„Freie Religionen in einem freien Staat“

Interreligiöse Konferenz
Ausgabe Nr. 20
  • Weltkirche
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Interreligiöser Dialog könne nicht genug bewertet werden, so Bischof Werner Freistetter auf der interreligiösen Konferenz an der Uni Wien.
Interreligiöser Dialog könne nicht genug bewertet werden, so Bischof Werner Freistetter auf der interreligiösen Konferenz an der Uni Wien. ©Universität Wien/Helene Ziegler

Zu einem positiven Umgang mit religiöser Vielfalt gibt es in der Welt von heute keine Alternative. Das war der Tenor einer interreligiösen Tagung am 29. April an der Universität Wien. Veranstalter waren das Institut für Religion und Transformation an der Uni Wien und das österreichische Außenministerium.

„Das Prinzip einer freien Kirche in einer freien Gesellschaft, so ist es 1952 in dem Mariazeller Manifest katholischerseits formuliert worden, drückt aus, was heute noch gültig ist. Im aktuellen interreligiösen Kontext würde ich es ein Stück weiter formulieren: Freie Religionsgemeinschaften in einem freien Staat. Das ist eine Basis, die wir in Österreich genießen und auf der gute, konstruktive interreligiöse Beziehungen möglich sind“, so Markus Ladstätter, Professor für Religionswissenschaft und Interreligiöse Bildung am Augustinum in Graz, am Rande der interreligiösen Tagung in Wien. Ladstätter referierte zum Thema des Umgangs mit religiöser Vielfalt. 

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Best-Practice-Modelle für religiöse Vielfalt

Weitere Vortragende von österreichischer Seite waren unter anderem Militäsrbischof Werner Freistetter, die evangelische Bischöfin Cornelia Richter, der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural, und der Präsident der Buddhistischen Religionsgesellschaft, Gerhard Weißgrab. Die Konferenz war eingebettet in den bilateralen interkulturellen und interreligiösen Dialog Österreichs mit Indonesien. 

In vier Panel-Vorträgen wurden Best-Practice-Modelle für den interreligiösen Dialog vorgestellt.  Von österreichischer Seite kamen außerdem unter anderem der Leiter des Kultusamtes, Florian Welzig, der Leiter der Taskforce Dialog der Kulturen und Religionen, Alexander Rieger, und die Religionssoziologin und Pastoraltheologin Regina Polak zu Wort. Weiters etwa auch der Militärseelsorger Stefan Gugerel sowie der Wiener Theologe Kurt Appel.

Interreligiöser Dialog von großer Bedeutung

Bischof Werner Freistetter erinnerte in seinem Impulsvortrag an den Besuch von Papst Franziskus 2024 in Indonesien, wo er gemeinsam mit muslimischen Würdenträgern für gegenseitige Wertschätzung und den gemeinsamen Einsatz für Frieden und Menschenrechte warb. Die Bedeutung des interreligiösen Dialogs könne nicht hoch genug bewertet werden, zeigte sich ­Freistetter überzeugt.

„Die katholische Kirche ist hier, um Frieden und Harmonie zu fördern.“

Pater Marcus Solo

Interreligiöse Konferenz: Dialog auch mit der säkularen Gesellschaft wichtig

Wie wichtig neben dem interreligiösen Dialog auch der Dialog mit einer zunehmend säkularen Gesellschaft ist, betonte Regina Polak: „Es stehen alle Religions­gemeinschaften miteinander vor der Herausforderung, ihre je eigenen Traditionen auch in einer säkularen Gesellschaft zu kommunizieren. Insofern trägt jetzt auch speziell die Forschung an der Universität Wien dazu bei, dass die zukünftigen Gläubigen und Vertreter von Religionsgemeinschaften in der Lage sind, Dialog auch mit einer säkularen Gesellschaft zu führen.“ 

„Gewalt ist nicht der Weg zum wahren Frieden“

An der Konferenz nahmen außerdem eine hochrangige indonesische Delegation sowie Vertreter des Internationalen Dialog­zentrums KAICIID teil. Für den Vatikan war der Dialog-Experte Pater Marcus Solo vom Dikasterium für den Interreligiösen Dialog nach Wien gekommen. Er zeigte sich erfreut, über die Fortschritte beim Thema interreligiöser Dialog in seinem Land zu hören, es sei aber noch viel Arbeit zu leisten: „Ich bin auch hier, um die Mission der katholischen Kirche zu betonen, wie Papst Leo es in den letzten Tagen im Zusammenhang mit dem Streit mit Präsident Trump getan hat. Er hat klar gesagt, dass die katholische Kirche hier ist, um Frieden und Harmonie zu fördern. Gewalt ist nicht der Weg zum wahren Frieden.“
 

Interreligiöse Konferenz: Das inoffizielle Motto lautete "Harmonie"

Bei der interreligiösen Tagung an der Universität Wien wurde auch thematisiert, wie Gesellschaft und Religionsgemeinschaften Radikalisierung vermeiden können. Die indonesischen Vortragenden brachten dazu in Bezug auf interreligiösen Dialog ein wichtiges Motto mit: „Rukun, Rukun, Rukun“ – was so viel bedeutet wie „Harmonie, Harmonie, Harmonie“.

Autor:
  • Cornelia Grotte
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