Eine Republik der Götter

SONNTAGs-Jause
Ausgabe Nr. 109
  • Sonntagsjause
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Der gebürtige Schweizer Milo Rau empfiehlt einen Zopf mit Appenzeller Käse und Bündnerfleisch: „E guete Appetit!“
Der gebürtige Schweizer Milo Rau empfiehlt einen Zopf mit Appenzeller Käse und Bündnerfleisch: „E guete Appetit!“ ©Bea Borgers

Am 26. 4. 2026 ist Milo Rau, der Theatermacher der Wiener Festwochen, in der SONNTAGs-Jause zu Gast. In der Jause verrät Rau einiges zum diesjährigen Programm, das viel mit Göttern zu tun hat.

Die Wiener Festwochen – bereits seit 75 Jahren – abzuhalten, gehört fast zur DNA der Stadt. Dafür steht Intendant und Theater­macher Milo Rau auch 2026, dem Jubiläumsjahr des Festivals. 

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Wiener Festwochen unter dem Motto: Eine Republik der Götter

Heuer gibt es eine „Republic of Gods“ – eine Republik der Götter. Gottesstaaten und Politiker, die sich mit dem Papst anlegen, regen zu vielfältigen Auseinandersetzungen an, argumentiert Milo Rau. Wenn er an die katholische Kirche denkt, beobachtet er sehr wertschätzend:

„Der Glaube ist fast im Widerspruch zur Macht.“

Milo Rau bezeichnet sich außerdem als Atheist im Privatleben und als Gläubigen auf der Bühne. Im Podcast erzählt er auch, warum die katholische Kirche in der heutigen Zeit humanisierend wirkt.

Götter, Performances und ein Glaubenstribunal bei den Wiener Festwochen

Die Auslegungen von Künstlerinnen wie Florentina Holzinger (bekannt durch ihre heftig kritisierte Inszenierung „Sancta“) in den einzelnen Performances versprechen Widerspruch und viel Diskussionsstoff in alle Richtungen.

Dann gibt es auch eine Kirche als Austragungsort: In der Elisabethkirche im vierten Bezirk wird über eine neue Liturgie gesprochen: State of Faith. „Der Glaube begann als Ver­sprechen. Doch er wurde zu einer Grenze, die quer durch die Köpfe der Menschen geht“, so die ukrainische Aktivistin Inna Shevchenko.

„Wenn der Glaube überleben soll, muss er auf­hören, vor der Macht zu knien und sich mit denen verbünden, die sich weigern, überhaupt zu knien.“

Beim „Glaubenstribunal“ ist Mitmachen übrigens erwünscht – aber Vorsicht, „man kann auch aus dem Saal geführt werden!“, warnt Milo Rau. 

Keine Angst vor den Wienern

Für kontroversielle Festwochen ist ab 15. Mai gesorgt. Im Podcast verrät der Intendant übrigens, wovor er ein wenig Angst hat – Wien und die Wiener sind es jedenfalls nicht.

©istock

Rezept


Bündnerfleisch-Zopf mit Appenzeller Käse à la Milo Rau

Zutaten (für den Zopf-Teig):

  • 750 Gramm Zopfmehl (in der Schweiz ist eine Mischung aus Weizen- und Dinkelmehl - das Geheimnis für einen geschmeidigen Teig)
  • zweieinhalb Teelöffel Salz
  • 30 Gramm Hefe
  • ein Teelöffel Zucker
  • 90 Gramm weiche Butter weich
  • fünf Deziliter Milch (lauwarm)

 

Zutaten (für die Füllung):

  • 180 Gramm Crème fraîche
  • zwei Prisen Salz
  • etwas Muskatnuss gerieben
  • 100 Gramm Appenzeller Käse, bekannt für seinen sehr kräftigen, würzigen Geschmack, grob gerieben
  • 150 Gramm Bündnerfleisch - eine Spezialität des Kantons Graubünden: es handelt sich um gepökeltes und von Fett befreites Rindfleisch

 

Zubereitung:

Das Mehl und alle Zutaten bis auf die Milch und die Butter in einer Schüssel gut mischen. Anschließend die Butter und die Milch zugeben, mischen und zu einem glatten Teig kneten. Zugedeckt bei Raumtemperatur etwa 15 Stunden stehen und auf das Doppelte aufgehen lassen. Danach den Teig auf wenig Mehl auswallen und in der Mitte halbieren.


Für die Füllung: Crème fraîche würzen und den Teig damit bestreichen. Je nach Belieben belegen, in dieser Variante mit Bündnerfleisch und Käse. Form: Jedes Teigstück auf der Längsseite aufrollen. Dann aus den zwei Teigrollen einen Zopf binden und mit Eigelb bestreichen. Bei 200 Grad im vorgeheizten Ofen für 40 bis 45 Minuten backen.


E guete Appetit!

Autor:
  • Sophie Lauringer
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