Opernball 2026: Inklusion im Drei-Viertel-Takt
Opernball 2026
Mehr als 200 junge Menschen werden sich in diesem Jahr am 12. Februar einen Traum erfüllen und den Wiener Opernball eröffnen. Unter ihnen: Holly Hurtig und Tobias Cinibulk, die beide mit dem Down-Syndrom leben.
Opernball: Leidenschaft fürs Tanzen
Ihre Leidenschaft fürs Tanzen hat Holly Hurtig bereits vor langer Zeit entdeckt. Von 2010 bis 2018 war sie bereits Mitglied beim Verein „Ich bin O.K.“. 2022 kam sie dann zurück und besucht die „Breakdance“-Klasse und seit 2024 zwei weitere Kurse, darunter auch die „Modern Dance und Ballroomdance“-Klasse. „Ich liebe Musik, egal ob klassisch oder modern“, sagt sie. „Und ich singe und tanze leidenschaftlich gern. Beim Opernball den wunderbaren Klängen zu lauschen und dort zu tanzen, ist seit langem ein großer Wunsch von mir. Freunde von mir haben den Ball bereits eröffnet. Dass ich nun auch den Opernball eröffnen darf, ist für mich ein tolles und unvergessliches Ereignis und Erlebnis! Bis jetzt habe ich den Opernball im Fernsehen gesehen.“
„Seit Jahren wollte ich wissen, wie es ist, selbst am Opernball zu tanzen"
Tobias Cinibulk ist erst seit kurzer Zeit beim Verein „Ich bin O.K.“. Er besucht seit Jänner 2025 die Musical-Dance Klasse. „Seit Jahren wollte ich wissen, wie es ist, selbst am Opernball zu tanzen – und dass ich nun tatsächlich als Debütant dabei sein darf, hätte ich nie erwartet“, sagt er. „Es erfüllt sich ein großer Traum, gemeinsam mit meiner Tanzpartnerin Holly den Ball zu eröffnen. Mit großer Neugier und Vorfreude blicke ich diesem Moment entgegen und hoffe auf ein magisches Erlebnis.“
Ein Teil des großen Ganzen am Opernball
Den Verein „Ich bin O.K.“ gibt es bereits seit 1979. Er wurde von Katalin Zanin gegründet und wird mittlerweile von ihrem Sohn Attila Zanin geführt. Sein erklärtes Ziel ist es, Menschen mit Behinderung in das kulturelle Leben einzubinden und durch diese künstlerische Tätigkeit gesellschaftliche Inklusion voranzutreiben. Die Sprache des gleichberechtigten Miteinanders ist dabei das Tanzen. Gezeigt wird, was Menschen mit Behinderung alles können – nicht, was sie nicht können. „Tanzen macht etwas mit den Menschen“, sagt Attila Zanin. „Es verzaubert, öffnet Welten, schafft Verständnis füreinander und knüpft Verbindung, auch da, wo das unmöglich erschien.“
Zusammenarbeit des Vereins mit der Staatsoper Wien
Die Zusammenarbeit des Vereins mit der Staatsoper Wien begann im Jahr 2001. Der damalige Staatopernballett-Direktor Renato Zanella hatte die Idee, die Tänzerinnen und Tänzer des Vereins in Kooperation mit dem Staatsopernballett den Opernball eröffnen zu lassen. Seit 2018 waren auch immer wieder Mitglieder von „Ich bin O.K.“ Teil des Jungdamen- und Jungherrenkomitees.