Adieu, Toni!

Ihnen gesagt
Ausgabe Nr. 22
  • Meinung
2027 warten nach 30 Jahren Dienst am Dom neue Aufgaben auf Toni Faber.
2027 warten nach 30 Jahren Dienst am Dom neue Aufgaben auf Toni Faber. ©Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub

Chefredakteurin Sophie Lauringer über den Abschied von Toni Faber als Dompfarrer im Wiener Stephansdom.

Ich kann die Gespräche über den stets authentischen Toni Faber nicht zählen. Alle haben eine Meinung über ihn, egal ob sie den Dompfarrer persönlich oder nur von Boulevard-Medienauftritten kennen, auf welchem Tanzparkett auch immer. Sein Interview in der Süddeutschen Zeitung hat mir im Vorjahr den Heiligen Abend ziemlich vermiest. 

Werbung

Toni Faber als Menschenfreund

Die journalistische Absicht heiße ich nicht gut, zu Weihnachten darüber zu schreiben, wie die Kirche „so einen aushält“. Im Interview erklärt er: „Wenn ich mit meiner Botschaft der Menschenfreundlichkeit immer nur in der Kirchenzeitung Beachtung fände, so würde ich nur 0,1 Prozent der Leute erreichen.“ Diese flapsig formulierte Einschätzung haben weder die Leserinnen und Leser noch unsere Kirchenmedien verdient. Und dann gibt es die andere Seite von Toni Faber, wenn seine Berufung als Priester und Menschenfreund spürbar ist. Vor wenigen Wochen hat er mit Tränen in den Augen berührend über ein Erstkommunionkind gesprochen, das als Scheidungswaise nach der Erstbeichte Angst vor dem Loslassen eines Luftballons hatte. Diese herzerwärmenden Momente haben bei uns Platz, ganz ohne Seitenblicke.

Toni Faber geht nach 20 Dienstjahren am Dom

2027 warten nach 30 Jahren Dienst am Dom neue Aufgaben auf ihn. Erzbischof Josef Grünwidl und er sind darüber im gemeinsamen Gespräch und Gebet – es wird keine Schmutzwäsche gewaschen. Ich finde das wohltuend, auch wenn wir lange auf die Information gewartet haben. Ebenso lange haben wir im SONNTAG keine Spekulationen betrieben. 

Adieu, Toni Faber!

Adieu, Toni! Dieser Abschiedsgruß bedeutet wörtlich „zu Gott (hin)“, man meinte damit früher auch „Gott befohlen“. Ich bin sicher: Toni Faber wird weiterhin an vielen Orten und bei vielen Menschen willkommen sein, denn unbestritten ist er ein begeisterter Seelsorger und das will er auch bleiben.

Schlagwörter
Werbung

Neueste Beiträge

| Spiritualität
Glaubenszeugnis

Als junge Frau wollte Margit Jachimow in ferne Länder gehen, um dort den Menschen von Gott zu erzählen. Stattdessen klopft die 70-Jährige seit 42 Jahren für Legio Maria an Wohnungstüren in Döbling.

| Termine
Termintipp

Auf der Sportanlage in Röschitz kommt es am 31. Mai zu einem Fußball-Highlight. Die österreichische Priesternationalmannschaft trifft auf die heimische Winzer-Auswahl.

| Papst
Enzyklika „Magnifica humanitas“

„Magnifica humanitas“ („Die großartige Menschheit“): So heißt die erste Sozialenzyklika von Papst Leo XIV., die am Pfingstmontag, 25. Mai, im Vatikan vorgestellt wurde. Vereinfacht gesagt geht es darin um die „Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“.