Einstehen für Prinzipien

Weltethos
Ausgabe Nr. 19
  • Politik
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Goldene Regel: Behandle die anderen so, wie du selbst behandelt werden willst.
Goldene Regel: Behandle die anderen so, wie du selbst behandelt werden willst. ©Stephan Schönlaub/Erzdiözese Wien

Die Initiative Weltethos Österreich feiert 2026 ihr 20-jähriges Jubiläum: Das Projekt setzt sich auf der Grundlage des Dialogs der Weltreligionen für Menschenrechte, weltweite Solidarität und eine gerechte Wirtschaftsordnung ein. Am 27. April wurde im Wiener Rathaus diskutiert und gefeiert.

Zwei Jahrzehnte nach Gründung von Weltethos Österreich sieht die Initiative ihre Arbeit durch aktuelle globale Krisen bestätigt und dringlicher denn je. Weltethos sei heutzutage „irgendetwas zwischen Sisyphos und Don Quijote? Aber für Pessimismus ist es zu spät, wie jemand formuliert hat“, schrieb der österreichische Präsident Helmut Schüller, er selbst ist bekannter katholischer Pfarrer von Probstdorf, in der Wochenzeitung „Die FURCHE“.  Vor dem Hintergrund wachsender globaler Spannungen komme der Weltethos-Initiative eine Schlüsselrolle zu: „Gerade in Zeiten wie diesen ist die Erinnerung an das Verbindende und an gemeinsame ethische Grundlagen aktueller denn je“, so Schüller. 

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Weltethos als „Kehrseite der Menschenrechte"

Der ehemalige Generalvikar der Erzdiözese Wien sowie frühere Caritas-Präsident wies im Gespräch mit der Katholischen Presseagentur weiters darauf hin, dass die Initiative nicht auf die Schaffung einer neuen „Weltreligion“ abziele. Vielmehr gehe es darum, aus den jeweiligen Traditionen heraus gemeinsame ethische Prinzipien in gesellschaftliches Handeln zu übersetzen. „Das Weltethos ist gewissermaßen die Kehrseite der Menschenrechte“, so Schüller. Während diese Rechte festschrieben, mache das Ethos die damit verbundenen Verpflichtungen bewusst: „Wer Rechte einfordert, ist auch gefordert, selbst zu ihrer Verwirklichung beizutragen.“ 

„Kein Friede zwischen den Nationen ohne Friede zwischen den Religionen.“

HANS KÜNG 

„Klaren Blick für das Notwendige“

Besondere Bedeutung misst die Initiative der Bildungsarbeit bei. Von der Elementarpädagogik bis zu Universitäten reiche das Spektrum an Projekten, darunter Unterrichtsbehelfe, interreligiöse Dialogformate und eine Wanderausstellung. Gerade Kinder und Jugendliche zeigten oft einen „klaren Blick für das Notwendige“, betonte Schüller. In den vergangenen Jahren sei zudem die ökologische Verantwortung stärker in den Fokus gerückt, die Schüller als „untrennbar mit sozialen Fragen verbunden“ bezeichnete.
 

Das Projekt Weltethos

Das Projekt Weltethos geht auf den katholischen Theologen Hans Küng (1928–2021) zurück. Die Idee strebt einen Konsens in Wertefragen an. Dem Dialogforum Ethik gehören Vertreter aus Atheismus, Judentum, Islam, Politikwissenschaft, Christentum, Baha’i, Hinduismus und Buddhismus an. Dahinter steht die Überzeugung, dass es keinen Frieden zwischen Staaten ohne Frieden zwischen den Religionen gibt.Die Initiative Weltethos Österreich wurde 2005 von der Theologin Edith Riether gegründet. Seit Dezember 2025 steht Schüller an der Spitze. 

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Autor:
  • Sophie Lauringer
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