Wo fange ich an
Glaubenszeugnis
Vor vierzig Jahren zogen Heinz Kasparovsky und seine Frau vom 18. in den 13. Bezirk. Ihrer Pfarre in Währing sind sie immer treu geblieben.
Vorsitzender im Vikariatsausschuss für Liturgie
Herr Kasparovsky, Sie sind seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Kirche tätig. In welchen Bereichen sind Sie unterwegs?
Wo fange ich an? (Lacht.) Begonnen habe ich als junger Mensch im Pfarrgemeinderat als Vertreter der Jugend. Seit damals bin ich durchgehend PGR-Mitglied. Irgendwann bin ich bei der ‚Liturgie‘ gelandet und bis heute in diesem Bereich geblieben. In unserer Pfarre mit Teilgemeinden, der Pfarre Währing, bin ich für Liturgie zuständig, auch in der Dekanatskonferenz. Im Vikariatsausschuss für Liturgie bin ich Vorsitzender, dieser wiederum ist in der diözesanen Liturgiekommission vertreten. Außerdem bin ich Mitglied der Arbeitsgruppe Liturgie auf Österreichebene. Und dazu ist die Ökumene als Herzensanliegen gekommen.
Das klingt nach sehr viel Arbeit.
Neben meiner Arbeit im Wissenschaftsministerium war das alles oft sehr zeitaufwendig und mit Familie nicht immer so leicht zu vereinbaren, manchmal auch mit schlechtem Gewissen verbunden. Meine Frau ist stets hinter mir gestanden, trotzdem gebe ich zu, dass es auch öfter überfordernd war. Mein Problem oder meine Qualität – je nachdem – ist, dass ich sehr verlässlich bin. Wenn ich zu etwas ‚Ja‘ sage, ziehe ich es durch. Und deshalb gab es Situationen, da war ein Kind krank und ich bin zu einer Sitzung gegangen. Das war auch schwierig. Seit meiner Pensionierung ist es einfacher.
Liturgie ist seine Leidenschaft
Warum ist gerade die Liturgie Ihre Leidenschaft? Wie würden Sie es jemandem erklären, der damit nicht so viel anfangen kann?
In Gesprächen mit anderen verwende ich das Wort ‚Liturgie‘ meist gar nicht, weil das die Menschen abschreckt. Ich sage, dass mir das gemeinsame Feiern in der Kirche wichtig ist. Ich möchte das, was in der Kirche geschieht, zu einem gemeinsamen Erleben machen. So wie es das Zweite Vatikanum betont hat: Die Menschen sind im Gottesdienst nicht nur Publikum, sondern Beteiligte. Bei der Gottesdienstgestaltung ist mir die Teamarbeit sehr wichtig. In unserer Pfarre teilen wir die liturgischen Dienste auf viele Menschen auf. Nicht wenige sollen viel machen, sondern jeder ein bisschen etwas. Meine Aufgabe sehe ich darin, Talente zu finden.
Begonnen habe ich als junger Mensch im Pfarrgemeinderat als Vertreter der Jugend.“
Wie gehen Sie das an?
Ich kenne sehr viele Menschen und überlege mir, was jemand übernehmen könnte. Früher war ich schüchtern und wollte den Leuten nicht auf die Nerven gehen. Irgendwann hat es mir angefangen, Spaß zu machen, andere anzusprechen und zu fragen, ob sie Lust hätten, sich einzubringen. Allein in unserer Gemeinde gibt es circa achtzig Personen, die in der Liturgie mitwirken. Die muss man begleiten und ihnen immer wieder nachgehen. Wir motivieren die Leute auch zu fachlichen Weiterbildungen, zum Beispiel für Lektoren.
‚Wozu eigentlich Weiterbildung für den Lektorendienst? Lesen kann ja jeder.‘ Bekommen Sie das manchmal zu hören?
Ja, das sagen viele. Bei den Kursen gehen wir immer in ‚Klausur‘ und geben einander Rückmeldung. Wenn wir uns einen Abend lang mit dem Wort Gottes und seiner Verkündigung beschäftigen, beginnt das Wort in den Zuhörern zu leben. Letztlich geht es darum, die Liturgie schön zu gestalten und ich hoffe, dass uns das in der Pfarre gelingt. Ich schaue mir auch öfter Fernsehgottesdienste an, um zu sehen, wie andere Gemeinden feiern und was ich mir mitnehmen kann.
Liturgie im persönlichen Leben
Ist die Liturgie aus Ihrem persönlichen Leben nicht wegzudenken?
Auf jeden Fall. Der Sonntagsgottesdienst gehört für mich wesentlich dazu. Ich glaube, ich habe ihn in meinem Erwachsenenleben nicht öfter als zweimal ausgelassen. Er würde mir abgehen wie eine Mahlzeit.
Heinz Kasparovsky
Alter: 70
Wohnort: Wien 13
Lebensmotto: Pacta sunt servanda. (Das, was man verspricht, muss man halten.)
Gott ist für mich: die Quelle meines Lebens.
Sonntag bedeutet für mich: Begegnung. Das Stillen meines Hungers.