Vertauschte Kirche
Anekdoten
Ursprünglich war sie eine Klosterkirche der Klarissen. Der Orden wurde 1782 im Zuge der josephinischen Reform aufgelöst. Die evangelischen Kirchen – die lutherische und die reformierte – erwarben im selben Jahr die Liegenschaft. Die lutherische Gemeinde blieb in der Klosterkirche, heute auf Nummer 18. Die reformierte, helvetische Gemeinde errichtete wenige Meter weiter, heute auf Nummer 16, anstelle des Klosters eine eigene Kirche. Sie hat eine neobarocke Fassade und leuchtet in Gelb.
Zwei Kirchen nebeneinander
Es stehen also nebeneinander zwei Kirchen. Beide werden häufig für spezielle kirchliche Anlässe gebucht. Pfarrerin Julia Schnizlein leitet regelmäßig Feiern wie Taufen oder Hochzeiten und macht dabei manchmal eine Beobachtung: „Während das Brautpaar einzieht, kann es passieren, dass Gäste plötzlich unruhig werden. Sie verlassen so schnell und unauffällig wie möglich die Kirche. Sie sind offensichtlich in die erste Kirche gegangen, die sie in der Gasse gesehen haben. Wenn sie vom Josefsplatz kommen, ist das die Dorotheerkirche. Und wenn sie nicht darüber informiert sind, dass es zwei Kirchen in der Gasse gibt, dann kann es passieren, dass sie bei der falschen Hochzeit landen.“ Zum Glück sind es nur wenige Schritte zur Nachbarkirche.
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