Die skurrilsten Fußballmaskottchen

Fußball-WM
Ausgabe Nr. 25
  • Leben
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Steinfigur und Fußballmaskottchen: Der „Lincoln Imp“ und Hennes, der Geißbock, zieren große katholische Gotteshäuser.
Steinfigur und Fußballmaskottchen: Der „Lincoln Imp“ und Hennes, der Geißbock, zieren große katholische Gotteshäuser. ©wiki commons/Jules & Jenny from Lincoln, UK, CC BY 2.0/Danny Steaven, CC BY 1.0/Canva

Das Maskottchen des 1. FC Köln am Kölner Dom, jenes des Lincoln City FC in der Kathedrale von Lincoln – manchmal ist Fußballbegeisterung buchstäblich in Stein gemeißelt. Die Skurrilsten Fußballmaskottchen.

Es ist der 12. Mai 1962: Im Berliner Olympiastadion gewinnt der 1. FC Köln in einem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg seinen ersten deutschen Meistertitel. Die Kölnerinnen und Kölner sollen das ausgiebig und lautstark schon gleich direkt nach dem Schlusspfiff und dann auch am Tag darauf bei der Rückkehr der Mannschaft aus Berlin in den Straßen Kölns gefeiert haben. Damit aber nicht genug. Zur quasi unauslöschlichen Erinnerung an dieses denkwürdige sportliche Ereignis bekam auch das Wahrzeichen Kölns, der Kölner Dom, eine einzigartige Erweiterung: Über der Dombauhütte in rund 15 Metern Höhe wurde ein steinernes Abbild des Maskottchens des 1. FC Köln, der Geißbock Hennes, als Wasserspeier angebracht und ist dort damit nicht nur ewige Erinnerung, sondern hat auch eine wichtige Aufgabe zur Schonung der Mauern des Doms. 

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Fußballmaskottchen: Ein Geißbock in luftiger Höhe, ein Kobold mittendrin

Etwas anders gelegen ist die Verbindung von Kirche und Fußball in der englischen Stadt Lincoln, etwa 200 Kilometer nördlich von London. In der für ihre Größe bekannten Lincoln Cathedral sitzt hoch oben auf einer Säule zwischen zwei Bögen an der Nordseite des Chors eine etwa 30 Zentimeter große Gestalt mit überkreuzten Beinen: der „Lincoln Imp“, der Kobold von Lincoln. Der Legende nach soll vor langer Zeit der Teufel einige seiner Kobolde auf die Erde geschickt haben, um ein wenig Spaß zu haben. Zwei von ihnen blies der Wind nach Lincoln, genau vor den Eingang der Kathedrale. Voller Übermut flogen sie in die Kirche hinein und begannen, dort allerlei Unfug zu treiben.

„Halte mich doch davon ab!“

Kobold von Lincoln 

Als sie anfingen, Fenster zu zerbrechen, kam ein Engel und gebot ihnen, mit dem Schabernack aufzuhören. „Halte mich doch davon ab!“, rief einer der Kobolde frech. Daraufhin verwandelte der Engel den Kobold in Stein und platzierte ihn an eben dieser Säule, wo er seither sitzen muss – als ewige Erinnerung daran, dass das Gute immer über das Böse triumphieren wird. Die Geschichte vom „Lincoln Imp“ ist eine der bekanntesten, die sich rund um die Stadt ranken. Durchwegs schlüssig also, dass der Lincoln City FC, der Fußballklub der Stadt, den kleinen Kobold zu seinem Maskottchen gemacht hat. Und nicht nur das: Die Mannschaft trägt auch den Spitznamen „The Imps“, also „die Kobolde“.  

Fußballmaskottchen und Fußball-Gottesdienste

Dass eine Verbindung von Fußball und Kirche mancherorts nicht nur dauerhaft in Stein gemeißelt ist, sondern sich auch anders zeigen kann, beweist die Diözesan- sportgemeinschaft (DSGÖ) mit ihrem jüngsten Angebot: Mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft bietet sie Pfarren und Vereinen einen eigenen Behelf zur Gestaltung von Fußball-Gottesdiensten an. Die vom DSGÖ-Vorsitzenden Sepp Eppensteiner und Olympia-Kaplan Johannes Lackner erarbeiteten Unterlagen sollen eine praxisnahe Verbindung von Sport und Glauben ermöglichen.

Der Gottesdienstvorschlag trägt den Titel „Spiel des Lebens – mit Teamgeist und Fairplay“ und richtet sich insbesondere an Fußballfans, Spielerinnen und Spieler, Vereine, Familien sowie Jugendliche. Ziel sei es, Werte des Sports mit christlichen Inhalten zu verbinden. Vorgesehen sind unter anderem gemeinsame „Aufwärmübungen“ wie Kniebeugen, Bibeltexte mit Bezügen zu Ausdauer, Fairness und Gemeinschaft sowie Impulse zu Gottes Begleitung im Alltag. Darüber hinaus enthält der Behelf Fürbitten mit Fußballbezug und Vorschläge für passende Lieder. Genannt werden etwa „Youʼll Never Walk Alone“, „An Tagen wie diesen“ oder „Zeit, dass sich was dreht“. Ergänzt werden die Materialien durch kreative Gestaltungsideen wie einen WM-Fanbereich mit Flaggen der Teilnehmerländer und ein Quiz zu Fußball und Bibel. 

Autor:
  • Portraitfoto von Andrea Harringer
    Andrea Harringer
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