Die ganz begnadete Gottesmutter Maria

Was wir der Kirche verdanken
Ausgabe Nr. 49
  • Spiritualität
Autor:
Maria mit Eltern: Die junge Gottesmutter mit Mutter Anna und Vater Joachim (Wallfahrtskirche Maria Lanzendorf).
Maria mit Eltern: Die junge Gottesmutter mit Mutter Anna und Vater Joachim (Wallfahrtskirche Maria Lanzendorf). ©kathbild.at/Rupprecht;

Wir verdanken der Kirche das am 8. Dezember gefeierte „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“.

So wie das Hochfest „Verkündigung des Herrn“ (25. März) neun Monate vor der Geburt Jesu am 25. Dezember begangen wird, so wird auch neun Monate vor der Geburt Mariens (8. September) am 8. Dezember das „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“ gefeiert. „Unbefleckte Empfängnis“ lautet die missverständliche Bezeichnung für dieses Fest. Eigentlich sollte das Fest besser heißen: „Das Fest der ganz begnadeten Gottesmutter Maria“, wie der Theologe und Kardinal Walter Kasper betont. Auf den Punkt gebracht: Maria war vom ersten Augenblick ihres Lebens von aller und jeglicher Erbschuld frei. Dieses Glaubenswissen der Kirche wird im Neuen Testament nicht direkt ausgesagt, aber viele Hinweise in der Heiligen Schrift und in der Überlieferung der Kirche verweisen darauf, dass Maria die neue Eva ohne Sünde geblieben ist.

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Maria: Geboren als Kind von Anna und Joachim

Es darf auch nicht vergessen werden, dass Maria auf natürlichem Weg als Kind ihrer Eltern Joachim und Anna geboren wurde. Der Gedenktag der Eltern der Gottesmutter wird jedes Jahr am 26. Juli begangen. Die traditionsreiche Feier der Empfängnis Mariens erreichte 1476 ihren Höhepunkt, als Papst Sixtus IV. dieses Fest für die römische Kirche übernahm. 1854 hat Papst Pius IX. diese Lehre verbindlich definiert. In dem Apostolischen Schreiben „Ineffabilis Deus“, verkündet am 8. Dezember 1854, betont unsere Kirche: „Die Lehre, dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch ein einzigartiges Gnadenprivileg des allmächtigen Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erretters des Menschengeschlechtes, von jedem Schaden der Erbsünde unversehrt bewahrt wurde, ist von Gott offenbart und darum von allen Gläubigen fest und beständig zu glauben.“ 

"Fürchte dich nicht, Maria;"

Das Evangelium von diesem Hochfest (Lukasevangelium, Kapitel 1, Verse 26 bis 38) zeigt Maria, die mehr als alle anderen begnadet ist. Sie steht in der Reihe der großen Erwählten (Abraham und David) und überragt sie alle bei weitem. Im Vers 28 heißt es: „Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.“ Maria ist irritiert, da heißt es seitens des Engels im Vers 30: „Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.“ 

Autor:
  • Stefan Kronthaler
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