Ihr Kinderlein kommet

Der Hirtenhund
Ausgabe Nr. 1
  • Hirtenhund
Autor:
Zu Weihnachten sollte es nicht nur um Geschenke gehen.
Zu Weihnachten sollte es nicht nur um Geschenke gehen. ©pixabay
©Der SONNTAG

Weihnachten ist wahrlich ein Geschenk des Himmels. Das gilt – natürlich – im Blick auf den Kern des Festes, die Geburt Jesu, die Feier der Menschwerdung Gottes.

Aber es gilt auch in vielerlei anderer, manchmal überraschend „säkularer“, ja, banaler Perspektive. Das zeigt ein Blick in die Statistik. Statistik wird zwar gemeinhin als wenig sexy und eher kühle Materie gesehen. Aber bei genauerer Betrachtung bietet sie in manchen Details geradezu herzerwärmende Einsichten. Bekannt ist, dass Weihnachten den Menschen hierzulande mehr als nur das Herz öffnet: So gaben die Österreichernden im vergangenen Jahr im Durchschnitt 360 Euro für Weihnachtsgeschenke aus – vor allem für Gutscheine, Spielzeug und Bücher, lese ich. Insgesamt 2 Milliarden Euro. Wenn man die schöne Tradition des „Zehnten“ beherzigen würde und also 10 Prozent davon als Spenden für wohltätige Zwecke aufgebracht würden – es käme ein hübsches Sümmchen zusammen.

Werbung

Feier zur Geburt Jesu

An der weihnachtlichen Festtafel überfrisst sich die weihnachtliche Festgemeinde in Österreich außerdem am liebsten an Raclette. Immerhin ein Viertel der Haushalte (was rund einer Million entspricht) schiebt unterm Christbaum kleine überfüllte Schäufelchen mit allerlei rohem Gemüse, Fisch, Fleisch und viel, viel Käse unter überforderte Heizstäbe. Und wenn alles zu einer fettigen Pampe verschmolzen ist, spült man den Kloß mit viel, viel Bier und Wein herunter. Schließlich will unsere Top-Position beim Alkoholkonsum – Platz 6 im weltweiten Ranking – verteidigt werden! Heißer Tipp zur Kehlenkühlung: das neue „Konventbier“ des Stifts Göttweig. Oder wer’s weinselig mag, dem sei ein besonders segensreiches Tröpfchen empfohlen: der Welschriesling „Franz Lackner“ vom Weingut Lackner Tinnacher. „Der harmonische Körper zeigt Noten von reifer Birne und Haselnuss und wird von einer feinen Säure und salzigen Mineralität getragen, die im Abgang lange nachhallt.“ Gemeint ist der Wein, nicht der Salzburger Erzbischof. 

Missratene Geschenke zur Feier

Leicht beschwingt lässt sich so nicht nur ein verita­bler Darmverschluss abwenden, sondern auch die gröbsten Familienstreitigkeiten überstehen. Diese drehen sich nicht selten um missratene Geschenke. Da hilft im Vorfeld eine Recherche unter einschlägigen Geschenkplattformen. Was sind die beliebtesten Geschenke? Der Algorithmus empfiehlt etwa das 6er-Dosen-Set „FrohSecco Edition Ingo“ mit Flamingos und Nikolausmütze. Ein Kracher, der gerade unter Geschäftsleuten gut ankomme. Eine andere Website empfiehlt als weihnachtlichen Topseller einen Doppelpack Männerduschgel in Form von zwei Motoröl-Dosen. Speziell für Frauen empfiehlt die Website ein „Schießtraining Pistole und Revolver“ in Traiskirchen. So steht einem besinnlichen Weihnachten nichts mehr im Wege. Übrigens widerspricht eine weitere aktuelle Statistik der Rede von Weihnachten als Fest der Konflikte und Katastrophen: So kommen am 26. September die meisten Kinder in Österreich auf die Welt. 21.140 waren es zuletzt, um genau zu sein. Wenn man neun Monate zurückrechnet, so erweist sich Weihnachten also unabweisbar als Fest der Liebe. Ihr Kinderlein kommet.  

Autor:
  • Hirtenhund
Werbung

Neueste Beiträge

| Weltkirche
Erstes außerordentliches Konsistorium unter Leo XIV.

Anderthalb Tage berieten die Kardinäle aus Kurie und Weltkirche mit Papst Leo XIV. über Zukunftsfragen. Kardinal Schönborn konnte wegen einer hartnäckigen Erkältung nicht nach Rom reisen.

| History
Vier-Päpste-Jahr vor 750 Jahren

1276 erlebte die Kirche ein einzigartiges Ausnahmejahr: In diesem Jahr bestiegen innerhalb weniger Monate gleich vier Männer den Stuhl Petri. Ein Theologieprofessor, ein erfahrener Diplomat und ein gelehrter Arzt folgten Gregor X. in rascher Abfolge – begleitet von langen Wahlgängen, politischen Machtkämpfen, großen Reformhoffnungen und frühen Todesfällen. Das bislang einzige Vier‑Päpste‑Jahr der Kirchengeschichte wirft ein Schlaglicht auf eine Zeit tiefgreifender Umbrüche und auf eine Kirche zwischen geistlichem Anspruch, innerem Reformstau und europäischer Machtpolitik.

| Wien und Niederösterreich
Bischofsweihe von Josef Grünwidl

Neun Tage vor der Bischofsweihe und Amtseinführung von Josef Grünwidl laufen in Wien die Vorbereitungen für das kirchliche Großereignis auf Hochtouren. Am Samstag, 24. Jänner, wird der gebürtige Weinviertler um 14 Uhr im Stephansdom zum 33. Erzbischof von Wien geweiht.