St. Elisabeth-Stiftung), Josef Grünwidl (Erzbischof), Markus Reiter (Bezirksvorsteher Neubau) gemeinsam das Band.
Bei der Eröffnung des Mutter-Kind-Hauses durchschneiden Thomas Böck (Collegialität Privatstiftung), Nicole Meissner (Geschäftsführerin St. Elisabeth-Stiftung), Josef Grünwidl (Erzbischof), Markus Reiter (Bezirksvorsteher Neubau) gemeinsam das Band. ©Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub
Erzbischof Josef Grünwidl spricht Eröffnungsworte.
Erzbischof Josef Grünwidl betonte: "Wichtiger als deine Vergangenheit ist deine Zukunft. Es ist unsere Kernaufgabe als Kirche, Menschen am Rand unserer Gesellschaft zu begleiten." ©Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub
Bundesministerin für Justiz Anna Sporrer spricht Eröffnungsworte.
Justizministerin Anna Sporrer: „Mit dieser Einrichtung schaffen wir einen sicheren Raum, in dem Frauen nach ihrer Haftentlassung neu anfangen können." ©Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub
Thomas Böck von der Collegialität Privatstiftung übergibt den Spendenscheck an das Mutter-Kind-Haus.
Thomas Böck von der Collegialität Privatstiftung übergibt den Spendenscheck an das Mutter-Kind-Haus Justitia Collegialität. ©Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub

Das erste Mutter-Kind-Haus Österreichs für haftentlassene Frauen wurde jetzt eröffnet. Es bietet bietet ehemals inhaftierten Müttern und ihren Kindern einen geschützten Wohnraum sowie ganzheitliche Hilfe auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

Am Donnerstag, dem 25. Juni 2026, wurde in der Burggasse im siebten Wiener Gemeindebezirk das Mutter-Kind-Haus Justitia Collegialität feierlich eröffnet. Die Eröffnung nahmen Anna Sporrer, Bundesministerin für Justiz, Josef Grünwidl, Erzbischof von Wien, und Nicole Meissner, Geschäftsführerin der Sankt Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Justiz, Sozialarbeit und der Zivilgesellschaft vor.

Das Projekt ist das erste seiner Art in Österreich und bietet haftentlassenen Müttern mit ihren Kindern Wohn- und Unterstützungsangebote, um nach der Haft ein selbstbestimmtes und sicheres Leben führen zu können. Auch Frauen, die allein leben, steht das Mutter-Kind-Haus offen. 

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Mutter-Kind-Haus: Zuhause für Neuanfang

Bei der Eröffnung unterstrich Justizministerin Anna Sporrer die Bedeutung des Mutter-Kind-Hauses für die erfolgreiche Resozialisierung der Bewohnerinnen: „Mit dieser Einrichtung schaffen wir einen sicheren Raum, in dem Frauen nach ihrer Haftentlassung neu anfangen können. Hier bieten wir ihnen die entscheidenden Voraussetzungen für einen gelungenen Übergang in ein selbstbestimmtes Leben: stabile Wohnverhältnisse, gezielte Unterstützung und die Stärkung familiärer Bindungen. Damit leisten wir nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Zukunft der betroffenen Frauen und ihrer Kinder, sondern auch für die Sicherheit unserer gesamten Gesellschaft, weil erfolgreiche Resozialisierung Rückfälle verhindert.“

Es ist unsere Kernaufgabe als Kirche, Menschen am Rand unserer Gesellschaft zu begleiten und ihnen zu zeigen: Wichtiger als deine Vergangenheit ist deine Zukunft.

Erzbischof Josef Grünwidl

Ein Segen für das Mutter-Kind-Haus

Erzbischof Josef Grünwidl segnete das neue Projekt und erklärte: „Es ist unsere Kernaufgabe als Kirche, Menschen am Rand unserer Gesellschaft zu begleiten und ihnen zu zeigen: Wichtiger als deine Vergangenheit ist deine Zukunft. Genau das möchten wir in diesem Mutter-Kind-Haus für haftentlassene Mütter und ihre Kinder ermöglichen.“

„Was hier im Kleinen beginnt, wirkt weit in unsere Gesellschaft hinein.“

Nicole Meissner

Das Mutter-Kind-Haus Justitia wirke weit in die Gesellschaft hinein, sagte Nicole Meissner von der St. Elisabeth-Stiftung: „Mit dem Mutter-Kind-Haus Justitia Collegialität schaffen wir einen Ort der Sicherheit, Orientierung und Zuversicht – einen Ort, an dem Frauen und ihre Kinder Halt finden, neue Perspektiven entwickeln und die Chance auf einen selbstbestimmten Neuanfang erhalten. Was hier im Kleinen beginnt, wirkt weit in unsere Gesellschaft hinein.“

Unterstützung für haftentlassene Frauen

Frauen machen zwar nur 6,89 Prozent der Insassinnen und Insassen in österreichischen Justizanstalten aus, doch nach der Haft stehen sie vor besonders komplexen Herausforderungen: Wohnungslosigkeit, Obsorgefragen, gesundheitliche Belastungen und die Integration in den Arbeitsmarkt.

Das Mutter-Kind-Haus Justitia Collegialität will hier eine Lösung bieten. Das Projekt umfasst 15 Wohneinheiten für haftentlassene Frauen mit ein bis drei Kindern, interdisziplinäre Betreuung in den Bereichen Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Psychotherapie, Arbeitsintegration durch Berufsorientierung, Bewerbungstraining und AMS-Vermittlung, Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung und Vermeidung von Kindesabnahmen, Vermeidung von Rückfällen durch Stabilisierung der Lebensverhältnisse, Bildungs- und Freizeitangebote für Mütter und Kinder. 

Das Mutter-Kind-Haus Justitia Collegialität wurde durch die finanzielle Unterstützung der Erzdiözese Wien, des Bundesministeriums für Justiz und der Privatstiftung Collegialität ermöglicht.

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