Die Frauen um Jesus: gute Freundinnen
Biblische Freundschaften - Teil 4
Wirkliche gute, ja „dicke“ Freundinnen dürften jene oft übersehenen Frauen gewesen sein, die Jesus und seine Jünger schon im heimatlichen Galiläa unterstützt haben. Das Lukasevangelium (Kapitel 8, Verse 2 und 3) weiß: „Die Zwölf begleiteten ihn und auch einige Frauen, die von bösen Geistern und von Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, aus der sieben Dämonen ausgefahren waren, Johanna, die Frau des Chuzas, eines Beamten des Herodes, Susanna und viele andere. Sie unterstützten Jesus und die Jünger mit ihrem Vermögen.“
Freundinnen: Treu bis unter das Kreuz
Diese vermögenden Frauen, deren Namen unterschiedlich überliefert sind, standen auch beim Kreuz. Im Lukasevangelium heißt es (Kapitel 23, Vers 49): „Alle seine Bekannten aber standen in einiger Entfernung, auch die Frauen, die ihm von Galiläa aus nachgefolgt waren und die dies mit ansahen.“ Der Evangelist Johannes nennt in seinem Evangelium (Kapitel 19, Vers 25) konkrete Namen: „Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.“ Auch Matthäus zählt in seinem Evangelium Frauen auf (Kapitel 27, Verse 55 und 56) und er spricht von „vielen Frauen“ beim Kreuz: „Auch viele Frauen waren dort und sahen von Weitem zu; sie waren Jesus von Galiläa aus nachgefolgt und hatten ihm gedient. Zu ihnen gehörten Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus und des Josef, und die Mutter der Söhne des Zebedäus.“
Keine Eifersüchteleien
Die Frauen blieben nicht untätig, berichtet Lukas (Kapitel 23, Verse 55 und 56): „Die Frauen in seiner Nachfolge, die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren, sahen das Grab und wie der Leichnam bestattet wurde. Dann kehrten sie heim und bereiteten wohlriechende Salben und Öle zu.“ Die Frauen fanden das leere Grab und kehrten zu den elf Aposteln zurück und erzählten, was sie erlebt hatten. Laut Lukas (Kapitel 24, Vers 10) waren dies „Maria von Magdala, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus, und die übrigen Frauen mit ihnen.“ Der Evangelist Markus (Kapitel 16, Vers 1) kennt noch den Namen einer anderen Frau: „Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle.“ Dass diese Frauen im Unterschied zu den Aposteln gute Freundinnen ohne Eifersüchteleien waren, beweist indirekt der Rangstreit der Jünger. Unterwegs nach Kafarnaum in Galiläa hatten die Apostel „auf dem Weg miteinander darüber gesprochen, wer der Größte sei“, berichtet das Markusevangelium (Kapitel 9, Vers 34).