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Ausgabe Nr. 25
  • Meinung
Der Wiener Arzt und Theologe Johannes Huber (rechts) ist vergangenen Freitag in Stift Heiligenkreuz mit dem Thomas-Morus-Preis ausgezeichnet worden.
Der Wiener Arzt und Theologe Johannes Huber (rechts) ist vergangenen Freitag in Stift Heiligenkreuz mit dem Thomas-Morus-Preis ausgezeichnet worden. © Elisabeth Fürst
Der Preis, vom Alten Orden von St. Georg zum dritten Mal vergeben, ehrt damit Personen „die im öffentlichen Leben kompromisslos ihr Bekenntnis zur christlichen Werteordnung bezeugt haben und ihrem christlichen Gewissen gefolgt sind“.
Der Preis, vom Alten Orden von St. Georg zum dritten Mal vergeben, ehrt damit Personen „die im öffentlichen Leben kompromisslos ihr Bekenntnis zur christlichen Werteordnung bezeugt haben und ihrem christlichen Gewissen gefolgt sind“. © Elisabeth Fürst
Verliehen wurde der Thomas-Morus-Preis im Stift Heiligenkreuz.
Verliehen wurde der Thomas-Morus-Preis im Stift Heiligenkreuz. © Elisabeth Fürst
Chefredakteurin Sophie Lauringer mit Johannes Huber.
Chefredakteurin Sophie Lauringer mit Johannes Huber. © Elisabeth Fürst
Laudator Professor Matthias Beck meinte, es sei ein Drama, dass es – wann auch immer – zum Bruch zwischen Glaube beziehungsweise Theologie und den Naturwissenschaften kam. Es gelte, die „Einheit in Verschiedenheit“ wiederherzustellen.
Laudator Professor Matthias Beck meinte, es sei ein Drama, dass es – wann auch immer – zum Bruch zwischen Glaube beziehungsweise Theologie und den Naturwissenschaften kam. Es gelte, die „Einheit in Verschiedenheit“ wiederherzustellen.
© Elisabeth Fürst
© Elisabeth Fürst

Chefredakteurin Sophie Lauringer gratuliert Johannes Huber zum Thomas-Morus-Preis, der ihm vergangenen Freitag verliehen wurde.

Johannes Huber sagte mir anlässlich der Thomas-Morus-Preisverleihung (siehe Bild der Woche), dass er dem SONNTAG immer gerne eine Wortspende gibt. Daher hier einige Impulse aus seiner Dankrede:

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Thomas-Morus-Preis: Dankesrede von Johannes Huber

In der antiken Seefahrt gab es eine nautische Richtlinie: non plus ultra – nicht über die Säulen des Herkules hinaus zu segeln, die heutige Straße von Gibraltar, denn dort lauerte das das Ende der Welt. Nach der Entdeckung Amerikas änderte die spanische Krone diese Empfehlung in plus ultra (immer weiter) – wir wagen uns dennoch hinaus. Würde man diese beiden Sätze von der Schifffahrt auf die religiöse Musikalität der Jetztzeit umlegen, so kämen wir wieder in die antike Denkweise zurück – non plus ultra. Eine Jenseitigkeit – plus ultra – gibt es für die derzeitige Diesseitigkeit nicht. Das Leben – und das ist „common opinion“ – sollte nur hier in seiner Immanenz reichlichst aufgefasst werden, um alles im Diesseits anzusiedeln und der Erde treu zu bleiben. Die Erhebung des Konsums zum Maß aller Dinge gleicht einer säkularen Investitur. Non plus ultra – man bricht alle Brücken zu anderen Seinsweisen ab. Die transzendentale Verarmung der Gegenwart ist gewaltig. 

Es muss vor ca. 1,7 Millionen Jahren gewesen sein, als es zu einer explosions­ähnlichen Vergrößerung unseres Großhirns kam und unsere Vorahnen die ausgestreckte Hand des Schöpfers angeboten bekamen. Und als dann der erste Mensch – symbolisch gesprochen – den Kopf hob, schaute er in eine Offenheit hinaus, aus der ihm DOPPELTES entgegenkam. Diese Sensibilität für Transzendentes wurde zur Mitgift unserer Gehirnentwicklung. Der Wiener Psychotherapeut Otto Kernberg fasst es so zusammen: „Aufgrund dieser Evolution hat der Mensch Gott entdeckt – und nicht erfunden.“

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