„Zeige Leuten den Weg in die Kirche“

Glaubenszeugnis
Ausgabe Nr. 16
  • Spiritualität
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Die Tür von Ladislaus Batthyány-Strattmann im Schloss Gumpoldskirchen ist immer offen und viele Menschen schauen automatisch zuerst zu ihm herein.
Die Tür von Ladislaus Batthyány-Strattmann im Schloss Gumpoldskirchen ist immer offen und viele Menschen schauen automatisch zuerst zu ihm herein. ©Batthyány-Strattmann

Ladislaus Batthyány-Strattmann, 56, nimmt sich seinen Urgroßvater, den seligen Ladislaus, zum Vorbild, wenn es darum geht, Glaube, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Er erzählt außerdem, wie er Menschen die Kirche näher bringt.

Ladislaus Batthyány-Strattmann ist Hotelier und führt das Schloss ­Gumpoldskirchen als Beherber­gungs­betrieb und Seminarlocation. 

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Offene Kirche

Direkt neben dem Schloss befindet sich die Pfarrkirche St. Michael. Sie haben dort vor zwei Jahren ein, „Park & Pray‘-Angebot“ mitinitiiert. Das sind Stellplätze für Autos und Fahrräder vor der Kirche, die zum Gebet in die Kirche einladen. Wie kam es dazu? 

Ladislaus Batthyány-Strattmann: Ich habe von der ‚Park & Pray‘-Idee gehört und war gleich Feuer und Flamme, aus mehreren Gründen. Der Patron des Projekts ist der selige Ladislaus ­Batthyány-Strattmann, mein Urgroßvater. Er war sehr technikaffin und hatte früh ein Auto. Als Pächter des Schlosses sehe ich es außerdem als meine Aufgabe, das Kirchliche nach außen zu tragen. Deshalb motivierte ich die Pfarre und die Gemeinde, bei diesem Projekt an einem Strang zu ziehen. Die Gemeinde hat im Zuge dessen einen Fahrradständer vor der Kirche aufgestellt, und die Kirche steht zum Gebet offen. 

Den Weg in die Kirche zeigen

Sie schicken immer wieder Menschen, die zu Ihnen ins Schloss kommen, in die Kirche.

Meine Tür im Schloss ist immer offen und viele Menschen schauen automatisch zuerst zu mir herein. Im Sommer sind das sehr viele Touristen, die mit dem Rad kommen. Manchmal verirren sich sogar Leute zu mir, die meinen, ich sei der Pfarrer. Ich habe dann die schöne Aufgabe, ihnen den Weg in die Kirche zu zeigen. 

Kirche und Beruf: Dienst am Nächsten

Wie sehr zeigen Sie als Hotelier Ihren Glauben?

Ich trage meinen Glauben nach außen. Unser Haus gehört zum Beispiel zum ‚Verband Christlicher Hoteliers‘. Das sieht man auch an einer Tafel, die beim Eingang zum Schloss angebracht ist. Wir legen die Gästezeitung des Verbands auf. In jedem Zimmer gibt es außerdem eine Bibel und hängt ein Kreuz. Überhaupt, Gastfreundschaft ist ein christlicher Wert, den wir hier im Hotel leben. Auch wenn ein Gast mühsam sein sollte, ein Hochzeitspaar sehr gestresst: Ich begegne allen mit Wertschätzung und sehe das als Dienst am Nächsten.  

Glaube, Familie und Beruf

Ihr Urgroßvater war der selige Ladislaus. Wie sehr hat er Ihren eigenen Glauben geprägt?

Mein Urgroßvater war in unserer Familie seit jeher sehr präsent. Schon als kleines Kind habe ich viel von ihm gehört. Beruflich ist er mir ein großes Vorbild. Er hat, wenn auch in einer anderen wirtschaftlichen Situation und sozialen Stellung, vorgelebt, wie man Familie, Beruf und Glauben unter einen Hut bringen kann. In einer Art von ‚Trinität‘, in der das eine das andere stärkt.

Das kann herausfordernd sein.

Oft ist das eine schwieriger und stressiger als das andere, das stimmt. Manchmal kommt das Gebet zu kurz, dann wieder das Gespräch mit meiner Frau. 

„Der Patron des Projekts ,Park & Pray‘ ist mein Urgroßvater, der selige Ladislaus.“

Ladislaus Batthyány-Strattmann

Der Wert der Familie

Was haben Sie in dieser Hinsicht von Ihrem Urgroßvater gelernt?

Mein Urgroßvater war ein vielbeschäftigter Mann, als Großgrundbesitzer und Arzt mit seinen zwei Spitälern, eines in Körmend in Westungarn und eines in Kittsee, das es heute noch gibt. Aber er hat sich immer viel Zeit für seine dreizehn Kinder genommen. Mit ihnen Zuckerl gebacken oder Radio ‚gepanscht‘, so nannte er es, wenn er die Sender im Gerät suchte. In seinem Tagebuch schrieb er auf, welches seiner Kinder krank war, wie viel Fieber eines hatte. Das zeigt, wie sehr er sich um seine Kinder gesorgt hat. Der Wert der Familie – das wurde mir von klein auf mitgegeben. 

Kirche und Gebet im Alltag

Wie bleiben Sie in Ihrem Alltag, als Vater und beruflich stark eingespannt, mit Gott in Verbindung?

Das Gebet hatte bei mir wie bei jedem im Laufe des Lebens verschiedene Phasen. Als ich zum Beispiel vor einigen Jahren ohne meine Familie ein Hotel in Münster geleitet habe, hatte ich mehr Zeit und auch mehr Not fürs Gebet. Das war damals eine schwierige Zeit, getrennt von meiner Familie. Heute versuchen meine Frau und ich zusammen mit den Kindern zu beten, beim Abendgebet und am Wochenende, wo wir uns für einen Rosenkranz zusammensetzen. Ich selbst bete in der Früh im Auto den Rosenkranz. Und ich habe den Luxus, dass es hier im Schloss eine eigene Kapelle gibt, in die ich mich am Beginn des Arbeitstages ein paar Minuten hineinsetze. 

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Autor:
  • Sandra Lobnig
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