Heilende Hände

Hirtenhund
Ausgabe Nr. 16
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Überschattet von der Polemik des US-Präsidenten Donald Trump hat Papst Leo XIV. am Montag seine zehntägige Afrikareise begonnen. Auf dem Weg nach Algerien wies er noch im Flugzeug Trumps Kritik zurück.
Überschattet von der Polemik des US-Präsidenten Donald Trump hat Papst Leo XIV. am Montag seine zehntägige Afrikareise begonnen. Auf dem Weg nach Algerien wies er noch im Flugzeug Trumps Kritik zurück. ©Vatican Media
Der Hirtenhund bellt diese Woche über Yoga und eine vermeintliche neue Religiosität.
Der Hirtenhund bellt diese Woche über Yoga und eine vermeintliche neue Religiosität. ©Der SONNTAG

Der Hirtenhund bellt diese Woche über die wütenden Postings von US-Präsident Donald Trump gegen Papst Leo XIV und ein seltsames KI-Bild.

Donald Trump als leuchtender Heilsbringer, darüber die US-Flagge, Kampfjets am Himmel, eine betende Frau an seiner Seite. So sieht sich der US-Präsident offenbar. Das auf seinem Social-Media-­Portal verbreitete KI-Bild wurde inzwischen nach Kritik u. a. von christlichen Kirchen im eigenen Land wieder entfernt. Er fühle sich durch die Kritik missverstanden, jaulte Trump. „Es sollte mich als Doktor zeigen, der Leute gesünder macht. Und ich mache Leute gesünder.“ Wie zur Bekräftigung der Gesundheitsoffensive ließ sich der US-Präsident am Abend vor laufenden Kameras zwei Papiersäcke voller Burger und Pommes vom Fast-Food-Dealer seines Vertrauens liefern. 

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Kritik an Papst

Eigentlich müsste man ja lachen über diesen präsidentialen BigMac im Weißen Haus, würde er nicht ständig Grenz­überschreitungen begehen. Wie mit seiner Kritik an Papst Leo. Dieser sei „eine Katastrophe in der Außenpolitik“ und überhaupt solle Leo bitteschön dankbar sein: „Wäre ich nicht im Weißen Haus, wäre Leo nicht im Vatikan.“ Ein Papst von Gottes Gnaden quasi. Also solle Leo die Füße stillhalten und sich nicht ständig in Dinge einmischen, die ihn nichts angingen: „Ich will keinen Papst, der den Präsidenten der Vereinigten Staaten kritisiert“, murrte das patzige dicke Kind im Weißen Haus. 

Kritik vom Papst an Kriegspolitik

Was soll das, mag man sich fragen. Wozu diese ständige Eskalation? Könnte der US-­Präsident die vatikanische Kritik an seiner Kriegspolitik nicht einfach aussitzen? Er schert sich doch auch sonst um nichts und niemanden. Nein. Denn so ein kommunikativer Super-GAU ist eigentlich ganz im Sinne des Fahrplans seiner MAGA-Bewegung: Dieser sieht vor, Aufmerksamkeit mit Belanglosigkeiten zu binden und die medialen Kanäle mit Mist zu verstopfen. Dazu noch eine Prise Erlösungspathos, Einschüchterung und Umbau der Justiz, rastloser Aktionismus und eine militärische Dauermobilisierung – und fertig ist die neofaschistische Gesellschaftsordnung. 

Trump mit den eigenen Waffen schlagen?

Wie lang es wohl noch dauert, bis auch der hiesige Herbert nicht mehr nur biblische Sprüche missbraucht, sondern offensiv visuelle Heilsbringer-Attitüden inszeniert? Vielleicht, indem er einem demolierten VW Phaeton heilend die Hand auflegt? Hätte ich Zugriff auf die KI-Accounts des Vatikans, ich würde versuchen, Trump mit den eigenen Waffen zu schlagen. Etwa mit dem  Prompt: „Generiere mir ein Bild im Comic-Stil, das Papst Leo im leuchtend weißen Gewand zeigt, wie er einem kranken US-Präsidenten segnend die Hand auf die Stirn legt. Und Leo soll dabei murmeln: ‚Vergib ihm, Herr, auch wenn er eine Katastrophe in der Außen­politik ist.‘“

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