Weil unser Herz die Krippe ist

Prüller
Ausgabe Nr. 51
  • Die Kirche und ich
Autor:
Michael Prüller
©Stephan Schönlaub

Michael Prüller kommentiert den kritischen Artikel über christliche Gruppen und Gemeinschaften, wo der Lobpreis eine große Rolle spielt. Geschrieben wurde dieser von einem Kirchenmusikexperten.

Vor wenigen Tagen las ich einen kritischen Artikel eines Kirchenmusikexperten über christliche Gruppen und Gemeinschaften, bei denen sogenannte Lobpreismusik eine große Rolle spielt. Ein Satz hat mich, wie man heute sagt, richtig geflasht: „Gott wird in diesen Gemeinschaften nicht gedacht oder erhofft, sondern erfahren.“ Das ist vom Autor als Vorwurf an diese Gruppen gedacht! Nun ist mir schon klar, dass eine Christusnachfolge, die sich in Gefühlen erschöpft und in der Lebensführung nichts verändert, keine Nachfolge ist. Aber wenn sich Gebet (und dazu gehört auch ein gesungener Lobpreis dazu) von vornherein damit begnügen soll, sich Gott irgendwie als Möglichkeit vorzustellen – wozu ist dann Gott im Stall von Bethlehem Mensch geworden; erfahrbar, spürbar, berührbar, umarmbar? Weil das die Weihnachtsnummer des SONNTAG ist, will ich Ihnen Mut und Neugier darauf machen, Gott nicht nur zu denken oder zu erhoffen. 

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Krippe in Bethlehem

Denn Gott ist da. Er kann von uns erfahren werden, weil er uns näher ist als wir uns selbst. „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Und „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Das hat Christus allen zugesagt, die seine Freundschaft suchen und sich ihm, der längst schon in unserem Herzen ist, öffnen – etwa auch im Singen. Vom Theologen Karl Rahner stammt der Satz: „Der Fromme von morgen wird ein ‚Mystiker‘ sein, einer, der etwas ‚erfahren‘ hat, oder er wird nicht mehr sein.“ Und es gibt die Erfahrung des Heiligen Geistes – dessen Gegenwart sich dadurch ausdrückt, dass spürbar die Liebe wächst, die man im Herzen trägt. Ich habe das selber erfahren – als unverhofftes, aber ersehntes Geschenk. Lassen Sie sich, schon gar zu Weihnachten, das Sehnen nicht nehmen!  

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Autor:
  • Michael Prüller
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