Totentanz und Himmelfahrt
Ihnen gesagt
Ganz nah beisammen liegen Tod und Auferstehung – der Abschied von der Welt und die Aufnahme bei Gott. Der Metnitzer Totentanz erzählt in diesen Tagen vom ersten Teil. Die Botschaft der mittelalterlichen Darstellung ist eindringlich, wie im Schlusssatz zusammengefasst: „Tretet all zu meinem Reigen dar, die ihr das Leben schon habt gegeben in Gottes Händ zum seligen End!“
Keiner entkommt dem Tod
Keiner entkommt dem Tod, ein Handel ist ausgeschlossen. Ob Kleinkind oder Herrscher, ob ausgestattet mit Befugnissen wie ein Richter oder ob rechtloser Bettler: Der Tod begleitet alle hinüber, nicht bedrohlich, aber strikt. Manche warten schon auf ihn, wie die alte Frau. Was als Volksstück gezeigt wird, hat Stil, ja muss den Vergleich mit dem (überschätzten Text des) Jedermann nicht scheuen und führt alle Generationen zusammen. Eine Kärntner Dorfgemeinschaft schafft ein eindringliches Spiel und Erleben vor dem alten Karner, in dem die Toten noch heute aufgebahrt werden. Schön, dass es das noch gibt!
Tod und Himmelfahrt
Und schön, dass wir uns am 15. August wieder an Maria erinnern, jene Mutter, die den Tod des eigenen Sohnes erleben muss und die selbst Aufnahme bei Gott findet. Unzählige Darstellungen erinnern an dieses Ausnahmeereignis unseres Glaubens. Die Volksfrömmigkeit liebt und feiert die Himmelskönigin ohne Wenn und Aber. Ihr Fest wird auch „Großer Frauentag“ genannt. Zu recht, denn ohne Maria hätten wir weniger Hoffnung, weniger Stärke und weniger Trost. So mag auch eines der beliebtesten Lieder ihr zu Ehren wieder an den Totentanz erinnern: „Segne du, Maria, unsere letzte Stund! Süße Trostesworte flüstre dann dein Mund! Deine Hand, die linde, drück das Auge zu, bleib im Tod und Leben unser Segen du.“