Seligpreisungen: Wie sie uns im Alltag helfen können

Seligpreisungen
Ausgabe Nr. 3
  • Theologie
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Suchbild Seligpreisungen: Jesus spricht – aber die Welt hört nicht unbedingt zu. Hier 1598 bei Jan Brueghel.
Suchbild Seligpreisungen: Jesus spricht – aber die Welt hört nicht unbedingt zu. Hier 1598 bei Jan Brueghel. ©Wikimedia Commons

Die Seligpreisungen sind eine Art Katalog für das Christsein. Die Einladung ergeht jedoch auch an alle Menschen guten Willens, an jene anderer Religionen und an all jene die zweifeln, oder nicht gläubig sind.

„Das Regierungsprogramm des Himmelreichs“: So hat der deutsche Neutestamentler Klaus Wengst die Lehre Jesu auf dem Berg, vereinfacht Bergpredigt genannt, bezeichnet. Die berühmten Seligpreisungen sind so etwas wie die große Vorhalle. Nur durch diese Vorhalle gelangt man in das Innere. „Selig“ ist die angemessene deutsche Übersetzung, manchmal wird auch „glücklich“ oder „glückselig“ verwendet. „Überglücklich“ klingt auch gut. Auf Englisch heißt es wohl nicht zufällig „blessed“ und nicht „happy“.

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An wen richten sich die Seligpreisungen?

An wen richten sich die Seligpreisungen? Zum einen sind bei dieser sogenannten „Bergpredigt“ Jünger um Jesus versammelt, Matthäus denkt da an die zwölf Apostel. Jesus spricht laut und deutlich zu seinen Jüngern, sodass auch die anderen Anwesenden mithören und verstehen können. Denn es waren auch Volksscharen, Frauen und Männer, aus allen damaligen Landesteilen Israels vor Ort dabei, also am Fuß des Berges versammelt. Die Seligpreisungen richten sich also in erster Linie an die Jünger Jesu als unmittelbare Adressaten und zugleich auch an die Scharen aus ganz Israel. Sie dürfen jetzt schon vor Freude jubeln, denn für sie hat die Erfüllung der Seligpreisungen schon begonnen. Und am Ende der Bergpredigt „war die Menge voll Staunen über seine Lehre“ (Matthäusevangelium, Kapitel 7, Vers 28).

Seligpreisungen als „eine wunderbare Vorhalle“

Die Seligpreisungen sind, so der Neutestamentler Gerhard Lohfink, „eine wunderbare Vorhalle“ der Bergpredigt. Nur wer durch die Vorhalle gegangen ist, kommt in das Innere. Die Seligpreisungen haben die Menschen seit Jahrtausenden begeistert und zugleich auch oft erschreckt. Denn sie meinen nicht eine Welt, die weit weg ist oder gar im Jenseits liegt. Jesus verspricht, dass inmitten dieser Not das Neue wächst, das einfach anders ist. Dass es Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und auch Frieden geben kann. Die Seligpreisungen sind eine Art Katalog für das Christsein. Die Praxis Jesu selbst wird sichtbar in den Seligpreisungen: seine Herzensreinheit, seine Friedensarbeit, seine Gewaltlosigkeit, sein Mitleid, seine Armut, seine Barmherzigkeit, sein Sinn für Gerechtigkeit.

Die Botschaft der Seligpreisungen

Und all die Armen auf der ganzen Welt, all die Entrechteten und Ungerechtigkeit Erleidenden? Werden die ignoriert? Oder gar vertröstet auf ein besseres Jenseits? Da kommt das neue Gottesvolk, die Kirche ins Spiel. Die Jüngerinnen und Jünger Jesu sind nicht für sich selbst da, sondern sie wirken im Gottesvolk. Und auch das Gottesvolk, die Kirche, weiß sich zu allen gesandt: mit dieser Botschaft der Seligpreisungen. Erst das neue Miteinander, das die Seligpreisungen schon jetzt anklingen lassen, wird die Welt verändern. Die Seligpreisungen sind die neue Lebens- und Wertordnung des Reiches Gottes. Die Seligpreisungen verweisen auf Mitleid mit den Armen, den Leidenden, den Schwachen. Aber die Seligpreisungen sind noch mehr: Sie machen die himmlische „Gerechtigkeit“ zum großen Thema, die die irdische Gerechtigkeit so auf den Punkt bringt: dass Recht und Gerechtigkeit zusammengehören. Mitleid mit den Armen zu haben und ihr Los zu ändern: Dies ist seit Ostern die Aufgabe der Kirche und in ihr der Caritas. Die Seligpreisungen drücken aus, was Jüngerschaft bedeutet – damals und heute.

Wo wird heute die Bergpredigt zumindest stückweise verwirklicht, gelebt?

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Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.


„Die Heiligen sind die wahren Ausleger der Heiligen Schrift“, schreibt Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. in seiner Jesus-Trilogie zu dieser Seligpreisung. Und er nennt beispielhaft den heiligen Franz von Assisi. Dieser habe dieses Wort „in letzter Radikalität“ ergriffen.


▶ franziskaner.at, ▶ minoriten.at, ▶ kapuziner.at, ▶ franziskanerinnen-wien.at

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Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.


Trauernde zu trösten ist ein fundamentales Werk christlicher Anteilnahme. Mit den Menschen mitzu leiden und mit-zu-trauern – und dabei an der christlichen Hoffnung festzuhalten – ist ein glaubwürdiges Zeugnis für einen Gott, dem nichts Menschliches fremd ist. In diesem Sinn sind Christen und alle nahestehenden Mitmenschen berufen, Trauernden zur Seite zu stehen.


▶ erzdioezese-wien.at/trauer

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Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich.


Die Hilfe von „Christen in Not“ gilt in den meisten Fällen Christen. Denn drei von vier um des Glaubens willen Verfolgte sind Christen. Es geht um mehr als 200 Millionen Christen weltweit: Frauen, Männer, alte Menschen, Kinder und Babys.


▶ christeninnot.com

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Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen.


Ein Dauerauftrag – für jeden und jede von uns!

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Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben.

 

Der Internationale Versöhnungsbund wurde in den Augusttagen 1914 – fast zeitgleich mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs – gegründet. Die Gründerinnen und Gründer bezogen klar Stellung gegen Krieg und jede Form von Gewalt und waren erfüllt von der Vision einer menschlichen Gesellschaft, die auf dem Weg der Gewaltfreiheit und der Versöhnung ein Leben in Frieden und Gerechtigkeit verwirklicht.


▶ versoehnungsbund.at

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Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.


Die Katholische Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbewegung ist eine Gemeinschaft von Christen in der Arbeitnehmerschaft. Hauptanliegen ist die menschenwürdige Gestaltung der Arbeitswelt und der Gesellschaft. Die KAB nimmt daher Stellung zu sozialpolitischen und gesellschaftlichen Fragen. Sie setzt sich für weltweite soziale Gerechtigkeit ein.


▶ kaboe.at/site/wien

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Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.


Hier sind jene Ordensgemeinschaften zu nennen, die das Wort „barmherzig“ im Namen führen: die Barmherzigen Schwestern und die Barmherzigen Brüder.


▶ barmherzige-schwestern.at, ▶ barmherzige-brueder.at

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Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.


Pax Christi ist eine Teilorganisation der katholischen Friedensbewegung Pax Christi International. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg – ursprünglich als Versöhnungswerk zwischen Franzosen und Deutschen – gegründet.

▶ paxchristi.at

Autor:
  • Stefan Kronthaler
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