Frieden: Mehr als „Blauhelme“

Industrieviertelakademie
Ausgabe Nr. 10
  • Politik
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Frieden machen: Manches Mal bräuchte es so etwas wie „Blauhelme“ nicht nur im internationalen, sondern auch im kleinen, zwischenmenschlichen Bereich.
Frieden machen: Manches Mal bräuchte es so etwas wie „Blauhelme“ nicht nur im internationalen, sondern auch im kleinen, zwischenmenschlichen Bereich. ©istock/AtK

Wie kann – in einer ziemlich unfriedlichen Zeit – Frieden möglich werden? Gegenüber dem SONNTAG skizziert Andreas Löffler, Vorsitzender der Katholischen Aktion im Südvikariat, mögliche Schritte und Initiativen.

Die Förderung von Frieden kann nur gelingen, wenn wir auf mehreren Ebenen ansetzen“, sagt Andreas Löffler, der Vorsitzende der Katholischen Aktion im Südvikariat, zum SONNTAG: „Im Kleinen, bei der eigenen Spiritualität und der eigenen Haltung, in der Gestaltung von Beziehungen und Kommunikation miteinander. Und im Großen, auf gesellschaftlicher Ebene, wenn wir uns Strukturen anschauen, die Ungerechtigkeiten und Gewalt fördern. Und Rahmenbedingungen schaffen, die Frieden nachhaltig stärken.“ Wie Frieden also möglich werden kann? „Gerade in konfliktreichen Zeiten ist es wichtig, dass wir als Kirche einen Ort bieten, wo Menschen miteinander reden können“, ist Löffler überzeugt. „Und das machen wir synodal – so wie es unser Erzbischof Josef Grünwidl in seiner Predigt bei der Bischofsmesse im Dom zu Wiener Neustadt gesagt hat. Als er meinte, wir sollen ökumenisch miteinander reden. 

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Wie Frieden entsteht

Darum freuen wir uns, dass die evangelische Pfarrerin Karoline Rumpler als Impulsgeberin der Industrieviertelakademie zugesagt hat“, unterstreicht der Vorsitzende der Katholischen Aktion. Auch erwähnte Grünwidl damals, dass „Synodalität“ heiße, das Gespräch mit Vereinen und der Zivilgesellschaft zu suchen. Löffler: „Mit Dagmar Fenninger-Bucher vom Frauenberatungsverein Wendepunkt bis zu Vertretern von Polizei und Militärakademie sind wir in diesem Sinne richtig unterwegs. Die Intention des Abends ist es, durch Möglichkeiten und Beispiele zu zeigen, wie Frieden entsteht.“

„Als Kirche wollen wir einen Ort anbieten, wo Menschen miteinander reden können.“

Friedenstaube und verhinderte Steinigung

Auch wenn man als einzelne Person den großen Weltfrieden nicht retten kann, was kann im Kleinen zu einer Kultur des Friedens beigetragen werden? „Angesichts des oft empfundenen Gefühls der Ausweglosigkeit wollen wir Möglichkeiten aufzeigen, wieder zuversichtlich und hoffnungsfroh zu sein“, betont Löffler: „Frieden im Kleinen bewirkt eine Veränderung in der persönlichen Haltung und führt zu Zuversicht. Diese ist heute unverzichtbar. Gerade als Christen dürfen wir die Hoffnung, die uns geschenkt ist, nie verlieren.“

Frieden in der Bibel

Welche gelungenen Beispiele zum Thema „Frieden“ die Bibel bietet? Löffler: „Erstens die Aussendung der Friedenstaube durch Noah nach der großen Flut. Diese kleine Taube ist die Erste, die den Schritt, den Flug, nach außen wagt. Sie kommt mit einem Zweig zurück und zeigt Noah: Schau, es geht wieder weiter. Und als großes Zeichen der Zuversicht bildet sich der Regenbogen. So zeigt uns Gott: Bleibt in der Zuversicht. Ich bin bei euch.“ Zweitens verweist Löffler darauf, dass Jesus die Steinigung der Ehebrecherin verhindert (Johannesevangelium, Kapitel 8). „Indem Jesus den Menschen sagt: Schaut einmal euch an. Wenn ihr selbst nicht im Einklang mit euch seid, warum verurteilt ihr andere?“ Für Löffler heißt das: „,Schauen wir nach innen. Wenn wir ehrlich sind, werden wir bemerken, dass es eigentlich nichts gibt, was uns dazu bringt, mit anderen in Unfrieden zu leben. Schauen wir verzeihend auf uns selbst, dann wird es uns leichtfallen, unserem Gegenüber friedlich zu begegnen.“

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Autor:
  • Stefan Kronthaler
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