Närrisches Lachen befreit

Meinung
Ausgabe Nr. 16
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Herzhaftes Lachen kann befreiend wirken.
Herzhaftes Lachen kann befreiend wirken. ©istock

Militärseelsorger Alexander Wessely (52) schreibt über das österliche Lachen.

Martin Luther tat den österlichen Brauch der Schnurre unter der Bezeichnung „Ostermärlein“ als „närrisch lächerliches Geschwätz“ ab und auch der Basler Pfarrer und Reformator Johannes Ökolampad kritisierte in einem Brief an Wolfgang Capito die Osterwitzprediger „Einer schrie immer Kuckuck. Ein anderer legte sich auf Rindermist, tat, als sei er im Begriff, ein Kalb zu gebären.“     So wurde im Laufe der Zeit auch in der katholischen Kirche  still um das Osterlachen. 

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Befreiendes Lachen

Erst in den letzten Jahren beleben einzelne Bischöfe und Priester wieder bewusst das Osterlachen, wissend um das Befreiende, welches herzhaftes Lachen hat, ein Lachen, dass den Tod – gerade zu Ostern – auslacht,  dass demaskiert und irritiert. Ein solches Lachen erhöht die Niedrigen und wirft die Mächtigen vom Thron – wie das Frohlocken der jungen Maria (Lukas 1,46-55). Der Brauch des „Osterlachens“ lässt sich wohl kaum liturgisch wiederbeleben, aber immer öfter ist ein Lachen in der Osternacht aus den Kirchen zu hören. Kein allzu schlechtes Zeichen für fröhliche und erlöste Christen. 
 

Lachen zu Ostern

Auf die zuvor beschriebene Kritik Johannes Ökolampads am „Osterlachen“ antwortete  dessen Adressat Wolfgang Capito  recht pragmatisch und schelmisch zugleich, dass das Osterlachen die Leute in der Kirche zumindest am Einschlafen hindern würde. Und so es sei besser vor lachenden Menschen zu predigen als in einer leeren Kirchen!
 

Österlicher Witz

In diesem Sinne, darf auch ich mit einem österlichen Witz enden: „Kommt Josef von Arimathäa, spät am Abend heim zu seiner Frau. Die fragt ihn, wie es am Tag so gewesen ist. Josef antwortet ziemlich kleinlaut: „Naja - Du weißt doch, dieses kleine Grundstück, das wir haben. Das mit dem Grab.“ „Ja, ja, klar - was ist denn damit?“, fragt sie. „Naja“, sagt er, „ich habe das Grab Jesus gegeben.“ „Wie bitte? Unser vom Mund abgespartes Familiengrab? Oh Gott! Wo es doch so viel gekostet hat und du legst einen Fremden hinein?“ „Naja“, sagt Josef, „alles halb so schlimm, ist doch nur übers Wochenende.“

Der Kommentar drückt seine persönliche Meinung aus!

Autor:
  • Alexander Wessely
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