Kannst du das überhaupt?

Meinung
Ausgabe Nr. 12
  • Meinung
Autor:
Maria Habersack ist Vorstandsvorsitzende der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs. Sie spricht über die Führungsposition von Frauen.
Maria Habersack ist Vorstandsvorsitzende der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs. Sie spricht über die Führungsposition von Frauen. ©Privat

Maria Habersack (66) ist Vorstandsvorsitzende der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs. Sie schreibt über Frauen in Führungspositionen.

Eine scheinbar wohlmeinende Frage – gestellt an mich, als ich die Geschäftsführung der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs (VOSÖ) übernommen habe. Im Austausch mit anderen Frauen zeigt sich, dass Zweifel an weiblicher Führungskompetenz weder im kirchlichen noch im öffentlichen Kontext Einzelfälle sind. Frauen haben daher sehr oft das Gefühl, einen deutlich höheren Einsatz zeigen zu müssen, um in ihren Positionen anerkannt zu werden und möglichen Vorurteilen entgegenzutreten. Es mag sein, dass Frauen anders führen, jedoch rechtfertigt dies nicht Kommentare wie: Frauen seien zu emotional und es fehle ihnen an Rationalität, um wirklich führen zu können.

Werbung

Frauen in kirchlichen Führungspositionen

Auch wenn sich Frauen in kirchlichen Führungspositionen in den letzten Jahren etabliert haben, so ist das Drittel, das die Bischofskonferenz 2021 beschlossen hat, noch immer nicht erreicht. Von möglichen 50 % weibliche Führungskräfte sind wir meilenweit entfernt. Auffällig ist auch, dass Frauen nach wie vor zu einem überwiegenden Teil in klassisch weiblichen Berufsfeldern – Bildung und Soziales – als Führungskräfte tätig sind …

Männer und Frauen in einer Führungsposition

Es gibt aber auch andere Entwicklungen: In meiner Tätigkeit für die Orden erlebe ich, dass die ausgewogene Besetzung von Führungspositionen zwischen Männern und Frauen umgesetzt ist. Die Ordenskonferenz wird in den wichtigsten Positionen von Frauen geführt: die Vorsitzende, die Generalsekretärin, viele Bereichsleiterinnen, Geschäftsführerinnen, Vorstandsvorsitzende – ein Hoffnungszeichen für die Kirche?!

Frauennetzwerk

Um die Gegenwart und Zukunft von Frauen in Führungspositionen zu fördern, zu unterstützen und zu begleiten, haben engagierte Frauen eine Initiative für ein Frauennetzwerk gestartet: „Frauen.Führen.Kirche“.  Mit dem Ziel „Vernetzen – Fördern – Stärken“ wollen wir Frauen auch in diesem Kontext stärker sichtbar machen und die Chancengleichheit von Frauen und Männern in Kirche und Gesellschaft voranbringen. 

In Zeiten, in denen restaurative Kräfte die Rückkehr zu traditionellen Geschlechterrollen propagieren, ist ein solches Netzwerk wichtiger denn je! 

Autor:
  • Maria Habersack
Werbung

Neueste Beiträge

| Wien und Niederösterreich
Industrieviertelakademie

„Wie geht Frieden – im Kleinen wie im Großen?“: Unter diesem Motto stand die Industrieviertelakademie am 12. März im Wiener Neustädter Bildungszentrum Sankt Bernhard.

| Heiter bis heilig
Anekdoten

Pfarrer Ulrich Dambeck aus Edlitz im Dekanat Kirchschlag hat jahrelang in Volksschulen Religion unterrichtet.

| Spiritualität
Glaubenszeugnis

Stefan Viktorin-Pomper, 40, ist seit fast zwei Jahrzehnten technischer Sachbearbeiter im Stift Klosterneuburg. Seit 19 Jahren ist er außerdem Mitglied der Stiftsfeuerwehr.