„Wegen der Liebe von Salzburg nach Wien gezogen“
Glaubenszeugnis
R obert ist seit knapp drei Jahren mit seiner Frau Heidi verheiratet und lebt mit ihr und ihrem Sohn Niklas in Wien-Favoriten.
Robert, du bist vor einigen Jahren von Salzburg wegen der Liebe nach Wien gezogen. Wie schwer ist dir diese Entscheidung gefallen?
(Lacht.) Teils schwer, teils leicht. Ich habe immer gern am Land gelebt. Ich brauche nach der Arbeit Ruhe, und die Stadt ist schon sehr hektisch. Langsam gewöhne ich mich daran. Und ich bin froh, dass wir oft in Salzburg am Land sind oder im Burgenland, wo es bei unseren Eltern jeweils einen Garten gibt. Ich mag Gartenarbeit nämlich sehr.
Gott war immer da
Wie hast du deine Frau kennengelernt?
Auf einer Partnerplattform im Internet. Ich habe sie kontaktiert, und sie hat mir geschrieben, dass sie gerade an Schweigeexerzitien teilnimmt. Was sie nicht daran gehindert hat, mit mir übers Handy zu schreiben und zu telefonieren. Das hab‘ ich sehr lustig gefunden. Das erste Mal haben wir uns dann in der Steiermark getroffen, sie ist aus Wien, ich aus Salzburg angereist.
Und wie war dieses Treffen?
Der Blitz hat eingeschlagen. Ich habe da schon die Hand Gottes gespürt. Wir hatten beide schon einige negative Erfahrungen gemacht und hatten jeder eine Vorgeschichte in Sachen Liebe. Wir haben auch beide kleine Handicaps, meine Frau stottert, ich habe eine Behinderung am Arm. Das hat uns verbunden. Wir haben uns von unserem Leben erzählt und beide gedacht: ‚Das kenne ich auch.‘ Wir haben uns gleich verstanden und recht bald war klar, dass wir zusammenpassen. Dann sind wir viel zwischen Wien und Salzburg hin-und hergefahren: Einmal ist Heidi nach Salzburg gekommen, das übernächste Wochenende ich nach Wien. So haben wir uns alle zwei Wochen gesehen.
Glaube und Gott
Hast du bewusst nach einer gläubigen Frau gesucht?
Nein. Aber es hat mir gefallen, dass Heidi in ihrem Onlineprofil geschrieben hat, dass ihr der Glaube wichtig ist. Ich bin selber in einer gläubigen Familie aufgewachsen. Mein Vater war viele Jahre im Pfarrkirchenrat, meine Mutter im Pfarrgemeinderat. In meiner Jugend gab es zwar Zeiten, in denen ich mich von der Kirche entfernt habe. Da bin ich lieber fortgegangen, nachher gleich ins Bett und nicht mehr in den Gottesdienst.
Aber der Glaube war mir immer wichtig. Ich habe in Salzburg siebzehn Jahre lang im Bildungshaus St. Virgil als Haustechniker gearbeitet. Das hat mich sehr geprägt. Dort habe ich viele Menschen getroffen, die beiden Salzburger Erzbischöfe Franz Lackner und Alois Kothgasser kennengelernt und an so manchen Veranstaltungen teilgenommen.
Du arbeitest auch in Wien in einem Haus mit kirchlichem Träger, bei den Barmherzigen Brüdern.
Das war für mich auch eine Fügung Gottes. Ich hatte zuerst die Zusage zu einem anderen Job, habe dort abgesagt und dann die Stelle als Haustechniker bei den Barmherzigen Brüdern gefunden. Darüber bin ich sehr froh. „Beim ersten Treffen mit meiner Frau habe ich schon die Hand Gottes gespürt.“ Im Alltag bin ich ja sonst eher der nüchterne Typ und sehe nicht gleich überall das Eingreifen Gottes. Aber ich bin überzeugt davon, dass Gott mich zum richtigen Job und zur richtigen Frau geführt hat.
„Beim ersten Treffen mit meiner Frau habe ich schon die Hand Gottes gespürt.“
Deine Frau und du, ihr seid vor über einem Jahr Eltern eines Buben geworden. Wie ist es für dich, Vater zu sein?
Es ist wunderschön! Ich liebe es, dabei zuzuschauen, wie sich unser Sohn Niklas entwickelt. Gerade beginnt er, allein zu essen. Da sieht dann der Esstisch dementsprechend aus. Unser Kind ist ein Geschenk Gottes. Das Wichtigste für uns ist, dass er unsere Liebe spürt. Aber ja, es ist auch herausfordernd. (Lacht.)
Robert Staudinger
Alter: 42
Wohnort: Wien 10
Lebensmotto: Sich nicht unterkriegen lassen und positiv denken.
Gott ist für mich: der, der mich leitet.
Sonntag bedeutet für mich: Erholung, Kirche, Familie.