„Der Welcome-Dienst zeigt für mich: Pfarre ist Familie“

Glaubenszeugnis
Ausgabe Nr. 38
  • Spiritualität
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Für Piroska Kainrath ist es ein Segen, in der Pfarre die Kommunion zu spenden.
Für Piroska Kainrath ist es ein Segen, in der Pfarre die Kommunion zu spenden. ©Privat

Sonntags steht Piroska Kainrath, 63, oft an der Kirchentür und begrüßt die Ankommenden. Warum sie auch beim Kommunionspenden lächelt und im Gottesdienst über ihren Handykonsum nachdenkt.

Piroska Kainrath lebt seit 1994 in Wien Baumgarten. Seit fast dreißig Jahren arbeitet sie ehrenamtlich in der Pfarre „Heilige Mutter Teresa“ mit.

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Persönliche Begrüßung in der Pfarre

Frau Kainrath, wenn man in der Pfarre „Heilige Mutter Teresa“ am Sonntag in den Gottesdienst kommt, stehen die Chancen nicht schlecht, von Ihnen persönlich an der Kirchentür begrüßt zu werden. Machen Sie diesen Begrüßungsdienst schon länger?

Piroska Kainrath: Ich erinnere mich, dass vor ein paar Jahren ein solcher Welcome-Dienst von der Diözese empfohlen wurde. Da haben wir das schon in unserer Pfarre gemacht. Ich bin dabei, weil ich es einfach schön finde, Menschen willkommen zu heißen. Man begrüßt die, die oft da sind, aber auch die Neuen. Und wenn ich den Leuten dann irgendwann unter der Woche auf der Straße begegne – bei uns ist es wie in einem Dorf –, dann grüßen sie mich freundlich. Oft winken sie von der anderen Straßenseite herüber.

„Der Welcome-Dienst drückt für mich aus, was die Pfarre für mich ist: Familie.“

Der Welcome-Dienst drückt für mich aus, was die Pfarre für mich ist: Familie. Ich bin jemand, der Menschen braucht! Deshalb habe ich auch den Beruf der Friseurin gelernt. Den ganzen Tag am Computer sitzen? Das könnte ich nicht. Heute arbeite ich selbstständig im Wellness-Beauty-Bereich und habe mein Studio zu Hause. Auch dort heiße ich die Leute willkommen, indem ich ihnen die Hand gebe und sage: Grüß dich! Schön, dass du da bist!

Pfarrgemeinderätin und Lektorin

Sie sind derzeit im Pfarrgemeinderat, Lektorin und in der Erstkommunion-vorbereitung tätig. Und sie spenden am Sonntag in der Messe die Kommunion.

Auch beim Kommunionspenden lächle ich die Leute, die auf mich zukommen, immer an. Ich will da nicht grantig dreinschauen! Was ich tue, ist ja etwas „Wunderschönes. Und ich habe gemerkt, da kommt was zurück: Auch die Leute lächeln mich an. Ich habe aber natürlich auch nichts dagegen, wenn jemand andächtig und ernst dreinschaut. Für mich ist es ein Segen, die Kommunion zu spenden. Jedes Mal, wenn ich das Ziborium entgegennehme, danke ich dem lieben Gott, dass ich das machen darf. Ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist. So wie nichts im Leben selbstverständlich ist. 

Besonders bewusste Momente

Gab es Momente, in denen Ihnen das besonders bewusst geworden ist?

Mein Mann hatte vor ein paar Jahren eine beidseitige Lungenembolie. Da stand alles auf sehr wackeligen Beinen. In einer solchen Situation wird man dankbarer. Mir ist es wichtig, alles, was ich tue, bewusst mit und für Gott zu tun. Das ist für mich – wie für viele andere auch – oft schwierig. Unter der Woche bin ich von der Arbeit und von anderen Dingen abgelenkt. Wie viel Zeit ich zum Beispiel am Handy bin! Im Gottesdienst am Sonntag, wenn ich auf die Woche zurückschaue, fällt mir das auf und ich merke, dass es mir oft nicht gelungen ist, bewusst zu leben. Und dann nehme ich es mir von Neuem vor. 

„Mir ist es wichtig, was ich tue, bewusst mit Gott zu tun.“

Immer schon in der Pfarre aktiv

Haben Sie immer schon in der Pfarre mitgearbeitet? 

Mit ein paar kurzen Unterbrechungen war ich immer schon in der Kirche aktiv. Als meine drei Kinder klein waren, haben sie gesagt: „Mama, du bist schon mehr in der Pfarre als daheim.“ Und das hat gestimmt. Ich will nicht Nein sagen! Es hing für mich aber immer auch von der Beziehung zum Pfarrer ab, wie sehr ich mich eingebracht habe. Ich mache nichts, damit man sich nachher bei mir bedankt. Aber wenn man merkt, dass die eigene Arbeit erkannt und wertgeschätzt wird, dann macht man es einfach noch lieber. Mit dem Pfarrer jetzt macht die Zusammenarbeit viel Freude.

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Autor:
  • Sandra Lobnig
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