Mehr Lebensqualität durch Klimaschutz

Schöpfungszeit – ab 1. September
Ausgabe Nr. 35
  • Leben
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Klimawandel und Trockenheit: Wasser wurde heuer neu wertgeschätzt.
Klimawandel und Trockenheit: Wasser wurde heuer neu wertgeschätzt. ©iStock photo ID:518907452/Pawel Gaul

Die ökumenische Schöpfungszeit beginnt mit dem 1. September und dauert bis zum 4. Oktober, dem Gedenktag des heiligen Franziskus. Sie stellt die Sorge um Gottes Schöpfung und den Klimaschutz in den Mittelpunkt kirchlichen Tuns.

Dieser Sommer mit Trockenheit und Dürreperioden hat unübersehbar gezeigt, dass sich das Klima verändert und der Trend der letzten Jahre sich leider bestätigt: Es wird in Österreich immer wärmer und trockener. (Der SONNTAG hat berichtet.) Voll Sorge blicken auch die katholischen und evangelischen Umweltbeauftragten auf die Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung im Bereich des Klimaschutzes. Mit der Begründung des Spardrucks sind hier einige klimaförderliche Maßnahmen gestrichen oder gekürzt worden. „Jetzt bei den Klimaschutzausgaben einzusparen, ist kurzsichtig und wird uns langfristig viel teurer kommen“, ist Markus Gerhartinger, der Sprecher der Umweltbeauftragten, überzeugt.

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Klimaschutz: Kirchen übernehmen Verantwortung für die Schöpfung

Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler, in der Österreichischen Bischofskonferenz für Themen der Nachhaltigkeit zuständig, sieht im Sterben der heimischen Gletscher, bei den anhaltenden Dürreperioden und im zunehmenden Wassermangel deutliche Signale, dass „unser ureigenster Lebensraum unter Druck steht“. Für Glettler ist Klimaschutz „kein reines Verzichtsthema, sondern eine Frage von mehr Lebensqualität – ein menschliches und geistvoll inspiriertes Engagement für ein größeres Wir, das unsere Mitwelt miteinschließt“. „Mitten in den Sommerferien erreichen uns die Bilder der verheerenden Waldbrände in Frankreich und Spanien. Große Teile Europas stehen in Flammen“, bedauert die evangelische Bischöfin Cornelia Richter in ihrer Stellungnahme zur Schöpfungszeit. „Es liegt an uns, ob wir weiterhin zuschauen wollen, wie Gottes Schöpfung verbrennt – Tiere, Pflanzen, Menschen“, betont Richter: „Mit den ersten Seiten der Bibel ist uns die Bewahrung der Schöpfung aufgetragen. Um unserer Kinder willen sollten wir alles tun, um diesem Auftrag gerecht zu werden.“ Die Kirchen übernehmen deshalb weiterhin und mit neuer Entschlossenheit Verantwortung für die Schöpfung und die Zukunft. Die Kirchen nehmen ihre Klimaschutzambitionen nicht zurück und arbeiten weiter an einer drastischen Reduktion des CO2-Abdruckes bis hin zur Klimaneutralität.

Vorbild gegen Klimawandel: der heilige Franziskus

Das diesjährige Motto der Schöpfungszeit lautet: „Lebendiges Wasser“, entnommen einer Vision des Propheten Ezechiel (Ezechiel, Kapitel 47, Verse 1 bis 12) – ein Fluss, der vom Tempel Gottes ausgeht, unaufhörlich wächst, tote Gebiete mit Leben erfüllt und geschädigte Ökosysteme fruchtbar macht. Viele Initiativen feiern heuer auch „800 Jahre heiliger Franz von Assisi“. Genau acht Jahrhunderte sind vergangen, seit Franziskus am 3. Oktober 1226 in der Portiuncula-Kapelle starb. Die franziskanische Familie und viele Pfarren stellen den Schutzpatron der Umwelt und der Tiere ins Zentrum ihrer Gottesdienste während der Schöpfungszeit.

„... dass der Zeitraum zwischen dem 1. September und dem 4. Oktober dem Gebet für den Schutz der Schöpfung und der Förderung eines nachhaltigen Lebensstils gewidmet wird, um den Klimawandel aufzuhalten“.

Europäische Ökumenische Versammlung

Klimaschutz: „Schöpfungsmesse“ seit 2025

2015 hatte Papst Franziskus die Enzyklika „Laudato si’ – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ veröffentlicht. Das päpstliche Rundschreiben thematisierte die ökologischen und sozialen Krisen und forderte eine ganzheitliche Ökologie, die Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft und Spiritualität zusammendenkt. Seit 2015 ist der ökumenisch begangene „Schöpfungstag“ am 1. September auch offiziell als „Weltgebetstag für die Schöpfung“ im katholischen Kalender eingetragen. 1989 hatte der damalige Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Dimitrios I., „die ganze orthodoxe und christliche Welt“ eingeladen, am 1. September „zum Schöpfer der Welt zu beten: mit Dankgebeten für die große Gabe der geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und für ihre Erlösung“.

Bewahrung der Schöpfung und Klimaschutz

2007 empfahl die dritte Europäische Ökumenische Versammlung in Sibiu/Hermannstadt (Rumänien), „dass der Zeitraum zwischen dem 1. September und dem 4. Oktober dem Gebet für den Schutz der Schöpfung und der Förderung eines nachhaltigen Lebensstils gewidmet wird, um den Klimawandel aufzuhalten“. Im Oktober 2025 wurde im Stephansdom erstmals eine „Messe zur Bewahrung der Schöpfung“ gefeiert. Die Texte stammten aus dem Messformular, das Papst Leo XIV. anlässlich des zehnten Jahrestages der Enzyklika „Laudato si’“ in Auftrag gab. 

Autor:
  • Stefan Kronthaler
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