Freier Eintritt
Ihnen gesagt
Der Kölner Dom hat nun also ernst gemacht und verlangt für rein touristische Besuche 12 Euro Eintritt. Ja, dürfen sie denn das? Ich persönlich bin eine absolute Gegnerin des Eintritts für sakrale Gebäude – es sei denn, man nimmt eine Dienstleistung in Anspruch wie eine Führung, ein Konzert oder einen bequemen Aufzug, um sich einen Turmaufstieg zu ersparen.
Was tun in Köln?
Was tue ich nun in Köln? Es gibt für Gläubige doch noch eine Option, die bekannteste Kirche Deutschlands kostenfrei zu besuchen, aber sozusagen nicht umsonst: Denn gratis eintreten dürfen Besucherinnen und Besucher, die an einem Gottesdienst teilnehmen, eine Kerze anzünden oder beten wollen. Sie erhalten jedoch nur zu bestimmten Bereichen Zugang. Zahlende Gäste haben einen anderen Vorteil: Sie können den gesamten Kirchenraum besichtigen. Die Gruppen sollen über verschiedene Eingänge auseinandergehalten werden.
Der Nebeneffekt vom Eintritt
Und dann gibt es einen interessanten Nebeneffekt: Einen regelrechten Ansturm erlebte der Förderverein des Kölner Doms. In der Woche nach Bekanntgabe der Eintrittshöhe stellten rund 1.200 Menschen einen Mitgliedsantrag beim Zentral-Dombau-Verein. Normalerweise sind es nur etwa 20 pro Woche. Denn Mitglieder müssen nun keinen Eintritt für den Kölner Dom zahlen, weil sie mit ihren Mitgliedsgebühren bereits zum Erhalt der Kathedrale beisteuern. Der Mindestbeitrag beträgt 20 Euro pro Jahr. Wenn man also zweimal pro Jahr den Kölner Dom besichtigt, ist man auf der Gewinnerseite. Oder wir geben den kleineren Kirchen in unseren Gemeinden eine Chance – 365 Tage im Jahre finden wir nämlich Gotteshäuser, die man einfach nur betreten muss. Machen wir es doch, gerade in den kommenden Urlaubswochen, denn auch wir verabschieden uns mit dieser Doppelnummer bis zu Ausgabe 30 am 26. Juli.