Film über Menschen auf der Flucht
Filmpräsentation
Mit der Dokumentation „Menschen auf der Flucht“ zeigten die Steyler Missionare und SOS-Balkanroute ihre Arbeit für Flüchtende in Mittelamerika und am Balkan. Produzent Anton Deutschmann erklärte, dass die Arbeit der Steyler Missionare in der Casa Betania Santa Martha der Anlass für den Film war. Man wolle die Arbeit der Steyler Missionare zeigen. Der Film sei dann gemeinsam mit SOS-Balkanroute umgesetzt worden.
Filmpräsentation und Podiumsdiskussion über Flucht
Die dabei gezeigten Schicksale gingen unter die Haut. So wurde zum Beispiel der Friedhof für auf der Flucht Verstorbene in Bihać gezeigt. Die Initiative SOS-Balkanroute sorgt dafür, dass diese Toten in dem bosnischen Ort ein würdiges Begräbnis erhalten, auch wenn man bei vielen nicht einmal mehr ihre Namen kennt. Gezeigt wurde auch die Arbeit der Steyler Missionare in Mexiko. In der Casa Betania Santa Martha finden Geflüchtete aus ganz Südamerika auf dem Weg nach Norden eine Station der Ruhe, Sicherheit und Versorgung.
Im Anschluss diskutierten Anton Deutschmann, Produzent und Geschäftsführer von steyl medien, Bruder Emanuel Huemer von den Steyler Missionaren, Petar Rosandić (Rapper Kid Pex), Mitgründer von SOS-Balkanroute, und Roswitha Feige vom Pfarrnetzwerk Asyl. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von der Leiterin der Pfarrcaritas Wien, Katharina Renner.
Rechtsfreie Räume auf der Flucht
Petar Rosandi von SOS-Balkanroute empfindet es als Privileg, seine Arbeit machen zu können. Man hätte auch schon viel geleistet. Unter anderem habe man seit Jahren sogenannte „Pushbacks“ – also illegale Zurückweisungen von Geflüchteten – dokumentiert und die Berichte Menschenrechtssprechern im Parlament übergeben. Die im Film gezeigte Stadt Bihać sei ein Ort, an dem sich die Flüchtlingsbewegung stark bemerkbar mache. Besonders in Erinnerung geblieben ist Rosandić der Rettungswagen, den sie vom Traiskirchner Bürgermeister Andreas Babler gespendet bekamen. Babler habe diesen selbst zu ihnen gefahren.
Emanuel Huemer ist für die Steyler Missionare nicht nur in Mittelamerika im Einsatz, sondern auch auf der Balkanroute unterwegs. Er sieht durchaus Parallelen im Umgang mit Flüchtlingen zwischen Mittel- und Nordamerika und Europa. Die Mechanismen, mit denen versucht wird, die Menschen von der Flucht abzuhalten, seien ähnlich. In beiden Fällen werden Gelder für Flüchtlingsunterstützungen gestrichen und es entstünden „rechtsfreie Räume“, denen Flüchtlinge zum Opfer fallen. So nennt Huemer den Fall einer Frau, die von Lateinamerika in die USA flüchten wollte und dabei von einem Grenzbeamten verfolgt und vergewaltigt wurde. Sie hat den Vorfall nicht angezeigt, denn dann hätte sie ihren Plan auf eine weitere Flucht aufgeben und sich für mindestens sechs Monate niederlassen müssen.
Minimale Humanität
Es nehme ihn immer wieder mit, wie es den Menschen auf der Flucht geht, egal wie oft er schon in Bihać war, erzählt Petar Rosandić. An die Gewalt, die ihnen angetan werde, werde er sich nie gewöhnen können. Ihm helfe in diesem Fall, dass er sich vor Augen führt, welche positiven Dinge schon geschafft wurden. „Ziel ist es, immer mehr Menschen mit einer minimalen Humanität zu infizieren, die einfach Pflicht ist, egal ob man Christ ist oder nicht“, so Rosandić.
Roswitha Feige vom Pfarrnetzwerk Asyl helfe es immer, mit jemanden darüber zu reden. Das Pfarrnetzwerk Asyl besteht seit 15 Jahren. Hier würden sowohl katholische als auch evangelische Pfarren mitmachen. Das Netzwerk organisiert nicht nur Gebete und Totengedenken für Flüchtlinge, die auf der Balkanroute gestorben sind, sondern hilft den Menschen auch bei der Integration in Österreich. Mit einem Theater zu Migrationsfragen will das Pfarrnetzwerk Asyl auf die Situation der Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen aufmerksam machen.