Wenn man den Papst 50 Jahre lang verpasst

Anekdoten
Ausgabe Nr. 27
  • Heiter bis heilig
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Die Audienzen vom Papst finden in der Regel auf dem Petersplatz statt.
Die Audienzen vom Papst finden in der Regel auf dem Petersplatz statt. ©Wikicommons / Greg O'Beirne

Den Papst einmal aus der Nähe zu erleben, zählt zweifellos zu den Höhepunkten im Leben jedes Katholiken. Umso schlimmer, wenn eine geplante Audienz platzt.

Der frühere Chefredakteur der Wochenzeitung „Die Furche“ Heiner Boberski bezeichnet sich selbst als „begnadeten Versäumer von Papstaudienzen“. 

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Zum ersten Mal den Papst versäumt

Die erste versäumte er 1963. Sein Vater war bei einem Journalistenkongress in Rom und nahm die Familie mit. Auf dem Programm stand auch eine Audienz bei Johannes XXIII. Boberski war damals 12 Jahre alt. Die Familie stand schon an der Treppe, die zum Apostolischen Palast hinaufführt, wo die Schweizer Garde steht. Auf einmal kam die Mitteilung: „Die Audienz ist abgesagt, dem Papst geht es gesundheitlich nicht gut.“ Statt der Audienz erteilte der todkranke Papst einen apostolischen Segen.

1985 war Heiner Boberski wieder in Rom bei einem Journalistenkongress mit Audienz, diesmal bereits als Redakteur der Furche. Er konnte aber erst einen Tag nach Kongressbeginn anreisen. Als er ankam, wurde ihm gesagt: „Die Papst­audienz ist vorverlegt worden, sie hat schon stattgefunden.“ 
Im Jahr 2006 nahm er erneut an einer Journalistenreise nach Rom mit Papst­audienz teil. Wegen Nebels konnte das Flugzeug aber erst später starten und landete mit zwei Stunden Verspätung in Rom. Da war die Audienz bei Benedikt XVI. bereits vorbei. 

Der vierte Anlauf den Papst zu treffen

Bei der Journalistenreise 2012 ging Boberski naheliegenderweise davon aus, dass wieder etwas die Audienz verhindern würde. Und tatsächlich: Die Wache ließ die Journalisten nicht hinein, weil sie auf der falschen Seite waren. Sie hätten es nicht mehr rechtzeitig geschafft, wenn sie um den ganzen Petersplatz gehen hätten müssen. Da kam zufällig ein ehemaliger Nuntius in Österreich vorbei, der die Gruppe kannte. Er verbürgte sich bei der Wache für sie. Und so kam Heiner Boberski beim vierten Anlauf, nach 50 Jahren, endlich zu einer Papstaudienz. 

©Wiener Domverlag

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Autor:
  • Bernadette Spitzer
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