Sneakerlos
Ihnen gesagt
Es ist ein Klassiker der säkularen Medienwelt, Sidesteps zu Nischenthemen – fast will ich verniedlichend „Themchen“ sagen – in die zumeist unbekannte Welt der katholischen Kirche zu unternehmen. Dieser Tage gibt es ein schönes Beispiel: Papst Leo trägt Nike-Turnschuhe, das Modell, das bei Tennisspielern besonders beliebt sei.
Papst Leo in Nike-Schuhen
Ich verstehe davon nichts, da ich diesen Ballsport nicht betreibe. Die Szenerie ist übrigens Jahre her: Im Jahr 2008 sah man Robert Prevost an der Seite von Papst Benedikt (ja, der stets stilsichere Heilige Vater mit den chic roten Slippern, die doch nicht vom Luxuslabel Prada stammten, auch wenn das stets gerne falsch weitererzählt wird) beim Weltjugendtag in Sydney mit diesen sicherlich praktischen und bequemen Schuhen.
Die Botschaft hinter Papst Leos Schuhen
Was soll uns das jetzt sagen, welchen Informationswert hat diese Nachricht? Priester und Ordensleute, legt euch Sneakers zu, dann seid ihr in den Fußstapfen des Papstes. Oder Gläubige aller Geschlechter, tragt Sneakers unabhängig von Alter und Herkunft, dann seid ihr in der Einheit mit dem Papst. Man kann den Unsinn noch weiterspinnen. Das will ich Ihnen ersparen. Aber warum beschäftigt es wirklich jemanden, welche Schuhe der Papst trägt? Es ist vermutlich der reizvolle Seitenblick durch das voyeuristische Schlüsselloch.
Papst Leo: Kein Werbevertrag mit Nike
Einen Werbevertrag mit dem Megakonzern wird Papst Leo wohl nicht haben – das haben ganz andere wie unser Steffl. Das neueste Werbesujet auf Österreichs bekanntestem Bauwerk ist übrigens vom sportlichen Mitbewerb: Der Weltfußballer Messi wirbt für andere sportliche Schuhe. Wenn das Geld bringt, dann freuen wir uns doch für das beliebteste Gebäude der Nation, denn das braucht die Werbeeinnahmen, um weiterhin als Monument des Glaubens gut dazustehen – mit oder ohne Sneakers.