„Es gibt Leben in der Pfarre!“
Glaubenszeugnis
Unter der Woche lebt Elias in Wien, wo er Informatik studiert. Am Wochenende kommt er in seine Heimat Retz, wenn es sein muss, auch öfter.
Engagement in der Pfarre
Herr Lechner, Sie sind in Ihrer Pfarre sehr engagiert. War das immer schon so?
Ich übernehme gern Sachen und kann sie dann schwer wieder abgeben. (Lacht.) Meine Eltern haben beide Theologie studiert. Meine Mama und mein Papa waren Religionslehrer, und meine Mama ist jetzt seit einigen Jahren in der Pfarre Pastoralassistentin. In unserer Familie waren der Glaube und die Pfarre immer schon sehr präsent. Ich erinnere mich an regelmäßige Gebete am Abend, bei denen wir gebetet und den Tag reflektiert haben. Und daran, dass wir immer in die Sonntagsmesse gegangen sind. Es war kein Zwang, sondern einfach selbstverständlich. Ich sehe es jetzt bei den Ministranten: Wenn die Eltern dahinter sind und in die Messe kommen, dann kommen auch die Kinder.
Verantwortung in der Pfarre
Ab welchem Alter haben Sie in der Pfarre Verantwortung übernommen?
Ich ministriere seit der Erstkommunion. Irgendwann, ich glaube, ich war vierzehn Jahre alt, hat der Herr Pfarrer mich und andere ältere Ministranten gebeten, die Kleineren zu betreuen. So ist eine eigene Ministrantenstunde entstanden. Wir haben sie vor ein paar Jahren mit der Jungschar zur ‚Juki-Stunde‘ (Junge Kirche) zusammengelegt.
Ministrieren Sie immer noch?
Ich bin zwar schon 22, aber ich ministriere fast jeden Sonntag, ja. Es gibt in unserer Pfarre die Tradition, dass man auch nach der Firmung Ministrant bleibt. Ich bin also nicht der einzige ältere Ministrant, aber ich gehöre langsam zu den Ältesten.
In den Pfarrgemeinderat gewählt
Sie sind auch im Pfarrgemeinderat.
Dabei habe ich mich gar nicht zur Wahl aufstellen lassen, wurde dann aber hinein kooptiert und arbeite jetzt auch im Ausschuss für Liturgie und Öffentlichkeitsarbeit. Mit der Zeit habe ich richtig Gefallen daran gefunden. Wir haben zum Beispiel die Website neu aufgesetzt und sind in den sozialen Medien sehr präsent, vor allem auf Instagram.
Was posten Sie denn in den sozialen Medien?
Wir machen auf Veranstaltungen aufmerksam und zeigen: Es gibt Leben in der Pfarre! Hier passiert viel! Das können Schnappschüsse aus dem Alltag sein oder Rückblicke auf das, was war. Das letzte Video auf Instagram zeigt zum Beispiel die Kreuzübergabe an die Erstkommunionkinder. Wir sind noch im Aufbau, aber ich denke schon, dass die Leute wahrnehmen, was wir posten. Erst letztens hat eine Dame, die wieder in die Kirche eingetreten ist, gemeint, dass sie sich im Internet über die Pfarre informiert hat und das, was sie da gesehen hat, sehr ansprechend fand.
„Ich bin zwar schon 22 Jahre alt, aber ich ministriere fast jeden Sonntag.“
Wie viele Stunden pro Woche arbeiten Sie für die Pfarre?
Das ist schwer zu sagen. Mal ist es mehr, mal weniger. Ich wohne ja unter der Woche in Wien, dort fokussiere ich mich auf das Studium. Und wenn ich dann am Wochenende in Retz bin, bin ich einmal oder zweimal, oft eher drei- bis viermal in der Pfarre.
Was ich noch nicht erwähnt habe: Ich bin außerdem Obmann des Jugendvereins im Ort, der zwar nicht direkt zur Pfarre gehört, aber ihr sehr nahesteht. Nächsten Monat werden wir zum Beispiel mit dem Verein eine Wallfahrt nach Mariazell machen.
Wie bleiben Sie – abgesehen vom Dienst für die Pfarre – mit Gott im Alltag in Verbindung?
Die regelmäßige Messe ist für mich wichtig. Und das persönliche Gebet. Wobei, das könnte besser sein. (Lacht.) Das ist mal mehr, mal weniger intensiv, je nach Situation. Wenn ich das Gefühl habe, ich schlittere im Leben dahin und könnte mehr Gottvertrauen brauchen, dann bete ich auch mehr.
Elias Lechner
Alter: 22
Lebensmotto: Schau ma mal, was wird.
Gott ist für mich: Mittelpunkt des Lebens.
Sonntag bedeutet für mich: Start und Ende der Woche, an dem man in der Messe zusammenkommt.