Das Schuldbekenntnis der Kirche

Meinung vor 25 Jahren
Ausgabe Nr. 12
  • Meinung
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Papst Johannes Paul II. (1920–2005) spricht über die Notwendigkeit einer ehrlichen und tiefen Auseinandersetzung mit den Sünden der Vergangenheit, insbesondere der Kirche.

Der Papst bat am 12. März 2000 um Vergebung für Verfehlungen der Kirche. Der Vatikan sah darin einen Akt der Solidarität und Verantwortung für die Zukunft.

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Papst Johannes Paul II. über Demut und Versöhnung

Unser Schmerz sei ehrlich und tief. Und wenn wir in Demut die Schuld der Vergangenheit betrachten und unser Gedächtnis ehrlich reinigen, dann führe uns auf den Weg echter Umkehr.

Lass jeden von uns zur Einsicht gelangen, dass auch Menschen der Kirche im Namen des Glaubens und der Moral in ihrem notwendigen Einsatz zum Schutz der Wahrheit mitunter auf Methoden zurückgegriffen haben, die dem Evangelium nicht entsprechen. 

Lass das Eingeständnis der Sünden, die die Einheit des Leibes Christi verwundet und die geschwisterliche Liebe verletzt haben, den Weg ebnen für die Versöhnung und die Gemeinschaft aller Christen.

Gedenken an das Leiden des Volkes Israel

Lass die Christen der Leiden gedenken, die dem Volk Israel in der Geschichte auferlegt wurden. Lass sie ihre Sünden anerkennen, die nicht wenige von ihnen gegen das Volk des Bundes begangen haben, und so ihr Herz reinigen.

Lass die Christen auf Jesus blicken, der unser Herr ist und unser Friede. Gib, dass sie bereuen können, was sie in Worten und Taten gefehlt haben. Manchmal haben sie sich leiten lassen von Stolz und Hass, vom Willen, andere zu beherrschen, von der Feindschaft 
gegenüber den Anhängen anderer Religionen und den gesellschaftlichen Gruppen, die schwächer waren als sie.

Gebet für die Unterdrückten nach Papst Johannes Paul II.

Lasst uns für alle beten, die in ihrer menschlichen Würde verletzt und deren Rechte unterdrückt wurden. Lasst uns beten für die Frauen, die allzu oft erniedrigt und ausgegrenzt werden. Wir gestehen ein, dass auch Christen in mancher Art Schuld auf sich geladen haben, um sich Menschen gefügig zu machen. 

Lasst uns beten für alle Menschen auf der Erde, besonders für die Minderjährigen, die missbraucht wurden, für die Armen, Ausgegrenzten und Letzten.

Lasst uns für diejenigen beten, die am wenigsten Schutz genießen, für die ungeborenen Kinder, die man im Mutterleib tötet, oder jene, die gar zu Forschungszwecken von denen benützt werden, die Missbrauch getrieben haben mit den von der Biotechnologie gebotenen Möglichkeiten. So haben sie die Ziele der Wissenschaft entstellt.

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  • Papst Johannes Paul II.
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