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Proteste in Minneapolis
Ausgabe Nr. 5
  • Weltkirche
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Ein Memorial an der Stelle seines Todes erinnert an den erschossenen Krankenpfleger Alex Pretti (37) in Minneapolis.
Ein Memorial an der Stelle seines Todes erinnert an den erschossenen Krankenpfleger Alex Pretti (37) in Minneapolis. ©wiki commons/Darth Stabro/CC0 1.0

Am 24. Jänner erschossen ICE-Beamte in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota den 37-jährigen Krankenpfleger Alex Pretti. Am Freitag davor waren bei Protesten gegen die strikte Migrationspolitik von US-Präsident Donald Trump am Flughafen Minneapolis-St. Paul dutzende Geistliche festgenommen worden.

Nach den tödlichen Schüssen von ICE-Beamten auf die US-Bürgerin Renée Good Anfang Jänner wurde am 24. Jänner - laut mehreren Medienberichten - erneut ein Mann durch ICE-Einsatzkräfte in Minneapolis erschossen. Der 37-jährige Alex Pretti hatte einer Person zu Hilfe kommen wollen, die von den Beamten zu Boden gestoßen worden war.  Dabei hielt er ein Handy in der Hand. Zwei Augenzeugen hätten laut US-Medien in einer eidesstattlichen Aussage erklärt, dass der Intensivpfleger keine Waffe in der Hand hielt, als er sich den Beamten näherte.  Diese Aussagen decken sich mit mehreren Videos im Internet. 

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37-Jähriger in Minneapolis erschossen

Auf einem dieser Videos, das die Deutsche Presse-Agentur verifiziert hat, ist zu sehen, wie mehrere Vermummte in Einsatzkleidung eine Person gewaltsam zu Boden bringen und versuchen, diese zu fixieren. Es handelt sich dabei um Alex Pretti. Dann fallen Schüsse, dem Ton nach sind es etwa zehn. Die Investigativ-Plattform Bellingcat hat das Video zu Prettis Tod analysiert.

Dutzende Geistliche auf Flughafen in Minneapolis festgenommen

Die Wut auf US-Präsident Donald Trump und dessen rigorose Abschiebepolitik wächst weiter. Am Freitag hatten rund 100 Geistliche den Betrieb am Minneapolis-St. Paul gestört, weil sie Abschiebeflüge verhindern wollten. Dabei seien dutzende Geistliche festgenommen worden. Nach Angaben der Organisation „Faith in Minnesota“ handelte es sich um rund 100 Vertreter verschiedener Konfessionen. Die Polizei griff schließlich ein, nachdem Mitglieder der Gruppe singend und betend den genehmigten Bereich verlassen und den Flugbetrieb gestört hatten. Die inzwischen wieder aus dem Gewahrsam entlassenen Personen müssen mit mehreren Anzeigen rechnen.

Keine 24 Stunden nach den tödlichen Schüssen auf den Krankenpfleger betonte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Paul Coakley, dass „überall dort, wo der Frieden bedroht ist, Ruhe zu bewahren, sich besonnen zu verhalten und das menschliche Leben zu achten“ sei. Und: „Als Nation müssen wir im Dialog zusammenkommen und uns von entmenschlichender Rhetorik und Handlungen abwenden, die das menschliche Leben bedrohen.“

Kritik von Papst Leo XIV. an US-Migrationspolitik

Der aus den USA stammende Papst Leo XIV. hatte im November vor Journalisten in Castel Gandolfo eine "tiefgreifende Reflexion" über die Behandlung von Migranten in den Vereinigten Staaten gefordert. Dabei rekurrierte er auf das 25. Kapitel im Matthäusevangelium: "Jesus sagt ganz klar, dass wir am Ende der Welt gefragt werden: Wie habt ihr den Fremden aufgenommen? Habt ihr ihn aufgenommen und willkommen geheißen oder nicht?", so der Papst damals. "Viele Menschen, die seit Jahren dort leben und nie Probleme verursacht haben, sind von den aktuellen Ereignissen tief betroffen", fügte er hinzu.

Gerade aus der katholischen Kirche in den USA gibt es scharfe Kritik an der aktuellen US-Einwanderungspolitik. Die Bischofskonferenz hatte am 13. November in einer nahezu einstimmig beschlossenen Erklärung die angeordneten Massenausweisungen von illegal eingewanderten Menschen verurteilt. Papst Leo, der sich selbst an mehreren Stellen gegen einige Maßnahmen der US-Regierung aussprach, begrüßte diese Stellungnahme ausdrücklich.

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  • Cornelia Grotte/KAP
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