Indigene Völker stehen unter Druck

Brasilien
Ausgabe Nr. 48
  • Weltkirche
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Gegen Die Vertreibung von Indigenen kämpfen Kardinal Leonardo Steiner, Marcley Pataxó vom Volk der Pataxó und Generalsekretär von CIMI, Luis Ventura Fernández.
Gegen Die Vertreibung von Indigenen kämpfen Kardinal Leonardo Steiner, Marcley Pataxó vom Volk der Pataxó und Generalsekretär von CIMI, Luis Ventura Fernández. ©Dreikönigsaktion

Kardinal Steiner, Präsident des Indigenenmissionsrates der brasilianischen Bischofskonferenz, warnt vor Gewalt gegen indigene Völker in Brasilien.

Am Freitag, den 21. November 2025 ging die UNO-Weltklimakonferenz im brasilianischen Belém zu Ende. Bei der Koferenz haben tausende Indigene protestiert, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Gemeinsam mit Marcley Pataxó des indigenen Volkes der Pataxó im Bundesstaat Bahia und CIMI-Generalsekretär, Luís Ventura Fernández, stellte Kardinal Steiner Ende Oktober den aktuellen Bericht über Gewalt gegen indigene Völker vor. Die Präsentation erfolgte im Vorfeld der Weltklimakonferenz COP30 (10. bis 21. November in Belém/Brasilien) auf Einladung der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar.

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Vertreibung von indigenen Völkern

Übergriffe, Vertreibungen und evangelikale Kirchen bedrohen die Lebensgrundlage und Spiritualität indigener Gemeinschaften in Brasilien: Ihre prekären Lebensbedingungen seien von illegalem Bergbau oder Abholzung geprägt, erläuterte Kardinal Leonardo Steiner, Erzbischof von Manaus und Präsident des Indigenenmissionsrates der brasilianischen Bischofskonferenz (CIMI), in Wien.  CIMI dokumentiert unter anderem eine deutliche Zunahme von Bedrohungen. Als Hauptgrund nennt der Bericht das 2023 beschlossene Gesetz 14.701, das den sogenannten „zeitlichen Rahmen“ für die Anerkennung indigener Territorien festlegt. Nur Land, das bereits 1988 – im Jahr der brasilianischen Verfassung – bewohnt war, kann seither als indigenes Gebiet anerkannt werden. 

Massive Zunahme von Gewalt gegen indigene Völker

Laut CIMI führte dies zu einer massiven Zunahme von Konflikten, Angriffen und Landraub sowie Todesfällen. Kardinal Steiner verlangte deshalb in Wien erneut, dass das Gesetz aufgehoben werde. Neben Landkonflikten, zerstören illegale Minen, Rodungen für Soja- und Viehzucht sowie Brandstiftungen indigene Lebensräume, verschmutzen Flüsse und gefährden die Gesundheit ganzer Dörfer. Die Ausbreitung der Agrarindustrie trage folglich auch zur Zerstörung des Amazonasgebietes und zur globalen Klimakrise bei, warnt der CIMI-Bericht.„Wir lassen uns nicht entmutigen. Wir sind Menschen der Hoffnung“, sagte Steiner zum Widerstandsgeist der indigenen Bevölkerung. Der Erzbischof von Manaus hob zudem die Bedeutung der Selbstorganisation indigener Gruppen hervor, die wichtig sei, um sich gegen Repressionen zu wehren. 

Autor:
  • Cornelia Grotte
  • KAP
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