Trockenste Monate seit dem Jahr 1850

Klimawandel trifft Landwirtschaft
Exklusiv nur Online
  • Österreich
Autor:
In Sorge um die Schöpfung: ein vertrocknetes Maisfeld in Niederösterreich. ©Apa/Helmut Fohringer

Die in Ostösterreich anhaltende Trockenheit – mit Hitze und Dürre – bringt auch die Landwirtschaft in Bedrängnis. „Umwelt“-Bischof Alois Schwarz ruft die Solidarität, die Wertschätzung und das Gebet für die Landwirtinnen und Landwirte in Erinnerung.

Seit etwa einem Jahr werden in Österreich nie zuvor erreichte Höchstwerte beim Niederschlagsdefizit verzeichnet. Seit Jahresbeginn hat es im Schnitt in Österreich rund ein Drittel weniger geregnet, erinnerte die „GeoSphere Austria“ am 17. August. Laut Klimaforscher Klaus Haslinger werden die vergangenen zwölf Monate „als die trockensten seit Messbeginn im Jahr 1850 in die Geschichte eingehen“. Seit 23. Februar 2026 gab es in Wien, in Niederösterreich und im Burgenland ein nahezu durchgehendes Niederschlagsdefizit – mit nur der Hälfte des Niederschlages, den es sonst durchschnittlich gibt.
 

Werbung

Notverkäufe und Futterknappheit

Die Folgen des Klimawandels – Hitze, Dürre, Notverkäufe und Futterknappheit – setzen auch Österreichs Landwirtschaft unter Druck. Für den für Landwirtschaft zuständigen Bischof der Österreichischen Bischofskonferenz, Alois Schwarz (Diözese Sankt Pölten), sind die bäuerlichen Betriebe zugleich Betroffene und wichtige Akteure im Klimaschutz. „Hinter den Nachrichten über Niederschlagsmengen, ausgetrocknete Böden und Ernteausfälle stehen Menschen und Familien“, erklärte Schwarz gegenüber der „Katholischen Presseagentur“. 

Landwirtschaft mit Weitblick

 Zugleich verwies er auf die Leistungen bäuerlicher Familienbetriebe für Klimaschutz, Artenvielfalt und die regionale Lebensmittelversorgung. Die Landwirtschaft stehe aktuell vor „enormen wirtschaftlichen Herausforderungen und den Folgen des Klimawandels“, sagte Schwarz. Landwirtinnen und Landwirte sorgten dennoch täglich für die Versorgung mit hochwertigen und regionalen Lebensmitteln. Besonders bäuerliche Familienbetriebe zeigten, dass eine „klimaangepasste und nachhaltige Landwirtschaft möglich“ sei. Sie bewirtschafteten ihre Felder mit Weitblick und würden „nicht in Quartalen, sondern in Generationen“ denken. Und weiter: „Dieses verantwortungsvolle Handeln ist ein wertvoller Dienst an unserer gemeinsamen Zukunft.“ 
 

Solidarität, Wertschätzung und Gebet

Die anhaltende Dürre führe allen vor Augen, wie kostbar Wasser, fruchtbarer Boden, gesunde Wälder und eine intakte Schöpfung sind, erklärte Schwarz. Der Beitrag der Landwirtschaft gehe zudem über die Lebensmittelproduktion hinaus, so Österreichs „Umwelt“-Bischof. Die von den Landwirtinnen und Landwirten gepflegten Wälder, Wiesen und Felder würden Kohlendioxid binden und durch das Pflanzenwachstum zur Sauerstoffproduktion beitragen. Land- und Forstwirtschaft leisteten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, zur Artenvielfalt und zum Wohl der Gesellschaft.

Zwischen Verantwortung und Gottes Segen

Schwarz erinnerte aber auch an die Abhängigkeit der Landwirtschaft von Wetter und natürlichen Bedingungen. „Als Kirche stehen wir an der Seite jener Menschen, die mit ihrer täglichen Arbeit Verantwortung für die Schöpfung übernehmen und unsere Lebensmittelversorgung sichern. Wir wissen zugleich, wie sehr die Landwirtschaft von Gottes Segen abhängt. Deshalb beten wir seit Jahrhunderten um gedeihliches Wetter und sprechen: ,Gott halte Blitz, Hagel und jedes Unheil von euch fern.‘“ Diese Gebete würden daran erinnern, dass der Mensch die Schöpfung zwar verantwortungsvoll gestalten darf, letztlich aber auf Gottes Segen angewiesen bleibt. „Deshalb verdienen unsere Landwirtinnen und Landwirte nicht nur faire Rahmenbedingungen, sondern auch unsere Solidarität, unsere Wertschätzung und unser Gebet“, betonte Schwarz. 

Autor:
  • Stefan Kronthaler
  • Kathpress
Werbung

Neueste Beiträge

| Spiritualität
Sommermeinung

Sommerzeit ist Lesezeit: In den „Sommerbriefen“ macht Der SONNTAG alte Schreiben neu zugänglich – klar, direkt und erstaunlich anschlussfähig für unsere Gegenwart.

| Weltkirche
Sommergespräch: Johannes Laichner

Johannes Laichner ist „der Neue“ bei Missio Österreich. Der missionsbegeisterte Priester übersiedelt mit 1. September vom Tiroler Oberland in die Wiener Innenstadt, um mit seinem Team viele Menschen für die gute Sache Gottes zu gewinnen.

| Kunst und Kultur
Ausstellung im Leopoldmuseum

Malerei und Skulptur, Farbe und Masse, Österreich und die Schweiz: Im Leopoldmuseum treten Herbert Boeckl und Hans Josephsohn in einen überraschenden Dialog. Die Schau zeigt, wie unterschiedlich Künstler arbeiten können und wie nahe sich ihre Werke dennoch kommen.