Kinotipp: Vier minus Drei
„Teil des ganz normalen Lebens bleiben“Barbara, Heli, Thimo und Fini sind eine ganz normale Familie voller Liebe, Fröhlichkeit und Zusammenhalt, aber auch mit allen Ecken und Kanten. Genau genommen ist es ein Leben voller Alltag, wie er in allen Familien zu finden ist – besonders und auch wieder nicht. Da ist die Frage, wer die Kinder in den Kindergarten bringt und sie wieder abholt. Wer die Rechnungen bezahlt und wer sich darum kümmert, dass alles im Haus ist, was man benötigt. Da ist der Moment, in dem ausgelassen Ritter gespielt wird, und jener, in dem der Sommerhitze mit einem kühlen Bad in einem Waschzuber begegnet wird oder die Farbe für die Hauswand gemeinsam ausgesucht wird.
Kinotipp: Geschichte vonBarbara Pachl-Eberhart auf der Leinwand
Doch dann kommt der Tag, der alles verändert: Heli verunglückt mit den beiden Kindern im Auto auf einem Bahnübergang. Er selbst ist sofort tot. Die Kinder sterben weniger später. Barbara bleibt alleine zurück und mit ihr die Frage: Wie soll es jetzt weitergehen? Doch die junge Frau stellt sich ihrem Schicksal. Mutig und unkonventionell findet sie ihren Weg, mit der Trauer umzugehen. Schritt für Schritt erkennt sie, dass das Leben trotz allem weitergeht, wenn man es nur wagt, ihm neu zu begegnen.
Fordernder und emotionaler Dreh
Regisseur Adrian Goiginger – unter anderem bekannt für die Filme „Die beste aller Welten“ und „Der Fuchs“ – hat sich an die bewegende Geschichte von Barbara Pachl-Eberhart herangewagt. Das Drehbuch stammt von Senad Halilbašic. Sensibel und mit feinem Gespür für die einzelnen Charaktere ist der Kinofilm „Vier minus drei“ eine Geschichte geworden, die genauso überdeutlich wie das Buch zeigt: Es lohnt sich immer – egal in welcher Lebenssituation – nicht aufzugeben. Valerie Pachner als Barbara spielt dabei überzeugend, dass Trauer und Lebensfreude kein Widerspruch sind. „Liebe Freunde, ich möchte Teil des ganz normalen Lebens bleiben ...“, schreibt sie an einer Stelle des Films in einem Brief an ihre Freunde.
Kinotipp: „Es war ein unfassbar fordernder, emotionaler Dreh für alle“
Barbara Pachl-Eberhart selbst war in allen Phasen der Projektentwicklung eine wichtige Ansprechpartnerin, vom Drehbuch über die Vorbereitung bis zu den Dreharbeiten. „Es war ein unfassbar fordernder, emotionaler Dreh für alle“, sagt Regisseur Adrian Goiginger. „Ich habe nie zuvor auf meinen Sets so viele Menschen weinen sehen. Man ist permanent mit diesem traurigen Thema konfrontiert. Wir haben zwar versucht, nach dem Drehtag abzuschalten und uns abzulenken, aber man kommt nicht wirklich raus.“ Dass der Film trotz dieser tragischen und traurigen Realität auch ganz viel Hoffnung auf ein gutes Weiterleben in egal welcher Lebenssituation transportiert, macht ihn besonders sehenswert.
Podcast-Tipp
Chefredakteurin Sophie Lauringer hatte Barbara Pachl-Eberhart bereits in der SONNTAGs-Jause zu Gast. Das ermutigende Gespräch zum Nachhören!