13. September: Heilige Notburga

Die Sozialpionierin im Dirndl
Ausgabe Nr. 37
  • Heiligenschein
Autor:
die einzige Heilige Tirols: die Magd mit der Sichel. ©Irene Unger

Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

Notburga kam um 1265 in Rattenberg als Tochter eines Hutmachers zur Welt. Mit 18 wurde sie Magd bei Heinrich I. auf Schloß Rottenburg. Mit Wissens ihres Herrn versorgte sie Bedürftige mit Speiseresten. Dessen Nachfolger verboten es ihr aber. Notburga fastete von da an und verteilte ihr Essen. 

Werbung

Ein Bauer gab Notburga Arbeit

Aber sie wurde trotzdem entlassen und arbeitete  dann bei einem Bauern. Dort verhandelte sie sich aus, am Vorabend von Sonn- und Feiertagen beim ersten Glockengeläut die Arbeit niederzulegen, um sich auf den Feiertag vorzubereiten. Als ihr das der Bauer eines Tages verbot, weil die Arbeit noch vor dem drohenden Gewitter gemacht werden musste, warf Notburga ihre Sichel in den Himmel, wo diese an einem Sonnenstrahl hängen blieb, bis sie nach ihrer Andacht zurückkehrte und weiterarbeitete. 

Notburga als Köchin

Notburga wurde bei ihrerer früheren Herrschaft schließlich Köchin. Sie verhandelte sich aus, wieder Arme zu versorgen und sogar Kranke auf der Burg pflegen zu dürfen. Notburga starb am 14. September 1313, wurde in Eben am Achensee beigesetzt und seither verehrt. Sie wird in Niederösterreich jeweils am zweiten Sonntag im September (nahe ihrem Namenstag), dem Dirndlgwandsonntag gefeiert.

Buchcover Von Bischofsstab bis Besenstiel
©Wiener Dom-Verlag

Das Buch zum Podcast

Heilige, das sind beeindruckende Persönlichkeiten auf allen Kontinenten, in allen Jahrhunderten: Herrscher und Sklaven, Brave und Aufmüpfige, Geistliche und Laien. Diese bunte Schar porträtiert Autorin Bernadette Spitzer in kurzweilig-informativen Geschichten, wobei sie die Besonderheit der jeweiligen Persönlichkeit treffend hervorkehrt. Sie übersetzt die teils sperrigen Quellen in eine heutige Sprache und spart dabei nicht mit einem Augenzwinkern. Die tägliche Auswahl dieser „Vorbilder“ reicht von in der breiten Öffentlichkeit weniger bekannten, bis hin zu solchen, die erst vor kurzem heilig- oder seliggesprochen wurden. Aufgefrischt durch moderne Illustrationen und bemerkenswerte  Zitate wird das Buch zur täglichen Inspirationsquelle.

 

Bernadette Spitzer
Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.
Wiener Dom-Verlag.
ISBN: 978-3-85351-294-4

Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.

Schlagwörter
Autor:
  • Bernadette Spitzer
0:00
0:00
Werbung

Neueste Beiträge

| Theologie
Bischofsweihen als Schritte ins Abseits

Die Piusbrüder haben angekündigt, am 1. Juli wieder einmal ohne päpstliche Erlaubnis Bischöfe zu weihen. Der SONNTAG hat die beiden neuen Bücher über die Piusbrüder gelesen.

| Wien und Niederösterreich
Klimaoasen

Eine Hitzewelle hat Österreich dieses Wochenende fest im Griff. Bei Temperaturen weit über 30 Grad - am Samstag könnten es stellenweise 38 Grad werden - und kaum nächtlicher Abkühlung bieten auch Kirchen Menschen Zuflucht vor der Hitze.

| Meinung
Ihnen gesagt

Chefredakteurin Sophie Lauringer über eine Einladung zum silbernen Priesterjubiläum und die Priesterweihe.